18  Einleitung.

Abschnitte  sind  aber  mit  den  folgenden  Einzelbeschreibungen  durchaus
organisch  verbunden,  so  dass  sich  die  letztern  aus  Herolts  Werk  unmöglich
  wegdenken  lassen.

Hinzuzufügen  ist  noch,  dass  Herolt  die  Wajmen  teils  in  ihrer
furbigen  Gestalt  kannte  und  beschrieb,  teils  aber  uuch  als  Wachswappen,
  wie  er  sie  in  Urkunden  geschen  (z.  B.  Reinsberg,  Neunbronn,
  Bielriet).  Er  hat  auch  sicherlich  in  seinem  Original  die
Wappenbilder  selber  eingezeichnet  bezw.  eingemalt;  darauf  weisen
‚Lusdrücke  wie:  „Was  der  von  Dullau  Wappen  gewesen,  zeigt  dies
yegenwärtig  Wappen  an“,  und  bei  Limpurg:  „Ein  gelber  Erbschenkenkopf,
  wie  vor  Augen  abgemalt  ist“,  Kinzelne  Handschriften  geben
auch  wirklich  noch  (aber  spärlich)  solche  Wappen  in  rohen  Federzeichnungen
  oder  einen  für  diesen  Zweck  leergelassenen  Raum.

Für  eine  andere  Reihe  von  Stoffen,  namentlich  die  Sagen  und
‚Anekdoten  aus  der  ältern  Geschichte  Halls,  ist  die  mündliche  Überlieferung
  als  Quelle  in  Anspruch  zu  nehmen,  bei  welcher  sich  Herolt
nuch  seinen  öftern  Versicherungen  fleissig  erkundigt  hat.  Vorrede:
„Dunn  ich  hierinnen  den  lebendigen  Gezeugnissen  hab  Glauben  müssen
gehen  und  etwa  viel  dem  alten  gemeinen  Geschrei,  weil  mir  der  Bücher
und  Chroniken,  die  hier  alle  zumal  stillschweigen,  gemangelt  hat,“
und  in  der  Vorrede  zum  Gültbüchlein:  „Von  den  Schlössern  .  .  .
hab  ich  viel  von  den  alten  Bürgern  zu  Hall  und  alten  Bauern
Bericht  empfangen.“  —  Auch  einzelne  Urkunden,  die  ihm  durch  die
Hand  gingen,  hat  er  benützt,  kaum  dagegen,  wie  es  scheint,  die
archivalischen  Schütze  der  Reichsstadt,  die  damals  für  jene  alten
Zeiten  noch  wertvolle  Aufschlüsse  hätten  geben  künnen.

IV.  Herolts  schriftstellerischer  Charakter  und  der  historische
Wert  seiner  Schriften.

Wie  für  Jlerolts  persönlichen  Charakter,  so  ist  auch  für  seine
(Geschichtsdarstellung  bezeichnend  die  Wärme  und  Entschiedenheit,  mit
welcher  er  der  neuen  Lehre  zugethan  war.  Ir  unterscheidet  sich
hiedurch  sehr  wesentlich  von  seinem  ganz  anders  gerichteten  Kollegen
und  Zeitgenossen  Widman.   Beleystellen  hiefür  sind  schon  in  der
Biographie  beigebracht.  Hier  möge  noch  hingewiesen  sein  auf  die
charakteristische  Anekdote  jenes  Ulrich  von  Münkheim,  der  im  Sterben
lieyt  und  wie  der  Pfarrherr  sich  säumt  zu  kommen,  ausruft:  Ach
Herr  Gott,  will  der  Pfaff  nit  kommen,  so  komme  du!  „Starb  also
ohn  Sakrament  uf  die  Barmherzigkeit  Gottes  und  das  Leiden