52  Johann  Heroit

ein  ieder  rhat  gesigelt  hat.  Unnd  solches  regiment  hat  ettlich  hundert
jahr  gewehrt.

Was  für  edelleuth  zu  Hall  gesessen.

Dieweill  ich  ietzt  angezaigt,  wie  das  erst  regiment  zu  Hall
also  geordnet  geweszen,  das  die  erbarn*  des  adels  den  obern  rhat
allein  besessen  unnd  die  gemeinen  burger  denn  unndern  rhat,  hab
ich  ietzt  fürgenommen,  so  vil  mir  bewuszt  unnd  bey  andern  so  disz')
wissen  tragen,  (hab  erfahren)’,  was  für  edel”,  erbar  unnd  alt  geschlechter
  zu  Hall  gesessen  unnd  iedes  geschlechts,  so  abgestorben,
hie  anzaigen?).  Es  seind  aber  auch  etlich  geschlecht  zu  Hall  gesessen,
  die  abgestorben,  wie  hernach  in  der  ersten  zwitracht  ernent,
welcher  schilt  unnd  wappen  mir  unwiszent.  So  würd  ich  auch  derienigen,
  so  noch  im  leben,  wappen  nit  anzaigen,  dan  sie  von  irem
adel  und  herkhomen  mehr  dan  ich  zu  sagen  wiszen.

Streckfusz  vonn  Streckenburg?°),  führen  in  irem  schilt

a)  erbon  ZI}.  b)  aus  H?;  fehlt  in  T.  c)  edelleuth  77%,

Vom  Meistersänger  Weinbrenner  1494  (s.  unten  „von  der  Muntz“)  stammt  die
religiöse  Deutung:  die  Hand  auf  Gott  Vater,  das  Kreuz  auf  Christus.  Auch
der  Kanzler  Ludewig  ergeht  sich  noch  (Colland  1.  I)  in  unklar  moralischer
Interpretation.  Am  nächsten  kommt  wohl  Colland  dem  wahren  Sachverhalt,
der  u.  a.  durch  die  Schrödersche  Abhandlung  in  der  Festschrift  des  Ver.  für
Gesch.  Berlins  1590  „Die  Rolande  Deutschlands“  die  rechte  Beleuchtung  erfahren
  haben  dürfte.  Darnach  sind  Kreuz  und  Handschuh  das  Sinnbild  des
städtischen  Marktrechts,  und  der  im  ältesten  Siegel  auftreiende  zweite  Handschuh
  mag  das  andere,  in  noch  frühere  Zeiten  der  Stadtgeschichte  zurückreichende
  Recht,  die  Münzfreiheit,  bezeichnen.  S.  auch  Jäger,  Ulm  I.  364  und
die  dort  anyezogenen  Stellen  des  Schwaben-  und  des  Sachsenspiegels.

ı)  Als  Gen.  —  °)  =  anzuzeigen.

°®)  Bauer  hat  WFr.  VIII,  561  f.  die  in  der  Zeüschrift  und  sonst  zerstreuten
  Regesten  über  die  Streckfusse  gesammelt  ;  die  Glieder  dieses  Geschlechts
erscheinen  von  1233—1446,  zuerst  in  Verbindung  mit  den  Grafen  Iobenhausen
v.  Rieneck-Grünsfeld,  dann  mit  den  Herren  v.  Hohenlohe,  beidemal  als  Dienstmannen,
  später  als  Teilhaber  am  untern  Schloss  Vellberg  (1319  und  1414),  fast
stets  in  der  Nähe  von  Lobenhausen  (OA.  Gerabronn,  bei  Kirchberg  a.  J.),  wie
denn  einer  von  ihnen,  Sytz,  der  1384  als  Bürge  auftrüt,  geradezu  Sytz  Streckfuss
  von  Lobenhausen  heisst.  Da  sich  nun  von  1311  an  kein  rüterliches  Geschlecht
  nach  der  Burg  Lobenhausen  nannte,  obwohl  jedenfalls  immer  rüterliche
Burgmannen  da  sassen,  so  hat  Bauer  sehr  wahrscheinlich  gemacht,  dass  e8
eben  die  Familie  der  Streckfusse  war,  welche  zu  Lobenhausen  ihren  Wohnsitz
hatte.  —  Ein  Zweig  der  Iramilie  war  dann  in  Vellberg  angesiedelt,  denn  nach
Widmans  Chronik  (F.  67  Bl.  60b)  war  Streckburg  der  Name  der  hintern  Burg

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