34  Einleitung.

die  ron  ihm  notierten  Lesarten  zu  St?  und  St?’  in  zurorkommender
Weise  zur  Verfügung  gestellt.  Diese  Collation  ist  nun  offenbar  von
einem  andern  Gesichtspunkt,  nämlich  dem  einer  ziemlich  vollständigen
Aufnahme  aller  Varianten,  aufyenommen,  was  bei  der  geringen  Anzahl
von  Handschriften,  die  damals  zur  Vergleichung  vorlagen,  begreiflich
war.  Nun  aber  nehmen  sich  die  betreffenden  Varianten  mit  ihren
oft  nunutiösen  Differenzen  neben  dem  andern  tertkritischen  Stoff  teilweise
  etwas  sonderbur  aus,  um  so  mehr,  als  der  Bauernkrieg  mit  solch
kritischem  Material  stark  beladen  —  mancher  wird  sagen  überladen
—  ist.  Ein  Modus,  die  Sache  in  der  Richtung  völliger  Einheitlichkeit
  zu  ändern,  liess  sich  nicht  finden.  So  möye  denn  diese  Unrollkonmmenheit
  des  Werkes  neben  manchen  andern  mit  Nachsicht  hingenommen
  werden.

VI.  Bisherige  Drucke.

1.  Schönhuths  Ausgabe.  Chronika  Zeit  und  Jarbuch  von
der  Statt  Hall  von  M.  Johann  Herolt,  von  Ottmar  F.  H.  Schönhuth,
Hall  1855  8°  IV  und  135.  Indem  dieser  lerausgeber  nach  Vorrede
  IV  „nicht  eine  kritische,  sondern  eine  urkundlich  genaue  Ausgabe“
  liefern  wollte,  stellte  er  ‚sich  von  vornherein  eine  fulsche  Aufyabe,
  durchbrach  übrigens  gleichwohl,  wie  es  die  Natur  der  Sache
mit  sich  bruchte,  die  selbstyezogenen  Schranken  oft  genug  und  setzte
aus  andern  Handschriften  oder  durch  Konjektur  bessere  Lesarten
ein.  Er  hat  daher  von  Bossert  WVjh.  1881,  294  nicht  ganz  mit
Unrecht  eine  scharfe  Beurteilung  über  sich  müssen  ergehen  lassen.
Ubriyens  ist  fruglich,  ob  er  mit  seinen  Mitteln  eine  kritische  Ausgabe
zu  liefern  vermocht  hätte.  Jedenfalls  hat  er  mit  glücklichem  Griffe
gleich  die  älteste  Handschrift  zu  Grunde  gelegt  und  durch  seine  wenn
auch  unrollkommene  Arbeit  Herolts  Werk  allgemein  zugänglich  gemacht.

2.  Einzelne  Stücke  Herolts  sind  abgedruckt  in  folgenden
Werken:

a)  Georgi,  Uffenheimische  Nebenstunden  (1740—49)  giebt
S.149—  173  den  Bauernkriey,  extrahiert  aus  einem  Schwäbisch-Hallischen
  Manuseripto,  dessen  Seiten  268—320  umfassend.
Diese  Handschrift  hat  bisher  nicht  aufgefunden  werden  können.

b)  Chmel,  Die  Handschriften  der  K.  K.  Hofbibliothek  in  Wien,
Wien  1830,  zu  Ms.  Nr.  8817  ein  Stück  vom  kingangy  der  Chronik.

e)  Mone,  Anzeiger  für  Kunde  der  teutschen  Vorzeit  1839,  8.  4
bis  17,  187  —  156.  Bauernkrieg  nach  der  Wiener  Handschrift,
mit  vereinfachter  Orthographie,