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Jahre  beträchtlich  höhere  Diskontsätze  als  die  wichtigsten  ausländischen
  Geldmärkte.

Das  weitaus  wichtigste  Ereignis  des  Jahres  1875  war  aber
für  die  Preussische  Bank  der  am  17./18.  Mai  abgeschlossene  Vertrag
  zwischen  Preussen  und  dem  Deutschen  Reiche.  Diesem  Vertrage
  zufolge  sollte  die  Preussische  Bank  am  31.  Dezember  1875
als  solche  eingehen  und  am  1.  Januar  1876  als  Reichsbank  wieder
neu  erstehen.  Schon  Anfang  Juli  nahm  die  Preussische  Bank  auf
Veranlassung  des  Reichskanzleramtes  die  Zahlungen  in  Gold  auf
und  begann  ım  August,  nachdem  im  Juni  die  Goldprägung  gegen
eine  Prägegebühr  von  3  M  für  das  Pfund  fein  freigegeben  worden
war,  den  Ankauf  von  Gold  zu  1392  M  das  Pfund  fein,  wie  es
Art.  14  des  Bankgesetzes  für  die  Reichsbank  vorschrieb.  Vom
18.  September  1875  bis  zum  Schlusse  des  Jahres  kaufte  die  Bank
auf  diese  Weise  für  69,0  Mill.  M  Gold  an.  Die  Aufnahme  der
Zahlungen  in  Gold  seitens  der  Preussischen  Bank  war  für  die
Durchführung  der  Münzreform  von  grosser  Wichtigkeit;  denn
nunmehr  gab  es  eine  Stelle,  an  der  man  jeder  Zeit  für  deutsches
Geld  Gold  erhalten  konnte.  Andererseits  war  dieser  Schritt  für
die  Bank  nicht  ungefährlich;  denn,  während  sie  auf  der  einen
Seite  gezwungen  war,  Silber  in  Gestalt  von  Thalern  anzunehmen,
musste  sie  auf  der  anderen  Seite  auf  Verlangen  in  Gold  zahlen.
Die  Reichsregierung  sah  sich  daher  mehrmals  genötigt,  Silber  aus
der  Bank  zu  entnehmen  und  gegen  Gold  auszuwechseln,  um  einer
zu  grossen  Abnahme  des  Goldvorrates  der  Bank  vorzubeugen.
Noch  immer  wurde  aber  die  Preussische  Bank  zu  der  Vermittlung
der  Edelmetallkäufe  und  Verkäufe  nicht  herangezogen;  erst  der
Reichsbank  wurden  ım  ersten  Jahre  ihres  Bestehens  diese  Geschäfte
  für  das  Reich  übertragen.

Die  Preussische  Bank  hatte  sich  in  der  letzten  Zeit  ihres  Bestehens
  mehr  zu  einer  Bank  für  das  Grossgeschäft  und  die  Finanzverwaltung
  entwickelt.  Es  ıst  das  deutlich  aus  der  seit  dem
Jahre  1869  in  den  Jahresberichten  veröffentlichten  Stückelungsstatistik
  der  Banknoten  ersichtlich.  Diese  zeigt  eine  starke  Abnahme
  der  Noten  zu  10  und  50  Thalern  und  eine  entsprechende
Zunahme  der  auf  grössere  Beträge,  100  und  500  Thlr.,  lautenden
Noten.  Von  dem  Gesamtbetrage  der  umlaufenden  Noten  waren

Ende  1869  |  1870  |  1871  |  1872  |  1873  |  1874

Noten  unter  100  Thir.  .  41,1  °1,186,5  °/,|  29  °],  124,3  %/,125,2  .|  27%
Noten  zu  100  Thlr.  und  *
darüber  .......  58,9  %/,163,5  Jo]  71  9/5  \75,7  %0174,8  °/,|  73  YA

Für  das  Jahr  1875  lässt  sich  diese  Gegenüberstellung  nicht
gut  fortführen,  da  in  diesem  Jahre  schon  damit  begonnen  wurde,
die  alten  auf  Thaler  ausgestellten  Noten  einzuziehen  und  dafür