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hohen  Diskontsatze  wie  9  %  überhaupt  nicht.  Noch  nicht  zwei
Monate  war  der  Diskontsatz  höher  als  6  %  und  davon  nur  einen
Monat  über  8%.  Bei  der  Krise  des  Jahres  1866  darf  allerdings
nicht  unberücksichtigt  bleiben,  dass  es  sich  bei  dieser  nicht  lediglich
  um  eine  politische,  sondern  um  eine  allgemeine  wirtschaftliche
  Krise  gehandelt  hatte.  Ausserdem  war  die  damalige  politische
  Krise  für  das  wirtschaftliche  Leben  insofern  noch  bedeutungsvoller,
  als  durch  sie  die  engsten  wirtschaftlichen
Beziehungen  zwischen  den  nunmehr  einander  gegenüberstehenden
Ländern  des  Zollvereins  unterbrochen  wurden.

In  den  auf  die  Kriegserklärung  am  19.  Juli  1870  folgenden
Tagen  war  der  Andrang  um  Kredit  bei  der  Bank  am  grössten.
Ihre  Wechselanlage  stieg  fortgesetzt  bis  zum  Ende  des  Monats.
Ebenso  vermehrte  sich  die  Summe  der  umlaufenden  Banknoten,
dıe  ın  der  ersten  Augustwoche  am  7.  August  mit  202,48  Mill.
Thlrn.  ihr  Maximum  erreichte.  Der  Höhepunkt  der  Krise  war
also  schon  in  den  ersten  Augusttagen,  noch  vor  den  entscheidenden
Kriegsereignissen  überschritten,  was  als  ein  Beweis  dafür  angesehen
  werden  kann,  dass  die  Massregeln  der  Bankverwaltung
durchaus  richtig  gewesen  waren,  und  sie  ihre  Erfolge  bei  der  Überwindung
  der  Krise  nicht  lediglich  dem  Kriegsglücke  verdankt
hatte.

Wie  aus  nachstehender  Übersicht  ersichtlich  ist,  war  die
Wechsel-  und  Lombardanlage  zusammengenommen  Ende  Juli  am
höchsten  und  begann  dann  wieder  langsam  zu  fallen.  Sie  betrug
ın  Tausenden  von  Thalern

1870  Ende  Ende  Ende  Ende

Juni  Juli  August  September
Wechselanlage  497680  121163  106  232  94.017
Lombardanlage  20136  22069  23762  25498
Wechsel-  u.  Lombdanl.|  117816  143  232  129994  119515

Das  Steigen  der  Lombardanlage  ist  auf  die  durch  den  Krieg
veranlasste  Stockung  der  Geschäfte  zurückzuführen.  Um  dem
Handelsstand  über  die  schwierige  Zeit  besser  hinwegzuhelfen,  war
wieder  zu  dem  Mittel  der  Darlehenskassen  gegriffen  worden.  Die
Darlehenskassen  des  Norddeutschen  Bundes  gaben  für  29,65  Mill.
Thlr.  Darlehenskassenscheine  aus,  die  nach  dem  Kriege  ordnungsgemäss
  eingezogen  und  wieder  vernichtet  wurden.

Das  Vertrauen  des  Publikums  zu  der  Bank  war  ın  der  kritischen
  Periode  nicht  gewichen,  sondern  im  Gegenteil  gestiegen;
denn  gerade  in  diesem  Jahre  vermehrten  sich  die  Giroguthaben
ausserordentlich.  Bis  zum  Jahre  1869  war  der  Giroverkehr  zurückgegangen,
  so  dass  sich  der  Betrag  der  durchschnittlich  im
Bestande  befindlichen  Gelder  nur  noch  auf  258  100  Thlr.  belief.
Im  Jahre  1870  stieg  er  bis  auf  1,545  Mill.  Thlr.  Es  wurden