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mehr  Schritt  halten  konnte.  Es  fand  zunächst  ein  Stocken  des
Absatzes  und  dann  ein  allgemeiner  Preisrückgang  statt,  zwei  Erscheinungen,
  die  sich  über  eine  ganze  Reihe  von  Jahren  erstreckten.


Vielfach  wurde  die  Behauptung  aufgestellt,  dass  der  Rückgang
  der  Warenpreise  eine  Folge  des  deutschen  Münzgesetzes  vom
9.  Juli  1873  sei,  durch  das  die  definitive  Einführung  der  Goldwährung
  mit  der  Mark  als  Rechnungseinheit  angeordnet  wurde.
Es  sollte  durch  die  Durchführung  der  Münzreform  gewissermassen
eine  Geldknappheit  hervorgerufen  worden  sein.  Diese  Behauptung
traf  aber  nıcht  zu;  denn  in  der  Zeit  vom  Frankfurter  Frieden  bis
zur  Handelskrise,  innerhalb  der  dıe  Münzreform  doch  schon  stark
vorbereitet  wurde,  hatte  der  Verkehr  durch  die  Übertragung  der
5  Milliarden  Fres.  betragenden  französischen  Kriegskontribution
eine  starke  Vermehrung  an  metallischen  Zirkulationsmitteln  erfahren,
  obwohl  grosse  Summen  in  den  staatlichen  Kassen  immobilisiert
  waren.  Zutreffend  war  jedoch  an  dieser  Behauptung,  dass
gerade  in  der  zweiten  Hälfte  des  Jahres  1873  ın  der  Vermehrung
des  deutschen  Geldbestandes  eine  Stockung  eintrat;  denn  in  dieser
Zeit  wurde  die  stattfindende  Vermehrung  mehr  als  kompensiert
durch  die  gleichzeitige  Einziehung  des  Umlaufes  der  ausländischen
Münzsorten.  Diese  Stockung  ın  der  Vermehrung  des  Geldbestandes
  hat  nun,  wenn  nicht  direkt,  so  doch  indirekt,  zu  der
Geldknappheit  beigetragen;  denn  das  Aufhören  des  Goldzuflusses
fiel  gerade  ın  eine  Zeit,  ın  der  der  Verkehr  seiner  mehr  als  je  bedurfte.
  Jetzt  war  es  wieder  die  Preussische  Bank,  die  helfend  eingriff.
  Wenn  auch  die  ım  Laufe  des  Jahres,  wie  nachstehende  Zusammenstellung
  zeigt,  schwankende  und  sich  dann  plötzlich
beträchtlich  vermindernde  Menge  des  ungedeckten  Notenumlaufes
die  Vermutung  aufkommen  lässt,  dass  das  Kreditbedürfnis  eher
ab-  als  zunahm,  so  traf  dieses  doch  nicht  zu.”)

Die  starke  Abnahme  des  ungedeckten  Notenumlaufes  war
vielmehr  auf  das  Anwachsen  der  Guthaben  der  Staatskassen,  Institute
  und  Privatpersonen  mit  Einschluss  des  Giroverkehrs  zurückzuführen,
  die  am  Anfange  des  Jahres  31,5  Mill.  Thlr.  betrugen,
  Ende  April  plötzlich  um  60  Mill.  Thlr.  stiegen  und  dann
langsam  bis  zum  Höchstbetrage  von  134,8  Mill.  Thirn.  Anfang
September  anschwollen.  Es  war  also  dıe  Abnahme  des  ungedeckten
  Notenumlaufes  keineswegs  einem  Mangel  an  Geldbedarf,
sondern  in  der  Hauptsache  der  Übertragung  eines  Teiles  der  von
der  Reichsregierung  bisher  zurückgehaltenen  Summen  an  die
Preussische  Bank  zuzuschreiben.  Dadurch  wurde  die  Bank  in  den
Stand  gesetzt,  die  zahlreich  an  sie  herantretenden  Kreditgesuche
zu  befriedigen.  Es  wurden  insgesamt  für  400  Mill.  Thlr.  Wechselund
  Lombardgeschäfte  mehr  als  im  Vorjahre  (1872)  und  für

*)  Zusammenstellung  siehe  umstehend.
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