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Chronica.  41

unnd  mit  der  zeit  ®  fur  das  (s  ein  h)®  gepraucht.  Aber  etlich  haben
salsum  die  saltzsuln  genant,  unnd  der  kurtz  nach  die  erste  sylb
sal  underlassen  und  suln  gesprochen  '),  daher  der  saltzbrun  suln  und
die  statt  Hall  bis  uff  den  heutigen  tag  genent  werden.

Ettlich  wöllen,  das  das  oberst  schlosz  under  den  siben  die
siben  burgen  genant,  da  ietzo  die  statt  Hall  erbaut,  das  furnempst
geschlecht  die  von  Hall  genant,  sey  gestanden  oben  bey  sant  Michels
kirchen  oder  da  itzo  die  recht  pfarrkirch  bey  sant  Michel  genant
stehet,  den  namen  als  von  dem  furnembsten  schloss  behalten.  Dis
geschlecht  hat  gefurt  in  seineın  schilt®  zwo  farb,  rot  unnd  gel,
oben  gel,  unden  rott;  uff  dem  helm  zway  hörner,  auch  also  gethailt?);
welche  farb  rott  unnd  gel  noch  der  zeit  gemaine  statt®  fur  ire  farb
unnd  schilt  ®  furet,  bedeutet?  das  leben  und  den  todt,  wie  dan  Hall
ein  kempffstatt  des  hailigen  römischen  reichs  ist.  Darvon  hernach?).

Nun  gibt®  die  gelegenheit  dises  salzprunens  nit  allein,  das

a)  mittlor  zeit  T.  b)  aus  1;  fur  das  seine  hausz  St!,  c)  ein  stainin  schilt  7"  d)  nach
derzeit  gemeiner  stadt  T".  c)  im  schilt  T.  f)  bodeuttoend  7"  g)  nun  gehot  ...  T.

1)  Diese  ganze  Ausführung  stellt  sich  durch  ihre  sprachliche  und  logische
Naivität  in  die  Reihe  der  phantastischen  Volksetymologieen.  —  Die  Hinweisung
auf  die  Galli  passt  zu  Herolts  Ableitung  aus  dem  Laleinischen  gar  nicht,
wohl  dagegen  zu  derjenigen  Widmans,  der  Salz  und  Suln  auf  ein  von  ıhm  als
gallisch  (keltisch)  ausgegebenes  tusal  zurückführt.  —  Neuere  Deutungen  des
Namens  Hall  s.  Hartmann  ZWFr.  X  (1875)  29.  f.  —  Über  die  früheste  Salzgewinnung
  in  Deutschland  und  die  Rolle,  welche  die  Kelten  hiebei  spielten,  vrgl.
besonders  Hehn,  Das  Salz,  eine  kulturhistorische  Studie  1673.

®)  Unter  den  drei  der  Reichsstadt  Hall  zugehörigen  Wappen  wird  das
hier  beschriebene  von  der  in  den  Chroniken  vertretenen  Überlieferung  und  den
ihr  folgenden  Darstellungen,  z.  B.  Colland,  Versuch  einer  vollständigen  Erklärung
  derer  Wappen  ...  der  Reichsstadt  Hall  p.  29,  für  das  ülteste  ausgegeben.
  Da  diese  Behauptung  im  engsten  Zusammenhang  steht  mit  dem  Geschlecht
  derer  von  Hall,  denen  dieses  Wappen  gehört  haben  soll,  die  Existenz
dieses  Geschlechts  aber  ebenso  wie  ihre  Burg  nicht  nachweisbar  ist,  so  muss
ehr  Wert  dahingestellt  bleiben.  Für  ein  hohes  Alter  dieses  Wappens  spricht
immerhin  seine  grosse  kinfachheit.  Am  frühesten  nachweisbar  ist  (OAHall
135)  das  Wappen  mit  Kreuz  und  Handschuh,  das  1228  erscheint,  wovon
nachher.  .

»)  Symbolische  Deutung.  —  Eine  andere  als  die  von  Herolt  vorgetragene
Deutung,  spezifisch  christlicher  Art,  war  den  Schildfarben  gegeben  in  einer
Aufschrift,  welche  noch  1774  über  dem  sogenannten  Unterwöhrdthor,  am  steinernen
Steg  stand  (s.  Colland  }.  c.  p.  30):  „Die  Stadtfarb  ist  gelb  und  rot  —  bedeut’
das  Leben  und  den  Tod  —  dass  unser  Heiland  Jesus  Christ  —  der  Richter
über  Tod  und  Leben  ist.  —  Der  wird  auch  richten  gross  und  klein;  —  ihm
sei  Lob,  Ehr  und  Preis  allein.  —