Schlusswort.

Werden  die  29  Jahre  der  Geschäftstätigkeit  der  Preussischen
Bank  einer  Betraehtung  unterzogen,  so  muss  es  Bewunderung  erregen,
  dass  sieh  dieses  Institut  nieht  nur  unter  den  preussischen
Banken,  sondern  unter  den  grossen  Zentralnotenbanken  überhaupt
eine  so  hervorragende  Stellung  errungen  hat.  Die  Preussisehe
Bank  begann  ıhre  Tätigkeit  unter  den  denkbar  ungünstigsten
Verhältnissen  während  einer  allgemeinen  Geldknappheit  und
Teuerung  der  notwendigsten  Lebensbedürfnisse,  wozu  sieh  gleieh
in  den  ersten  Jahren  ihres  Bestehens  ernste  innerpolitische  Verwicklungen
  (1848)  gesellten.  Im  Verlaufe  ihrer  ganzen  Gesehäftstätigkeit
  hatte  sie  nıcht  eine  längere  Periode  zu  verzeichnen,  in
der  sieh  Handel  und  Industrie  ruhig  entfalten  konnten.  Allerdings
gab  es  auch  Zeiten,  die  einen  ganz  ausserordentliehen  wirtschaftlichen
  Aufsehwung  aufzuweisen  hatten.  Letzterer  war  jedoch  in
den  meisten  Fällen  nur  von  kurzer  Dauer  und  in  seiner  plötzlichen
Entwicklung  häufig  ungesund,  wie  die  unmittelbar  hinterher  einsetzenden
  Krisen  dartun.  Drei  gewaltige  Handelskrisen  sowie
drei  grosse  Kriege  suchten  das  Land  in  diesem  Zeitabschnitte
(1847-—-1875)  heim.  Hatte  es  nieht  unter  ihnen  bezw.  ihren  Nachwehen
  zu  leiden,  so  gab  es  wieder  Perioden,  in  denen  lediglich  die
Fureht  vor  politischen  Verwieklungen  jegliehen  geschäftliehen
Aufsehwung  verhinderte.

Was  hat  nun  die  Preussische  Bank  für  den  Staat,  was  hat
sie  für  die  Allgemeinheit  geleistet?

Für  den  preussisehen  Staat  war  dıe  Bank  zunächst  eine  sehr
ergiebige  Einnahmequelle.  Insgesamt  führte  sie  in  den  29  Jahren
ihres  Bestehens  an  ihn  35,697  Mill.  Thlr.  ab.  Es  ıst  das,  wenn
das  Einschusskapital  des  Staates,  das  allmählieh  von  1,2  auf
1,9  Mill.  Thlr.  gestiegen  war,  in  Berücksiehtigung  gezogen  wird,
eine  ganz  ausserordentlieh  hohe  Summe,  die  dıe  Bank  für  das
Recht  der  unumschränkten  Notenemission,  das  sie  noch  dazu  nur
während  der  letzten  20  Jahre  ihres  Bestehens  besass,  an  den  Staat
entriehtete.e.  Die  Bankanteilseigner  erhielten  in  demselben  Zeitraume
  mit  ihrem  bedeutend  höheren  Einsehusskapitale,  das
sehliesslich  zehnmal  höher  als  das  des  Staates  war,  39,979  Mill.
Thlr.,  also  nur  4,282  Mill.  Thlr.  mehr  als  der  Staat.  Neben  diesen
direkten  Abgaben  war  die  Bank  dem  Staate  behilflieh,  das  Staatspapiergeld,
  das  sieh  unverhältnismässig  stark  vermehrt  hatte,
wieder  zu  vermindern.  Es  wurde  um  die  Hälfte  seines  Betrages
verringert.  Zu  diesem  Zwecke  wurde  eine  Anleihe  aufgenommen,
deren  Verzinsung  und  Tilgung  die  Bank  zum  grössten  Teile  übernahm.
  Wenn  sie  aueh  am  Schlusse  ihrer  Tätigkeit  nieht  direkt
„ur  Hilfeleistung  bei  der  Münzreform  herangezogen  wurde,  so
kann  ıhr  doch  die  Anerkennung  nicht  versagt  werden,  dass  sie
trotzdem  bestrebt  war,  dieses  Werk  zu  fördern.  Einerseits  half
sie,  die  alten  preussischen  wie  nichtpreussischen  Banknoten  aus