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Als  endlich  in  Amerika  Friede  (1865)  geschlossen  wurde,
nahmen  Handel  und  Industrie  einen  derartigen  Aufschwung,  wie
ihn  das  Land  seit  langer  Zeit  nicht  gesehen  hatte.  Leider  war
dieser  nur  von  kurzer  Dauer.  Ein  durch  eine  ungünstige  Ernte
geschwächter  Export  auf  der  einen  Seite  und  die  auch  nach  dem
Kriege  noch  immer  auffallend  hohen  Preise  der  Baumwolle  auf
der  anderen  Seite  brachten  eine  ungünstige  Zahlungsbilanz  hervor.
Um  den  drohenden  Silberabfluss  zu  verhüten,  sah  sich  die  Bankverwaltung
  genötigt,  den  Zinsfuss  für  das  Wechsel-  und  Lombardgeschäft
  nach  und  nach  bis  auf  7  und  715  %  zu  erhöhen.

Eine  stetige  Entwicklung  hat  während  der  Geschäftsperiode
1856—1865  der  Bank,  ungeachtet  aller  Krisen  und  politischen
Verwicklungen,  eigentlich  nur  das  Banknotengeschäft  genommen.
Der  Betrag  der  durchschniltlich  umlaufenden  Banknoten  vermehrte
  sich  in  diesen  10  Jahren  um  274  %.  Einen  Beweis  dafür,
dass  die  Notenzirkulation  nicht  etwa  nach  der  Willkür  des  Hauptbankdirektorıums,
  sondern  durch  die  Bedürfnisse  des  Verkehrs
geregelt  wurde,  bietet  die  Tatsache,  dass  Maximum  und  Minimum
des  Notenumlaufes  fast  immer  in  dieselben  Jahreszeiten,  zum  Teil
sogar  auf  dieselben  Tage,  fielen.  In  den  10  aufeinanderfolgenden
Geschäftsjahren  fiel  das  Minimum  des  Notenumlaufes  zweimal  auf
den  23.  Februar,  zweimal  auf  den  7.  März  und  dreimal  auf  den
15.  März,  jedenfalls  neunmal  in  das  Frühjahr;  das  Maximum  dagegen
  ın  denselben  10  Jahren  fünfmal  auf  den  30.  Juni,  einmal
8  Tage  später  und  dreimal  in  eine  ganz  andere  Jahreszeit,  nämlich
auf  den  7.  Oktober.  Dass  der  grösste  Banknotenumlauf  fast  regelmässig
  Ende  Juni  stattfand,  ist  auf  die  in  diesen  Monat  fallenden
grossen  Wollmärkte  zurückzuführen.

Nicht  dieselbe  stetige  Entwicklung,  aber  auch  eine  bedeutende
Steigerung  wiesen  die  Gesamtumsätze  der  Bank  in  jenen  10  Jahren
1856—65  auf.  Interessant  ist  hierbei  die  Beobachtung,  dass  deren
Steigerung  zum  grössten  Teile  bei  den  Provinzialbankanstalten
eingetreten  war.  Während  bei  der  Hauptbank  in  Berlin  nur  eine
Zunahme  um  8  %  stattfand,  hatten  die  Provinzialbankanstalten
eine  solche  von  86  %  zu  verzeichnen.  Dieselbe  Erscheinung  trat
übrigens,  wenn  auch  lange  nicht  in  demselben  Masse,  während  der
in  dem  vorhergehenden  Abschnitt  geschilderten  Periode  der
Bank  auf.

Fine  Erklärung  für  die  auffallende  Verschiebung  der  Geschäfte
  kann  in  dem  Umstande  gesehen  werden,  dass  die  Provinzıalbankanstalten
  bedeutend  an  Zahl  zugenommen  hatten.  Die
örtliche  Entwicklung  der  Bank  lässt  von  Anfang  an  das  Bestreben
erkennen,  das  ganze  Land  mit  einem  Netze  von  Bankcomptoiren,
Kommanditen  und  Agenturen  zu  überziehen.  In  der  erstgeschilderten
  Periode,  1847—55,  stieg  die  Anzahl  der  Bankanstalten  von
15  auf  89,  in  der  zweiten,  1856—65,  von  89  bis  auf  130.  Es

konnten  nunmehr  in  fast  allen  preussischen  Städten  von  nur