IV  Vorwort.

zu  gehen.  Aber  er  führte  nicht  in  Gebiete,  auf  denen  für  Württemberg
  wesentliches  neues  Material  erschlossen  werden  kaun.  An  chronikulischen
  Aufzeichnungen  ist  das  Lund  im  ganzen  arm  geblieben  ;
bisher  Unbekanntes  und  zugleich  Druckwürdiges  findet  sich  nur  noch
in  geringem  Umfanye  und  von  mässiger  Bedeutung.  So  bietet  auch
der  vorliegende  Band  nur  teilweise  Neues,  wird  aber  durch  die  Form,
in  der  er  Bekanntes  bringt,  auch  diesem  einen  ihm  bisher  nicht  inne
wohnenden  Wert  rerleihen.  Dem  zweiten  Bunde,  der  in  wenigen
Wochen  dem  ersten  folgen  wird,  fällt  schon  ein  günstigeres  Los.
Er  wird  neben  einer  neuen,  durchaus  umgestaltenden  Bearbeitung
der  Württemberg  betreffenden  Teile  der  Lorscher,  Fuldaer  und
Weissenburger  Traditionsbücher  vor  allem  die  Jryebnisse  der  im
Auftrage  der  Kommission  in  Rom  ausgeführten  Arbeiten  enthalten.
Weiterhin  wird  sich  dann  die  Thätiykeit  mehr  den  urkundlichen
Schätzen  zuwenden,  die  das  Land  noch  in  reicher  und  vielfach  unberührter
  Fülle  birgt.  In  der  Publikation  von  Urkundenbüchern
der  dem  Königreich  einverleibten  weltlichen  und  geistlichen  Territorien
steht  den  „Geschichtsquellen“  ein  weites  und  fruchtbares  Arbeitsfeld
ofen.  uch  mannigfaltiges  Quellenmaterial  anderer  Art  wird  ullmählich
  in  den  Kreis  hereingezogen  werden.  Dabei  besteht,  bei  den
besonderen  Verhältuissen  des  Landes,  zunächst  wenigstens  die  Absicht,
auch  den  ursprünglichen  Zweck  des  alten  Unternehmens  nicht  völlig
aus  den  Augen  zu  verlieren,

Den  Freunden  der  Landesgeschichte,  wie  der  deutschen  Geschichtswissenschaft
  überhaupt,  eröffnen  die  „Württembergischen
(reschichtsquellen“  die  Aussicht  auf  eine  nicht  zu  unterschätzende
krweiterung  der  (srundlayen  der  Forschung.  Mögen  sie  demnach
allen  empfohlen  sein,  die  im  Streben  nach  näherer  Kenntnis  der
Jleimat  im  Gesamteaterlande  festere  Wurzeln  schlagen,  und  allen,
die  sich  freuen,  deutsches  yeschichtliches  Leben  auch  in  kleinen  und
kleinsten  Kreisen  sich  spiegeln  zu  sehen!

Tübingen,  im  April  1594.

Im  Auftrage  der  Kommission  für  Landesgeschichte

Dietrich.  Schäfer.