Einleitung.  17

büchern  die  allgemeinen  Ereignisse  nur  beiläufiy  und  ausnahmsweise
hereingezogen  wurden.

Ob  Herolt  für  seine  älteste  Geschichte  Halls  eines  dieser  Werke
benützt  hat,  lässt  sich  nicht  feststellen.  Duss  er  keines  ausdrücklich
  nennt,  wäre  gerade  kein  Hindernis,  da  er  kein  Freund  vom
Citieren  ist.

Was  insbesondere  den  yrossen  Abschnitt  ron  den  Adelsyeschlechtern
  ın  und  um  Hall  anbelangt,  so  nötige  eine  Vergleichung  mit
Widman  zu  der  Frage,  ob  sich  nicht  vielleicht  in  diesem  Teile  Herolts
wenigstens  Widmansches  Gut  vorfinde.  Diese  Partie  zeigt  nämlich
bei  beiden  nicht  bloss  Gleichheit  der  allgemeinen  Disposition,  so  zwar,
dass  die  Geschlechter  nach  den  Flussläufen  durchgenommen  und  diese
selber  wieder  in  der  keihenfolge  Kocher  (Roth)  Bühler  vorgeführt
werden  --  ein  Zusammentreffen,  das  zur  Not  noch  aus  der  Natur
der  Suche  selbst  erklärt  werden  könnte,  —  sondern  auch  eine  erhebliche
  Reihe  twörtlicher  Übereinstimmungen  bei  verschiedenen  Geschlechtern.
  Hiebei  ergiebt  sich,  duss  Herolts  Bericht  meist  kürzer
und  magerer,  Widmans  mit  kinzelheiten  biographischer  und  historischer
Art  reicher  ausgestattet  ist.  In  den  Wappenbeschreibungen  treffen
beide  meist  zusammen,  doch  sind  auch  Abweichungen  nicht  selten.  In
allen  diesen  Fällen  wird  sich  die  ohnehin  durch  die  Abfassungszeiten  der
beiden  Chroniken  (Her.  1541—1545,  W.  1551)  nahe  yeleyte  Vermulung
  rechtfertigen  lassen,  Widman  habe  den  Herolt  vor  Augen
gehabt  und  erweitert,  oder  er  habe  aus  einer  auch  von  jenem  gebrauchten
  Quelle  geschöpft.  Nun  finden  sich  freilich  auch  Stellen,
in  denen  sich  Herolts  Priorität  kaum  aufrecht  erhalten  lässt,  z.  B.
bei  den  Lamparten  von  Rumsbuch,  wo  sich  Widman  für  eben  die-Jenigen
  Nachrichten,  die  Herolt  yanz  mit  seinen  Worten  giebt,  auf
die  Aussagen  des  Duniel  Treutwein,  den  er  darüber  gehört  habe,
ber  uft.  Für  diese  Stellen  wird  die  Möglichkeit  zuzulassen  sein,  dass
durch  die  ersten  Abschreiber  von  Herolis  Original,  vielleicht  schon
die  Söhne,  Ergänzungen  aus  Widman  aufgenommen  worden  sind.
Diese  krklärung  aber  auf  die  ganze  Adelsaufzählung  (ähnlich  der
Glaserschen  Ansicht  )  auszudehnen,  geht  aus  dem  doppelten  Grund
nicht  an,  weil  doch  auch  manche  spezielle  Nachrichten,  die  Herolt
bietet,  in  Widman  fehlen,  und  weil  —  was  durchschlagend  sein  dürfte
—  die  einleitenden  Abschnitte  (1.  Was  der  recht  Adel,  2.  Warum
die  Schlösser  auf  den  Beryen  erbaut,  3.  Woher  Schild  und  Ielm
ersliich  den  Edelleuten  geben  sein,  4.  Ursprung  der  Turnier  in
deutschen  Landen  )  durchaus  Heroltisches  Gepräge  tragen.  Diese

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