26  Einleitung.

Der  Coder,  den  der  Herausgeber  nicht  im  Original,  sondern
nur  in  den  von  Chmel  und  Mone  gegebenen  Abdrücken  des  Eingangs
und  des  Buuernkrieys  verglichen  hat,  stimmt  in  allem  Wesentlichen,
besonders  in  den  vielen  Auslassungen  und  in  den  stilistischen  Eigentümlichkeiten
  mit  T.  überein.  Die  Frage,  ob  die  Tübinger  Handschrift
  geradezu  die  Vorluye  der  Wiener  gebildet  habe,  oder  ob  eine
gemeinschaftliche  Grundlage  für  beide  anzunehmen  sei,  lüsst  sich  nicht
sicher  entscheiden.  Das  erstere  scheint  nahegeleyt  durch  die  interessanfen
  Lesarten  in  dem  Abschnitt  über  Karlstatt,  wo  T.  „Beren  gantz“
hat  statt  des  nicht  verstandenen  Berenyary,  W.  dagegen  „gern  yanz“,
die  andere  Alternative  hat  aber  in  der  konsequent  verschiedenen
Schreibung  gewisser  Eigennamen,  2.  B.  T.  Hödly,  W.  Holti  auch
etiwus  für  sich.

U)  Schweickerischer  Typus.

5.  St?  Handschrift  der  K.  öffentl.  Bibliothek  in  Stuttgart,
hist.  fol.  673.  Folio,  95  neu  foliierte  Blätter,  Papierdecke;  auf  dem
Titelblatt  das  Distichon  ad  lectorem  nasutum:  cui  minus  ista  placent
  etc;  war  einst  im  Besitz  des  Huller  Rektors  Fr.  Dav.  Gräter,
dann.  des  Statistischen  Lundesamtes.  —  Die  Heroltische  Chronik  reicht
bis  Bl.  82;  von  83a  bis  95  folgen  etliche  Geschichten  „von  mir
David  Schweickern  gemerkt  und  uffgezeichnet“  bis  zur  englischen
Pulververschwörung  1605.  In  der  Heroltischen  Chronik,  die  auch
von  Schweickers  Iland  abgeschrieben  ist,  sind  von  ihm  nur  wenige
Zusätze  gemacht.  Die  Handschrift  ist  nicht  schön,  eher  etwas  plump,
aber  leserlich.  Handschrift  und  Orthographie  weisen  an  den  Anfany
des  17.  Jahrhunderts.

6.  H°?.  Handschrift  im  Besitz  des  Herrn  Conditor  Schauffele
in  Hull;  Folio,  neuer  Lederband,  in  welchem  ausser  der  die  ersten
116  Blätter  füllenden  alten  Chronik  noch  viele  andere  weisse  Blätter
eingebunden  sind  behufs  weiterer  Einträge.  Herolts  Chronik  bis  101b,
von  da  die  Schweickersiche  Fortführung;  hierauf  einige  hauptsächlich
  auf  Wallfahrten  bezügliche  Abschnitte  der  Wiamanschen  Chronik,
endlich  einige  Prophezeiungen  von  1727  und  1741—1747.  Die  ganze
Handschrift  ist  also,  da  bis  hieher  nur  eine  Hand  thätiy  war,
‚frühestens  von  1747.

7.  H°.  Handschrift  der  Bibliothek  des  Histor.  Vereins  für
württemb.  Franken,  F.78.  Folio,  auf  dem  Titelblatt  dasselbe  Distichon
wie  bei  St?.  116  yezählte  Blätter,  dazu  9  ungezählte,  auf  welchen