12  Einleitung.

vollständig  und  intakt  geben,  und  vollends,  dass  andere  Handschriften
derselben  Chronik,  die  sonst  nur  unbedeutende  Spuren  oder  gar  nichts
von  Herolt  aufweisen,  den  Bauernkrieg  ganz  aufgenommen  haben
(M.,  Seifferheldsche  Chronik  in  4°,  Stuttgart  hist.  fol.  662),  erklärt
sich  bei  obiger  Annahme  am.  leichtesten  und  einfachsten.  War  das
Stück  besonders  abgefasst,  so  kursierte  es  auch  wohl  eine  Zeit  lang
in  besondern  Abschriften.

7.  Bestimmtere  Anhaltspunkte  bieten  die  Stellen  über  Walz  und
Witzel.  Von  Johannes  Walz  (Abschnitt:  Die  Hällischen  Bauern)
wird  gesagt:  „Kam  hernach  zu  denen  ron  Gemmingen  und  ward  zuletzt
  ein  Schwermer.“  Im  Dienst  derer  von  Gemmingen  war  Walz
noch  1532;  im  August  dieses  Jahrs  wurde  er  in  Ulm,  das  von  Ökolampad
  und  Blarer  reformiert  worden  war  und  daher  nach  Herolts
Anschauung  zu  den  Schwärmern  gehörte,  als  Prädikant  angestellt.
Schon  1534  bewarb  er  sich  wieder  um  einen  Pfarrdienst  im  Wirttrmbergischen.
  (Bossert  in  den  Bl.  für  Württ.  Kirchengesch.  1892,
5.20,  40.)  —  Von  MWitzel  (Abschnitt  vom  Aufruhr  in  Thüringen)
heisst  es:  „(reorgius  Witzel,  der  itzo  apostatert,  wieder  papistisch
geworden.“  „Vernehm  des  Witzels  Lehr  zu  derselben  Zeit  (1525)
yeyen  der  itziyen,  so  er  itzo  die  Mess  und  das  Bapstum  wiederum
preiset“.  „Heisst  das  Evangelium  ein  sächsisch  Evangelium,  macht
viel  büchlich  wider  die  Lutherischen.“  Witzels  Bruch  mit  den  evangelischen
  Anschauungen  vollzog  sich  offen  im  Jahr  1531  (Herzog,
Protest.  Realencykl.  !.  Art.  Wicelius  von  Barmann).  In  den  nächst-Jolgenden
  Jahren  schrieb  er  eine  Reihe  von  Schriften  (».  Anm.  zum
Text)  yegen  die  Evangelischen.  Der  yanze  Abschnitt  aber  ist  entnommen
  der  unten  bei  den  Quellen  besprochenen  Schrift  des  Justus
Jonas  über  die  rechte  Kirche,  die  kurz  nach  Ostern  15348  erschien.

Herolts  Bawernkrieg  ist  also  keinenfalls  vor  1534  geschrieben,
sicher  aber  auch  —  wegen  der  „Jetzt“-Stellen  —  nicht  später.  Diese
Fesstellung  ist  freilich  von  keiner  grossen  Erheblichkeit,  doch  wird
(die  darauf  verwendete  Mühe  nicht  überflüssig  erscheinen,  wenn  erwogen
  wird,  dass  nun  Herolts  Bericht  über  seine  Erlebnisse  an  Zurerlässigkeit
  und  seine  spätere  Schrift  an  Gleichmässigkeit  und  Symmetrie
  gewinnt.

Die  „Chronik“,  die  nach  Ausscheidung  des  Bawernkriegs
übrig  bleibt,  gliedert  sich  folgendermassen.  Zuerst  wird  die@eschichte
der  Stadt  Hall  vorgeführt,  und  zwar  1.  Hall  als  Stadt  des  Adels,
a)  älteste  Geschichte  Halls,  besonders  der  Salzquelle,  der  Kirchen
und  der  Obrigkeit;  5)  Geschichte  des  Adels,  beyinnend  mit  eingehen-