Zeit  Metallvorrat  Goldvorrat  in
in  Mill.  M  Mill.  M  °/,  d.  Metallvorr.
7.1.74  704,0  476,4  67,7
7.  VIL  74  710,0  481,8  67,8
7.1.75  609,2  494,5  81,0
7.  VII  75  584,3  |  495,0  84,7

Die  Bestrebungen  der  Bank,  im  Jahre  1874  dem  Goldabflusse
durch  Diskonterhöhungen  zu  begegnen,  hatten  nur  geringen  Erfolg,
  da  der  offene  Markt  so  mit  Gold  gesättigt  war,  dass  er  es
nicht  nötig  hatte,  auf  die  Bank  zurückzugreifen.  Infolgedessen
blieb  auch  der  Märktdiskont  zeitweilig  über  2  %  unter  dem  Bankdiskont.


Von  grosser  Bedeutung  auch  für  die  Preussische  Bank  war
das  Gesetz  vom  21.  Dezember  1874,  durch  das  als  Termin  für  die
Zurückziehung  der  Noten  unter  100  M  der  1.  Januar  1876  festgesetzt
  wurde.  Schon  vom  1.  Juli  1875  ab  war  es  den  Banken
verboten,  die  auf  Beträge  unter  50  M  lautenden,  bei  ihren  Kassen
eingehenden  Noten  wieder  auszugeben.  Die  Ausführung  dieser
gesetzlichen  Bestimmung  wurde  durch  die  Preussische  Bank  beschleunigt.
  Diese  kaufte  die  Noten  der  anderen  Zettelbanken  auf.
und  präsentierte  die  ihnen  zur  Realisation.  Wie  sich  aus  den
Wochennachweisungen  ergibt,  hatte  die  Preussische  Bank  mehrmals
  (am  15/VII,  15/X,  30/XI  1875)  über  10  Mill.  M  fremde
Noten  in  ihren  Kassen.  Ihre  Bestände  ın  fremden  Noten  gingen
auf  und  ab.  Es  kamen  stets  neue  hinzu,  während  dıe  vorhandenen
den  Banken  zur  Realisation  präsentiert  wurden.  Mehrmals  erreichte
  die  auf  diese  Weise  innerhalb  einer  Woche  realisierte
Notenmenge  einen  Betrag  von  annähernd  6  Mill.  M.  Diese  Massnahme
  war  für  die  Preussische  Bank  durchaus  zweckmässig;  denn
durch  sie  zwang  sie  die  kleineren  Konkurrenzbanken  frühzeitig
zu  Einschränkungen.  Ein  Teil  der  kleineren  Noten  wurde  allerdings
  durch  auf  grössere  Beträge  lautende  Noten  ersetzt,  doch  ging
dieses  nicht  immer  an.

Ferner  wurde  nunmehr  die  Einziehung  der  alten  Silberınünzen
  weıt  energischer  beirieben,  da  am  1.  Januar  1876  die
Reichswährung  ın  Kraft  treten  sollte.  Die  Ausgabe  der  neuen
Landessilbermünzen  ging  aber  viel  langsamer  vor  sich  (im  zweiten
Halbjahr  1875  541,  Mill.  M  gegen  mehr  als  150  Mill.  M  eingezogene
  Silbermünzen),  so  dass  eine  Geldknappheit  eintrat,  die  eine
Erhöhung  des  Zinsfusses  herbeiführte.  Der  Diskontsatz  der
Preussischen  Bank  wurde  am  13.  Juli  auf  5  und  am  28.  September
auf  6  %  erhöht.  Trotzdem  schon  zwei  Monate  später  wieder  eine
Frmässigung  auf  5  %  eintrat,  hatte  doch  Deutschland  ın  diesem