56  Jobann  Herolt

veldung,  im  schildt  gehalbiert  ein  springenden  schwartzen  unnd  weiszen
—  (doch  denn  feldungen  widersins)*  gehalbiert  —  ainhorn,  also  auch
uff  dem  helm.  Der  Tbeurershoff  (ob  Hall)®  ist  ir  geweszt.  Der
letzt  disz  geschlechts  hat  sein  gut  verschlaudert,  das  er  zuletzt  ein
herrenpfriend  im  spithall  zu  Hall  gekaufft,  unnd  ist  darinen  gestorben.

Philipsen,  Eberhart  unnd  Conraden'!)  haben  ein  gleich
wappen,  darumb,  wie  ettlich  meinen,  das  sie  inn  einer  Iynea  ir  kinder
mit  irem  tauffnamen  stett  Philipsen,  die  ander  stett  Eberhart  oder
Conradt  genant  haben;  ietzt  zu  Hall  das  geschlecht  von  Rossdorf?),
welche  führen  im  schilt  über  eck  ein  rott  unnd  weisz  schach,  unnd
über  dem  helm  zwen  weisz  flügel  mit  rott  unnd  weisz  schach  wie
im  schilt;  werden  die  Volckhen  genant,  darumb,  das  sie  erstlich
gemeiniglich  Volckhen  mit  dem  tauffnamen  genent  sein.  Disz  geschlecht
  ist  sehr  reich  gewest.  Es  ist  einer  zu  Hall  under  dem
rhathausz  in  einem  stainin  hoff  mit  namen  Burkhart  Eberhart  gesessen;
  der  hat,  alsz  ein  tagleystung  zu  Hall  geweszen,  von  denienigen
so  zum  theil  denen  von  Hall  nit  gantz  günstig,  ein  grosz  reuter°)
voll  gülden  inn  seinem  hoff  auff  den  laden  gesetzt,  gleich  alsz  wolt
er  sie  sünen?);  damit  den  frembden  den  pott  geboten’),  anzuzeigen,
sie  haben  dennoch  mehr  gelts  als  die  uff  dem  land.

a)  aus  H?;  doch  wider  sie,  denn  feldungen  nach  T.  b)  nack  H3;  T  obhalb,

)  Regesten  über  die  Philips  WFr.  5—9,  reichen  von  1309—1365;
Besitzungen  ausserhalb  Halls  sind  aus  diesen  Regesten  nicht  erkennbar.  Nach
O4AHall  190  und  R.  König  von  Warthausen  WFr.  8,  303  sind  die  Philipsen,
Eberharde  und  Conrade,  welche  eine  einzige  Famtlie  bilden,  auf  Grund  des
Wappens  als  identisch  anzusehen  mit  den  früheren  Herrn  von  Eitershofen.  —
Die  Regesten  über  die  Eberharte  (WFr.  und  KHR.)  sind  ziemlich  zahlreich
  und  erstrecken  sich  von  1341—15:6.  Das  Geschlecht  tritt  hier  auf  mit
Besitzungen  in  Grunden  (nach  Bauer  bei  Weinsberg),  Hessenthal,  Fltershofen,
Ienslingen.  1480  haben  sie  ein  Haus  in  der  Keckengasse.  Beste  eines  andern
Hauses,  des  Burkard  Eherhardhofs  (Schauplatz  der  im  Text  gleich  folgenden
Anekdote),  gegenüber  dem  Schlachthaus  8.  WFr.  6,  224  und  Hausser,  Schw.-Hall
  89.

*)  Ein  Ort,  an  welches  sich  das  Geschlecht  füglich  anknüpfen  liesse,  ıst
bisher  nicht  aufgefunden.  Die  Herren  von  Rossdorf  ireten  in  den  städtischen
Regesten  (Gem.  Archiv  und  Wr.  8,  9)  von  1449  an  auf  mit  Betz  von  Russdorf
  genannt  Volknecht;  auch  alle  folgenden  bis  1545  heissen  Bete  von  Rossdorf,
  genannt  Volk,  oder  kurz:  Volk  von  Rossdorf.  Sie  haben  neben  einem
Haus  zu  Hall  am  Fischmarkt  Besitztümer  zu  Übrighausen  und  Wittighausen.

®)  Sieb.

*)  sonnen,  an  der  ‚Sonne  trocknen.

3)  eine  Partie  angeboten,  vom  Kartenspiel,  Schm.

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