54  Johann  Herolt

einem  rotten  feld,  unnd  einen  rotten  überstülpten  uffgespützten  heydenhut,
  oben  mit  einem  schwartzen  federbusch,  sonst  zu  beden  seitten
von  fischen  unnd  farben  wie  im  schilt‘).

Stetten  hat  schilt  unnd  helm  eben  wie  Geyer,  unnd  wie  etlich
wollen,  ein  geschlecht  von  einer  andern  linien?).

Neuenstein?)  hat  ein  rotten  steinbückel  in  einem  weiszen
feldt  mit  zwey  weiszen  flügel  uff  dem  helm,  sind  ausz  Hall  in  der

1)  Das  Wappen  ist  noch  erhalten  in  dem  grossen  Grabstein  des  1419
gestorbenen  Ulrich  von  Geilenkirchen,  der  in  die  Aussenwand  des  ehemaligen
Barfüsserklosters,  südlich  vom  Rathaus  eingemauert  ist.

2)  Die  Veldner,  Geyer,  Stetten  (con  Hall)  und  Gailenkirchen  sind  nach
Bauers  Forschungen  über  den  Ursprung  der  Freiherrn  von  Stetten  auf  Kocherstetten
  WF'r.  4,  167  f.  und  7,  588.ff.  eine  und  dieselbe  Fumilie,  die  ihren  Stammsitz
  wahrscheinlich  in  Gailenkirchen  hatte.  Mit  dem  Jetzt  noch  blühenden  Geschlecht
  der  Stelten  von  Kocherstetten  haben  sie  nichts  zu  thun.  Die  Thatsache,
dass  eine  Linie  der  Veldner  den  Namen  Stetten  führte,  erklärt  sich  wohl  aus
der  Heirat  Heinrich  Veldners  1361  mit  klisabeih  von  Stetten,  deren  Geschlecht
am  ehesten  auf  die  Herren  von  Stetten  zu  Oberstetten  OA.  Gerabronn  zurückzuführen
  ist.  —  Stammvater  der  Veldner  ist  Conrad,  yen.  Veldner  1296—1311;
den  Stammbaum  von  ihm  bis  zur  Abzweigung  der  Stetten  bis  ca.  1350  hat  Bauer
WıIr.  7,  590  und  den  der  Stetten  bis  1449  WFT.  4,  172  entworfen.  Der  Beiname
  Veldner  dürfte  ähnlich  wie  Stetten  von  einer  Stammmutter  abzuleiten  sein.
(Nach  Bossert,  briefl.  Mittell.,  sind  die  Veldner  ein  eigenes  fränkisches  Geschlecht,
  wahrscheinlich  von  Velden  bei  Hersbruck  stammend;  darnach  wäre
umgekehrt  ihr  Name  durch  Heirat  in  die  lamilie  der  Stetten  gekommen.)  —
Regesten  über  das  Geschlecht  finden  sich  WFr.  4—9,  von  1300—1481.  Darnach
hatte  es  Besitzungen  ausser  Hall  in  Veinau,  Eltershofen,  Reinsberg,  Gschlachtenbrezingen,
  Tullau,  Bibersfeld,  Haibach,  Eckartshausen,  Schmerach,  Fiischach,
Starkelsbach,  Grosegartach,  Thalheim,  Döttingen,  sowie  in  Dusslingen  und
Nehren  bei  Tübingen.

Von  1383  an  hat  eine  Linie  der  Veldner  den  Beinamen  Gyr  (Gyer,
Geier),  der  mit  einer  in  Halls  Nähe  befindlichen  noch  in  Ruinen  erhaltenen
Burg,  der  Geyersburg,  im  Zusammenhang  steht.  Bauer  leitet  den  Namen  der
Burg  von  einem  benachbarten  Geiersbühl.  Über  die  Geiersburg  s.  Rechtsanwalt
Ade  Haller  Tagbl.  v.  31.  Jan.  1892.  —

Über  den  Veldnerturm  und  die  Veldnerinkapelle  s.  oben.

8)  Neuenstein  OA.  Öhringen.  Die  Regesten  in  Wir.  1-9  passim
reichen  von  12433—1449.  Die  Neuenstein  treten  hier  auf  mit  Gütern  in  und
um  Öhringen,  in  Neufels,  Künzelsau,  Niedernhall,  Bielriet,  Flein,  Wimpfen,
Frauenzimmern,  Michelbach,  Michelfeld,  Ulhardsberg,  Füssbach,  Bartenau
u.  8.  w.  —  Finer  des  Geschlechts,  Conrad,  war  1335  f.  Johanniterordenskommenthur
  zu  Hall,  ein  anderer,  Br.  Albrecht  von  Neuenstein,  war  1313  Gardian
der  Minderbrüder  von  Ulm.  Einen  Stammbaum  der  Herren  von  Neuenstein,
soweü  er  für  die  Burg  Neufels  von  Wichtigkeit  ist,  hat  Bauer  entworfen
Wr.  5,  144.

or