Einleitung.  97

dıs  Register  unyebracht  ist.  Bestandteile  völliy  dieselben  wie  bei
H?’;  bloss  eine  einzige  Hand;  die  Handschrift  ist  flüssiger,  die
Orthographie  moderner,  in  das  Ende  des  18.,  vielleicht  schon  in  den
Anfang  des  19.  Jahrhunderts  gehörig.

D)  Kombinationen  aus  Widmun  und  Herolt.

8.  H'.  Handschrift  der  Bibliothek  des  Histor.  Vereins  für
württemb.  Franken.  F.  67.  Folio,  in  neuem  Pergamentband,  315
gezählte  Blätter,  dazu  «die  das  Register  umfassenden.  Die  Abschrift
ist  von  einem  Kunstschreiber  sorgfältig  ausgeführt,  mit  verschiedenfarbigen
  Tinten,  pünktlichen  Randleisten,  stattlichen  farbigen  Überschriften
  und  vielen  gemalten  Bildern‘,  nämlich  Wappen  der  Adelsgeschlechter,
  der  Comburger  AÄbte,  der  Würzburger  Bischöfe  und
hübsch  komponierten  Landschafts-  und  Städtebildern.  —  Die  Handschrift
  hat  verschiedene  Besitzer  gehabt,  deren  Reihe  aber  nicht  vollständig
  herzustellen  ist.  Der  wichtigste  unter  ihnen  ist  Wolfgang
Enslin,  Prokurator  und  Bürger  zu  Hal.  Enslin  hatte  als  Ratsprokurator,
  welche  Stellung  er  1637  bis  zu  seinem  Tode  1667
bekleidete,  alle  reichsstädtischen  Akten  und  Archivalien  zu  seiner  Ver-'
fügung  und  hat  von  denselben  zur  Ergänzung  und  Vervollständigung
  der  Chronik  reichlichen  und  pünktlichen  Gebrauch  gemacht.
Seine  Aufzeichnungen  reichen  von  1644—  1666  und  sind  von  besonderer
Wichtigkeit  durch  urkundliches  Material,  das  er  entweder  im  Wortlaut
  einreiht  oder  verwertet.  Ausserdem  giebt  er  für  die  weltgeschichtlichen
  Ereignisse  reichliche  Zusätze  und  Citate  aus  der  historischen
Litteratur  seiner  Zeit.  So  wichtig  übrigens  diese  Zusätze  für  eine
Herausgabe  der  Widmanschen  Chronik  sind,  so  konnten  sie  für
Herolt  doch  nur  in  seltenen  Fällen  Verwendung  finden.

Was  die  erste  Hand  in  H!  giebt,  ist  der  Hauptsache  nach  eine
lneinanderarbeitung  von  Widman  und  Herolt,  aber  so,  dass  ersterer
die  Grundlage  bildet.  Von  den  acht  Teilen  der  Widmanschen  Chronik
sind  jedoch  nur  zwei  aufgenommen,  der  von  Hall  und  der  von  den
Klöstern,  Bistümern,  Wiallfahrten  handelnde,  von  den  übrigen  sind
bloss  kleinere  Stücke  in  die  durchgehende  Geschichtschronik  verwoben.
Dayegen  ist  Herolt  fast  vollständig  dem  Werke  einverleidt,  so  zwar,
dass  er  an  der  Spitze  des  Abschnitts  vom  Bauernkrieg  ausdrücklich
als  Verfasser  genannt,  in  den  vielen  andern  aber  —  teils  nach  sachlichen
  teils  nach  zeitlichen  Rücksichten  eingereihten  —  Partieen  verschwiegen
  wird.  Sonst  sind  noch  viele  Stücke  aus  der  Rothenburger