40  Johann  Herolt

wildt  disze  gottsgab  des  saltzbrunens  geoflfenbaret.  Welches  saltzprunens
  ain  graff  von  Westen  '),  (der  war)”  am  Kochen®,  immerhalb
einer  meil  wegs  ire  herrschafft  gehapt,  erstlich  die  herrn  vom  Kochen,
volgendts  gegrefft,  die  graflen  vonn  Westen?)  genant,  ire  haushaltung
  in  ainem  schlosz,  [da]”  disezer  zeit  die  pfarkirch  zu  Westen
gestanden  ®,  sich  underfangen°),  etlich  heusser  oder  hütten  in  die
wildtnus®  zu  dem  saltzprunnen  gebawen,  verordnet,  saltz  zu  sieden,
wiewol  schlechter  weisz  angefangen.  Zu  welchem  saltzwerckh  vonn
tag  zu  tag  sich  ie  mer  leutt  und  volckhs  gethon,  bisz  also  zu  einer
anschawenlicher  reichstatt  erwachsen.

Von  dem  namen  Hall  und  Suln.

Die  Franckhen  genhalb®  Reins,  der  dazumal  mererthails  Galli
geweszen®  —  wie  du  in  dem  compendio  von  der  Franckhen  ursprung‘)
  funden  wurst  —  haben  sollichs  saltz  zu  irer  hauszhaltung
gepraucht,  dis  saltz  geholt  unnd  auss  furwitz  den  brunen  versucht,
und  als  sy  das  prunnenwasser  gesaltzen  sein  entpfundenn®,  salsum  ®
irer  sprach  nach  gesagt,  ist  sovil  geteuscht:  es  ist  berb  oder  gesaltzen.
  Die  saltzsieder  der  sprach  ungewon,  haben  etlich  die  (ersten)  ®
silben  des  wörtlins  salsum,  nemblich  sall  behalten,  unnd  dieweil  sal
saltz  heist,  welches  zu  Hall  gesotten,  haben  sy  dis  ortt  sal  genent,

a)  aus  H3;  St!:  die  was.  b)  westen  am  kochen  ,  der  sein  herrschafft  innerhalb  einer
halben  (falsch!)  meill  wegs  gehabt,  herr  gewesen,  sind  erstlich  .  ..  T.  c)  das  St,
d)  do  ietzsonnder  der  pfarrkirchen  zu  Westen  stohet  T.  6)  willdung  7.  f)  ienfeith  7".
g)  die  ienhalb  Rheins,  die  ..  .  Galli  oder  Franckhen  gew.  H3.,  h)  gofunden  T.  i)  susum,
  nachher  richtig  salsum  T.  k)  ersten  fehlt  St!,  aus  T.

1)  Westheim  OA.  Hall.

$)  Grafen  von  Westen.  H.  Bauer  hat  ZWhr.  1853,  6f.  überzeugend
nachgewiesen,  dass  für  ein  gräfliches  Geschlecht  zu  Westheim  in  der  Zei
vom  11.—14.  Jahrhundert,  in  welcher  die  Chronisten  Herolt  und  Widman
dasselbe  blühen  lassen,  kein  Raum  ist.  Die  urkundlich  genannten  Herrn  von
Westheim  (13.  vielleicht  auch  12.  Jhrh.)  sind  nur  ritterliche  Dienstmannen.

9)  welches  salteprunens  —  sich  underfangen  =  sich  angenommen,  sich
damit  abgegeben;  die  zwischenliegenden  Sateglieder  sind  als  lockere  Parenthesen
zu  fassen.

*)  Gemeint  ist  Pseudohunibald  (=  Trithemius)  de  origine  gentis  Francorum
  compendium,  speziell  die  Stelle  (Ludewig  scriptores  rer.  Herbipol.  1011)
wo  die  sikambrischen  Franken  als  Unterjocher  und  Bewohner  Galliens  bis  zum
Meer  geschildert  werden.  —  Die  ganze  Stelle  dürfte  aus  Widman,  der  den
Hunibald  ausgiebig  verwertet  hat,  herübergekommen  sein.  Bei  Herolt  ist  eine
öftere  Benützung  dieses  Schriftstellers  nicht  nachweisbar.

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