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Chronica.  51

werden.  Die  andern  disz  volckhs  sein  iuniores  oder  minores  genant,
  die  underthanen,  unnd  wiewol  auch  ander  under  der  gemein
zu  consiliariis  oder  senatoribus  verordnet,  sein  auch  gemeinem  nutz
woll  vorgestanden.  Also  zu  Hall  haben  erstlich  die  von  adel  unnd
geschlechter,  alsz  die  stadt  under  das  Römisch  reich  khommen,  einen
besonnderr  rhat  vom  adel®”,  die  allein  gemeiner  statt  unnd  nutz®
in  wichtigen  sachen  vorgestanden,  in  welchem  nit  allein  die  vom
ade),  so  in  der  statt  seszhafft,  sondern  auch  so  uf  dem  land  in  denn
schlöszern  darzu  taugentlich,  zum  rhat  gangen  (und  verordnet  worden
seyn,  also  dasz  man  sagt,  es  seyn  9  ritter  zu  Hall  in  den  obern
rath  gangen)®,  derohalben  man  noch  zur  zeitt,  wan  man  eingeleutten
rhat®  helt,  neunmal  kleugt  oder  neun  zeichen  leuttet.  Unnd  was
der  ober  rhat  vom  adel  gehandelt  unnd  beschloszen,  alszdann  zu
bestettigen®,  haben  sie  in  irem  secret  ein  hand  geführt.  Sie  haben
auch  einen  undern  uder  euszern  rhat  gehabt  wie  ein  gericht  oder
gemaindt?,  die  in  geringen  sachen  auszerhalb  des  rhats  alsz  umb
schuld  oder  andern  burgerlichen  sachen  unnd  spennen  verwaltung
gehabt,  wie  ietzt  zu  unnszer  zeitt  die  fünffer  oder  ainigergericht  ®')
gewält  haben,  in  geringen  sachen  auszerhalb  des  rhats  zu  handlen.
Disze  haben  in  irem  secret  oder  sigell  geführt  ein  creutz,  alsz  die
under  (wären)"?)  damit  ein  secret  underschiedlich  anzaigt”,  was

a)  adel  uud  geschlechtern  43.  b)  dem  gemoinen  nuts  und  der  stadt  43,  c)  aus  H3
Mi;  fehlt  in  T.  d)  einen  gebottenen  rath  JI*.  e)  zu  bestättigung  HI  H%.  f)  wie
auch  ein  gericht  der  gemeind  HB,  wie  ein  g.  d.g.  H*.  g)  wie  ietzt  die  einiger  oder
spitbalgericht  H9®.  bh)  aus  H3,;  fehlt  in  T.  i)  im  secret  unterschiedlich  angezeigt  /[3
und  also  die  von  dem  innern  waren,  damit  unterschiedentlich  im  secret  angezeiget  H*.

1)  Über  das  Einigungs-  und  das  davon  verschiedene  Spital-  oder  Juppengericht
  s.  OAHall  163.  Nach  einer  in  Sebastian  Thumas  Haller  Chronik  —
städt.  Bibliothek  Hall  —  enthaltenen  Beschreibung  der  Hallischen  Gerichtsordnung
  von  1574  Bl.  XVII  hatte  das  kinigungsgericht  zu  erkennen  in  Schuldsachen,
  Verbal-  und  Realinjurien,  Raufhändeln,  Bausachen  u.  dergl.;  es  war
dem  Rat  untergeordnet.

3)  Über  dieses  Stadtwappen,  das  jetzt  aus  goldenem  Kreuz  (oben)  und
sübernem  Handschuh  besteht,  vgl.  Colland,  Erklärung  der  Wappen  der  Reichsstadt
  Halle  in  Schw.  1774,  nebst  Zusätzen  1774,  und  OAHall  S.  135.  —  Die
ältest  erhaltene  Form  des  Wappens  findet  sich  in  dem  der  Urkunde  von  1228,
WUB.  III,  S.  219,  angehängten  Dreiechssiegel.  Dasselbe  zeigt  drei  Ringe,
zwes  oben,  einen  unten,  in  dem  obern  rechts  ein  Kreuz,  in  den  beiden  andern
einen  Handschuh.  Ein  späteres  Dreieckssiegel  (Colland  Zusätze  S.7)  hat  bloss
noch  zwei  Ringe,  oben  Kreus,  unten  Handschuh.  —  Die  von  Herolt  angedeutete
  Auslegung  ist  von  andern  breit  ausgeführt  und  mannigfach  variiert,
meist  so,  dass  die  „Hand“  —  als  solche  wurde  gemeinhin  der  Handschuh  aufgefasst
  —  die  Obergewalt,  das  Kreuz  die  Unterordnung  rersinnbildlichen  sollte.