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des  Jahres  die  Menge  der  Zirkulationsmittel  durch  die  Zahlung
der  französischen  Kriegskontribution  und  die  Tilgung  der  Kriegsschuld
  des  Norddeutschen  Bundes  schon  an  sich  bedeutend  vermehrt
  hatte.  Der  Bestand  der  deutschen  Münzen  hatte  hierdurch
allein  eine  Vermehrung  um  mehr  als  400  Mill.  M  erfahren.  Trotzdem
  bewirkte  der  enorme  Aufschwung  von  Handel  und  Industrie
und  nicht  zuletzt  der  Aufschwung  der  Börsenspekulation  eine
Geldknappheit,  so  dass  sich  im  September  1872  die  Preussische
Bank  zu  einer  Erhöhung  des  Diskonts  auf  5  %  genötigt  sah.

Die  starke  geschäftliche  Entwicklung  der  letzten  Jahre  hatte
es  mit  sich  gebracht,  dass  die  zum  grössten  Teile  stets  fälligen
Passıva  —  Banknoten,  Depositen-  und  Girogelder  —  eine  bedeutende
  Höhe  erreichten.  Allein  der  Betrag  der  durchschnittlich
umlaufenden  Banknoten  hatte  sich  seit  dem  Jahre  1869  um
108  Mill.  Thlr.  vermehrt.  In  den  Herbstmonaten  des  Jahres  1872
betrugen  die  stets  fälligen  Passıva  330—350—-370  Mill.  Thlr.
Nach  Abzug  der  vorhandenen  Bargelddeckung  blieben  noch  etwa
170—180—190  Mill.  Thlr.  nicht  bar  gedeckter  Passıva,  die  zum
grössten  Teile  stets  fällıg  waren  und  etwa  den  6—-fachen  Betrag
des  Stammkapitales  der  Bank  einschliesslich  des  Reservefonds
ausmachten.  Es  muss  dieses  Verhältnis  als  ein  ungünstiges  und
das  Stammkapital  der  Bank,  gegenüber  einer  derartig  hohen
Summe  nicht  bar  gedeckter,  stets  fällıger  Passıva,  als  zu  nıedrig
bezeichnet  werden,  wenngleich  die  Preussische  Bank  kein  so  hohes
Stammkapital  brauchte  wie  die  englische,  französische  oder  österreichische,
  da  sie  es  nicht  ın  Staatsdarlehen  festzulegen  brauchte.
Im  nächsten  Jahre  (1873)  war  dieses  Missverhältnis,  das  bis  zum
letzten  Jahre  des  Bestehens  der  Bank  anhielt,  wegen  der  ausserordentlichen
  an  die  Bank  gestellten  Anforderungen  noch  viel
ETÖSSEr.

Der  gewaltige  Aufschwung  des  Jahres  1872,  der  sich  übrigens
nicht  allein  auf  Deutschland  beschränkte,  wenn  er  auch  in  den
anderen  Ländern  nıcht  den  ungeheuren  Umfang  annahm  wie  in
Deutschland,  und  die  schon  oben  erwähnte  Verringerung  der
soliden  Anlagepapiere  hatten  viele  sonst  besonnene  Leute  zur
Spekulation  verleitet.  Genährt  wurde  die  Spekulationssucht  noch
durch  die  Gründung  von  Banken,  die  aus  dem  Gründen  neuer
Unternehmungen  ein  Geschäft  machten.  Es  sei  hier  nur  an  die
(Juistorpsche  Vereinsbank  ın  Berlin  erinnert,  die  schliesslich  27
verschiedene  Unternehmungen  vertrat.  Der  Rückschlag  konnte
nicht  ausbleiben.  Die  Krise,  die  zuerst  lediglich  eine  Börsen-  oder
Spekulationskrise  war,  trat  im  Aprıl  1873  ın  Wien  auf  und  sprang
dann  auf  Berlin  über.  Hier  begann  sie  mıt  dem  Falle  der  Quistorpschen
  Vereinsbank,  der  bald  andere  Unternehmungen,  Banken,
Baugesellschaften,  aber  auch  grosse  Fabriken  usw.,  folgten.  Die
Börsenkrise  ging  im  letzten  Teile  des  Jahres  in  eine  Absatzkrise
über,  da  die  Konsumtion  mit  der  erweiterten  Produktion  nicht