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Chronica.  57

*)  Im  schilt  haben  sie  gefurt  rot  unnd  weisz  wie  die  (schneckhen  ®)-heuszer
  gequartiert,  in  der  mit  zusamengezogen,  uff  dem  helm  zway
weisse  hörner,  darzwischen  ein  rotter  gespitzter  haidenhuett,  obendaruff
  mit  einem  schwartzen  federbusch.

Der  letzt  dis  geschlechts  hatt  Caspar  Eberhart  geheissen,  ist
sehr  reich  gewesen,  hatt  jerlich  ob  achthundert  guldin  einkommens
gehapt,  hat  aber  ein  sehr  (karg°’)  weib  gehapt,  ein  Senfitin  vom  geschlecht.
  Er  aber  ward  (geydisch)®')  so  er  wein  tranckh,  derhalben
sie  ime  nit  mer  dan  ein  mas  weins  geltswert  gab,  so  er  auff  die
trinckhstuben  zu  dem  wein  wolt  gehn  —  dan  man  gewonlich  nit
mehr  dan  sovil  ein  masz  weins  galt  zu  der  zech  gab”,  —  Wan  man
aber  (tewrer”)  rechnet,  so  must  der  stub  knecht  disem  frumen  alten
reichen  man  das  uberig  gelt  darleyhen,  so  hetten  dann  die  anndern
von  geschlechten  iren  geuffer®?)  mit  ime.  Doch  starb  das  karg  weib
vor  ime  unnd  ward  alles  laids  ergetzt.  Er  hatt  vil  lehen,  denn
zehenden  zu  Eiterszhoffen  und  am  Kochen,  die  denen  vonn  Hohenloe
heimgefallen  sein  nach  seinem  absterben.  Er  starb  anno  Domini  1516.

Gabelstain  im  schilt  und  helm  ein  gleichförmig  wappen  wie
Bartenaw  —  die  ietzo  zu  Kocherstetten  sitzen  und  sich  die  von
Stetten  nennen  —  ohn  das  uff  dem  helm  kein  frauenbildt  sonder
allein  zwo  rotter  bartten  hatt?).

a)  Fon  hier  an  liegt  wieder  St!  zu  Grunde.  b)  aus  T  w.  I3;  St!:  schenckhen.  c)  aus  T  u.
H3;  st!:  krag.  d)  aus  T,;  St!:  grudisch,  413:  es  war  aber  schwendisch.  e)  weil  gemeinlich
  einem  ein  masz  wein  gerechnet  würt,  so  aber  darüber  verzort  worden,  so  hat
man...  (das  übrige  unklar)  T.  f)  ann  H3;  St:  teırer.  g)  ihr  gespiel  MH,

)  prahlerisch,  Schm.  —  ?)  grifer  =  NSpolt.

®)  Die  Regesten  der  Herren  ron  Gabelstein,  von  1290  —  1416,  hat  Bauer
in  seiner  Untersuchung  über  den  Ursprung  der  Freiherren  von  Stellen  auf
Kochersteiten  WIr.4,  197  ff.  zusammengestellt  und  hier  zugleich  nachgswiesen
(was  zu  obiger  Parenthese  Herolts  stimmt),  dass  die  IHerren  von  Gahelstein
eine  der  Linien  bildeten,  welchz  sich  mit  Gernot  I.  von  Stetten  oder  von  Gahelstein
  von  dem  ültesten  nachweisharen  Glied  des  Geschlechts:  Sifridus  dietus
Zürch  von  Stitten  1268-90  ableiteten.  Gencalogisches  Schema  4,  201.  —  Die
Burg  Gabelstein,  deren  Ruinen  noch  vorhanden  sind,  lag  zwischen  Michelbach
  a.  W.  und  Obersteinach,  OA.  Öhringen.  Nach  Bauers  Vermutung  6,  114,
tst  der  Name  Gabelslein  jüngeren  Datums;  die  ursprüngliche  Form,  Herr  von
Gabele  1253,  rühre  ron  der  „alten  Gahel“,  einem  Walddistrikt  hei  Michelbach
a.  W.  —  Besiüzung:n  dieses  Geschlechts  sind  nachweisbar  zu  Spelt,  Bernhardshausen,
  Büttelbronn,  Nteinsfeld.  Petronissa  von  Gabelstein  war  1354  Äbtissin
von  Gnadenthal.  —  Der  letzte  von  Gahelstein,  Zürch  III,  1346—1590  trat  in
das  Haller  Bürgerrecht  und  nahm  seinen  Wohnsitz  in  Hall  WIr.  4,  202.  —
Der  Vorname  Zürch  (Cyriacus)  behauptet  sich  mit  grosser  Zähigkeit  durch  die
verschiedenen  Generationen  dieses  Geschlechts.