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vetragen  hatte,  wandte  sich  von  der  Landwirtschaft  ab  und  der
Industrie  zu,  da  ıhr  dort  wegen  der  infolge  des  Arbeitermangels
fortgesetzten  Lohnsteigerungen,  die  25—50  %,  ja  mitunter  100  %
betrugen,  besserer  Verdienst  winkte.  Viele  der  grossartigen  neu
ins  Leben  gerufenen  Unternehmungen  wie  Eisenbahnbauten,  Aufschliessung
  neuer  Kohlengruben,  Bau  von  Schiffen  und  grossen
Fabrikgebäuden,  dıe  grosse  Summen  umlaufenden  Kapitales  verschlungen
  hatten,  und  von  denen  auch  ein  entsprechender  Gewinn
erhofft  werden  durfte,  warfen  zunächst  noch  keinen  Gewinn  ab,
so  dass  das  zu  ıhrem  Betriebe  nötige  Kapıtal  nıcht  aus  ıhrem  Eınkommen
  bestritten  werden  konnte.  Bei  der  grossen  Menge  der  in
Betracht  kommenden  Unternehmungen  und  der  Höhe  der  m
ihnen  angelegten  Summen  war  das  für  die  gesamte  Volkswirtschaft
  von  grosser  Bedeutung;  denn  auch  das  Jahreseinkommen
der  Nation  reichte,  trotzdem  es  sıch  infolge  der  verbesserten  Verkehrs-
  und  Produktionsverhältnisse  an  sich  gehoben  hatte,  nıcht
zur  Aufrechterhaltung  all  dieser  Betriebe  aus.

Hierzu  kam  noch,  dass  neben  dem  wirtschaftlichen  Aufschwunge
  auch  die  äussere  Lebensführung  eine  andere  Gestalt
angenommen  hatte.  Der  reiche  und  durch  die  Agıotage  teilweise
ieichte  Verdienst  hatte  zu  einem  üppigen  Luxus  und  einer  masslosen
  Verschwendungssucht  geführt.  Nur  wenige  dachten  daran,
aass  dıese  Periode  des  reichen  Gewinnes  einmal  aufhören  könnte,
und  dass  sie  daher  schon  jetzt  an  die  Zukunft  denken  müssten.
Vjelen  Aktionären,  dıe  bereits  Einzahlungen  auf  dıe  neuen  Gründungen
  gemacht  hatten,  mangelte  es  infolgedessen  später  am
Kapıtal  für  die  weiteren  Zahlungen.  Diejenigen,  dıe  noch  im  Besıtze
  alter  Effekten  waren,  warfen  sie  auf  den  Markt,  um  sıch  zu
helfen  und  so  Geld  zu  schaffen.  Der  Erfolg  war  ein  Rückgang
der  Kurse.  Als  dann  schliesslich  zu  den  alten  Effekten  noch  die
Aktien  der  neuen  Unternehmungen  hinzukamen,  gingen  auch
deren  Kurse  zurück  und  statt  des  erhofften  Agiogewinnes  stellten
sich  grosse  Verluste  ein.  Die  neuen  Unternehmungen  brauchten
zu  ihrer  Weiterführung  Geld,  und  an  diesem  begann  es  jetzt  zu
mangeln.

Der  sıch  einstellende  allgemeine  Geldmangel  wurde  dadurch
verschärft,  dass  neben  dem  Aufschwunge  des  Jahres  1856  eine
Geldausfuhr  einhergegangen  war;  denn  auf  die  schlechte  Ernte
des  Jahres  1855  war  ım  nächsten  Jahre  eine  Ernte  gefolgt,  die
ebenfalls  bedeutend  unter  dem  Durchschnittsertrage  blieb,  so  dass
der  Export  des  wichtigsten  Ausfuhrartikels  aus  Norddeutschland,
wenn  auch  nicht  fortfiel,  so  doch  wesentlich  eingeschränkt  wurde.
Die  Folge  waren  starke  Getreidezufuhren  aus  dem  Auslande,  zu
denen  sich  noch  bedeutende  Mengen  von  Rohstoffen  für  die  zahlreichen
  neu  gegründeten  gewerblichen  Unternehmungen  gesellten,
so  dass  die  Einfuhr  die  Ausfuhr  um  ein  Bedeutendes  übertraf,
und  sich  eine  ungünstige  Zahlungsbilanz  und  somit  eine  Geld-4*

