freierer  Bestimmungen  für  die  preussischen  Privatzettelbanken
fort.  Trotzdem  sie  in  der  Person  des  Handelsministers  von  der
Heydt  einen  Freund  und  Förderer  fanden,  führten  sie  dennoch  zu
keinem  Erfolge.

Um  ein  Bild  von  der  Bedeutung  der  Konkurrenzanstalten
der  Preussischen  Bank  zu  geben,  sei  auf  die  nachstehenden
Zahlen  verwiesen,  die  dartun,  wie  sich  der  Geschäftsumfang  der
Preussischen  Bank  zu  dem  ihrer  Konkurrenzanstalten,  der  neu  gegründeten
  bezw.  schon  länger  bestehenden  preussischen  Privatzettelbanken,
  in  dieser  Periode  der  Bank  verhielt.

Das  Stammkapital  der  8  Privatzettelbanken  betrug  8,899
Mill.  Thlr.,  das  der  Preussischen  Bank  in  den  Jahren  1862  u.  ff.
16,897  800  Mill.  Thlr.,  war  also  beinahe  noch  einmal  so  hoch.  Ein
ähnliches  Verhältnis  bestand  zwischen  den  Gesamtumsätzen  in
Einnahme  und  Ausgabe  mit  Ausschluss  der  Notenrealisation  und
der  Lombardprolongationen.  In  den  Jahren  1857—-59  erreichten
die  Gesamtumsätze  der  preussischen  Privatzettelbanken  nicht  die
Hälfte  derer  der  Preussischen  Bank,  was  wohl  nicht  mit  Unrecht
dem  Umstande  zuzuschreiben  ist,  dass  die  Privatzettelbanken  neu
gegründet  und  daher  in  der  ersten  Entwicklung  begriffen  waren.
Im  Jahre  1860  war  das  Verhältnis  fast  genau  1:2,  und  in  den
nächsten  drei  Jahren  verschob  es  sich  zu  Gunsten  der  Privatzettelbanken.
  Eine  nähere  Betrachtung,  wıe  sıch  die  Geschäfte  auf  die
einzelnen  Banken  verteilten,  zeigt,  dass  es  besonders  ein  Institut,
die  Bank  des  Berliner  Kassen-Vereins,  war,  auf  dessen  Rechnung
die  hohen  Gesamtumsätze  der  Privatzettelbanken  zu  setzen  waren.
Allein  die  Umsätze  dieser  Bank  machten  °/,.  der  von  allen  Privatzettelbanken
  geleisteten  Umsätze  und  annähernd  ein  Drittel  der
von  der  Preussischen  Bank  ausgeführten  Umsätze  aus.

Eine  nähere  Prüfung  der  von  dieser  Bank  erzielten  hohen
Umsätze  ergibt,  dass  diese  keineswegs  auf  die  einer  Zettelbank
eigentürmlichen  Geschäfte,  sondern  vielmehr  auf  das  einen  beträchtlichen
  Umfang  erreichende  Girogeschäft  zurückzuführen
waren.  Letzteres  erreichte  im  Durchschnitt  der  Jahre  1857—63
bei  der  Bank  des  Berliner  Kassen-Vereins  eine  Höhe  von  475  Mill.
Thlrn.,  während  beı  der  Preussischen  Bank  ın  demselben  Zeitabschnitte
  nur  eine  durchschnittliche  Höhe  von  90%/,  Mill.  Thlrn.
erzielt  wurde.  Der  Giroverkehr  der  Bank  des  Berliner  Kassen-Vereins
  stieg  beständig,  der  der  Preussischen  Bank  sank  dagegen
und  betrug  im  Jahre  1863  30  %  weniger  als  ım  Jahre  1857.
Überflügelte  so  einerseits  die  Bank  des  Berliner  Kassen-Vereins
hinsichtlich  des  Girogeschäftes  alle  anderen  einschliesslich  der
Preussischen  Bank,  so  blieb  sie  andererseits  ın  Bezug  auf  das
Notengeschäft  hinter  allen  anderen  zurück.  In  den  Jahren  1857
bis  1863  hatte  sie  durchschnittlich  nur  63  %  von  der  ihr  gestatteten
  Notenmenge  im  Umlauf.  Anders  die  Städtische  Bank  in
Breslau,  die  durchschnittlich  100  %  im  Umlauf  hatte.  Die  Kon-