—  7A  —

scheine,  gegen  die  das  Publikum  wohl  wegen  ıhrer  Uneinlösbarkeit
eine  Abneigung  hegte.  Es  hatten  daher  auch  die  Papiergeldbestände
  der  Bank  bald  nach  dem  Erscheinen  der  Darlehenskassenscheine
  am  31.  Mai  stark  zugenommen.  Um  nun  dem  Verkehr
durch  die  Ausgabe  von  Banknoten  zu  Hilfe  kommen  zu  können,
war  die  Bankverwaltung  bestrebt,  ıhre  Barbestände  möglichst  zu
vergrössern,  was  sie  durch  den  oben  näher  geschilderten  Verkauf
ihrer  ausländischen  Wechsel  bewirkte.  Nur  hierdurch  wurde  es
ihr  möglich,  ıhre  Notenausgabe  in  dem  kritischen  Vierteljahre
vom  31.  März  bis  zum  30.  Juni  1866  um  137,862  —  118,029
—  19,833  Mill.  Thlr.  zu  steigern.

Die  Preussische  Bank  war,  abgesehen  von  der  Frankfurter
Bank,  deren  Notenumlauf  noch  ım  Juni  1866  dieselbe  Höhe  hatte
wie  im  März  desselben  Jahres,  die  einzige  Bank,  die  die  Umlaufsmittel
  nicht  nur  nicht  beschränkte,  sondern  sogar  vermehrte.

Beachtenswert  sind  auch  dıe  Schwankungen  des  ungedeckten
Notenumlaufes,  sowohl  mit  Rücksicht  auf  den  Banknotenkredit,
den  die  verschiedenen  Institute  in  der  kritischen  Zeit  genossen,
als  auch  hinsichtlich  des  Verhaltens  der  verschiedenen  Bankverwaltungen.

  Die  Summe  der  ungedeckten  Noten  belief  sich  in
Tausenden  von  Thalern
Ende  Ende  Ende  Ende
1865  März  1866  |  Juni  1866  |  Septbr.  1866
1.  bei  der  Preussischen
Bank  .........  63418  54.266  68922  44523
2.  bei  den  pr.  Privatzettelbanken
  ...  3017  3189  —  346  2961

Während  beı  der  Preussischen  Bank  die  Spannung  zwischen
dem  gedeckten  und  ungedeckten  Notenumlaufe  im  Höhepunkte
der  Krise  am  grössten  war,  war  sie  bei  den  preussischen
Privatzettelbanken  in  demselben  Zeitpunkte  sogar  negativ,  d.  h.
die  Metalldeckung  war  grösser  als  die  Summe  der  umlaufenden
Noten.  Hierbei  ist  ausserdem  noch  zu  beachten,  dass  von  den
68,940  Mill.  Thlrn.  Barbeständen  der  Preussischen  Bank  einige
Millionen  Darlehenskassenscheine  waren.  Tatsächlich  war  also
die  Spannung  bei  der  Preussischen  Bank  eine  noch  grössere.

Ein  noch  anschaulicheres  Bild  von  diesen  Vorgängen  gıbt  die
Bewegung  der  Metalldeckung  beı  den  verschiedenen  Instituten.

Diese  betrug  ın  Prozenten  des  Notenumlaufes

Ende  Ende  Ende  Ende
1865  März  1866  |  Juni  1866  |Septbr.  1866
1.  bei  derPreussischen
Bank  .  2.2.2.2...  49,3  54,0  50,0  63,4
2.  bei  den  pr.  Privatzettelbanken.
  ..  ..  58,3  57,4  107,3  67,8