Einleitung.  25

Nachträge  von  verschiedenen  andern  Händen  auf  16   ungezählten
Seiten  bis  1691  und  ein  unvollständiyes  Register  auf  2  Seiten.  Die
Handschrift  der  ersten  Hand  ist  leserlich  aber  unschön,  auf  geringem
Papier,  die  Überschriften  treten  wenig  hervor.  In  dem  Hauptteile
(erster  Hand)  finden  sich  verschiedene  grössere  Einschaltungen,  nämlich
  König  Maximilians  Privilegium  über  die  Heeyg  und  Schläg  1503,
8.  146—149,  ferner  eine  Beschreibung  der  Heeg  und  Schläg,  von
1553,  S.  150—160.  Beide  Stücke  sind  auch  in  H!  als  Nachträye
von  Enslin  (s.  unten  bei  H')  eingefügt,  doch  ist  das  zweite  in  T.
am  Schlusse  vollständiger,  ausserdem  kleinere  Zusätze  zu  den  Jahren
1550,  1554  und  157087.

Verglichen  mit  St!  zeiyt  diese  Abschrift  riele  Auslassungen,
die  zum  grössern  Teile  sichtlich  dem  Bestreben  abzukürzen  und  zu
vereinfachen  entsprungen  sind.  Manche  scheinen  in  mungelndem  Verstündnis
  des  Abschreibers  ihren  Grund  zu  haben.  Weiter  ist  durch
die  ganze  Handschrift  hindurch  unverkennbar  die  Absicht,  den  etwas
rauhen  Stil  Herolts  durch  geschmeidigere  Konstruktionen,  namentlich
Vervollständigung  elliptisch  gebauter  Sätze  zu  glätten  und  ungebräuchliche
  altertümliche  Wendungen  und  Ausdrücke  durch  modernere
zu  ersetzen.  Die  lateinischen  Bestandteile  hat  der  des  Jateins  völlig
unkundige  Schreiber  vielfach  auf  das  Gröblichste  entstellt;  in  den
Eigennamen,  sowohl  von  Personen  als  Orten,  ist  er  durchgehends
sehr  unzuverlässig,  zeigt  auch  starke  Unkenntnis  der  Hallischen  Lokalund
  Personalverhältnisse.  Die  spezifisch  fränkischen  Formen  ersetzt
er  durch  neuhochdeutsche.

Trotz  allen  diesen  Mängeln  giebt  er  an  zielen  Stellen  die  besseren
Lesarten,  auch  manche  wertvolle  Ergänzungen  zu  Flüchtigkeitslücken,
die  in  St!  stehen  geblieben  sind.

Für  Abgrenzung  der  Zeit  der  Handschrift  ist  oben  als  frühestes
Datum  1587  gewonnen,  in  Wirklichkeit  wird  der  Coder  wohl  erheblich
  später,  nämlich  in  die  ersten  Jahrzehnte  des  17.  Jahrhunderts
zu  setzen  sein.

4.  W.  Handschrift  der  K.  K.  Hofbibliothek  in  Wien,  Ms.
Nr.  8817  (8.  Chmel,  Handschr.  der  K.  K.  Hofbibliothek  Il.  295,  ferner
Mone,  Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit,  1839,  4  f.,  137  -,
wo  der  Codex  noch  die  ältere  Siynatur  hist.  prof.  Nr.  482  hat).
Folio,  128  Blätter.  Inthält  die  Heroltische  Chronik  mit  Fortsetzungen
  bis  1027  in  167  Kapnteln;  geschrieben  laut  krklärung  am
Anfang  von  dem  Schulmeister  zu  Jaxen  (Jagstheim?)  Muthes  Jüngling
  1622,  also  mit  Nachträyen  von  anderer  Land.