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Chronica.  61

gantz  nit  schonen;  sonnder  dieweil  sie  in  ehrlichen  eınptern  eines
erbarn  raths  sitzen  und  darzu  verordnet,  sy  in  sollichen  emptern
aigen  insigel”  haben.  Dan  tugendt  die  pringt  adel,  die  uberwindet
unnd  zamet  alle  ding.  Wer  gut  unnd  recht  edel  sein  will,  hilfft  nit,
das  er  von  edlem  stammen  geporn  ist  und  er  in  aller!’  boszhait
unnd  laster  dem  waren  adel  ungemesz  lebt,  sonnder  er  musz  sein
aigen  thadt  und  tugendt  wirckhen.  Es  werden  offt  von  guten  und
edlen  vättern  böse  unartige  kindt  unnd  von  bösen  wider  gute  kindt
geborn.  Meins  bedunckhens  hat  Hall  ein  sonndere  influentz®')  zum
adel,  dann  ein  jeder  gern  wappen  hett,  unnd  edel  oder  gnad  junckher
were,  so  er  nur  vil  einkommens  in  seinem  register  fünde.  Das  best
wappen  meines  bedunckhens  itzt  zur  zeit,  wie  itzo  sich  der  adel
und  wappensgenossen  gemainglich  haben,  were,  wan  der  kaysser
einem  drey  oder  vier  dörffer  im  schült,  die  vil  gült®  ertrügen,  zum
eigenthumb  gebe  und  vil®  gutter  zehendt  uff  dem  helm.

Wo  aber  oder  wie  der  adel  erstlich  herkomen  sein,  will  ich
itzo  hernach  baldt  anzaigen.

Warumb  die  schlösser  inn  Teutschland  gewonlich  auff  den  bergen
unnd  wildnusz  erbawet  sein.

Die  Teutschen  haben  vor  andern  nation  und  völckhern  die
freyheit  sehr  geliebet  unnd  sich  unnder  das  ioch  der  diennstbarkait
nicht  leichtlich  begeben,  ja  sterben  und  verderben  darangesetzt,  ehe
sie  gezwungene  dienstbarkeyt  uff  sich  haben  wöllen  neınmen.  Daher
erwachsen,  das  die  edeln  der  Teutschen  unnd  sonnderlich  die  Franckhen
die  freyen  Teutschen  und  Franckhen  genent  werden”.  Darumb  zu
meren  mallen  sy  vonn  Römern  und  andern  nation  uberzogen,  Sy
under  das  ioch  zupringen  undcerstanden,  haben  sy  der  teutsch  adel®
ehe  ir  gütter,  gebawten®  felder  verlassen,  inn  die  welde  unnd  einöde
gezogen,  in  den  sumpfien,  uff  den  bergen  und  felssen  inen  heusser
unnd  schlösser  gebawet,  ir  wonung  alda  gehapt,  hunger,  durtz  und
langweillig  zeit  erlitten,  sich  des  waidt?),  vichs,  gewildt®  und  vischen

&amp;)  Amptern  auch  aygen  schildt  7.  db)  doch  in  aller  7".  c)  lust  7,  infl.  H°,  d)  viel

guts  LT.  e)  4  (vier)  H'.  f)  das  dio  odeln  der  Teutschen  die  cdeln  Teutschen  und  Francken
genant  worden  H.  g)  aber  der  teutsche  adel  hat  ehe  ..  .  7‘,  also  haben  dise  teutsche
adelspersohn,  ehe...  Hi.  h)  gütter,  geben  T".  ij)  wuidwerckh»,  gewilds  7,  waydwercks,

  viechs,  gewildts  IT.

!)  Augenscheinlich  in  einem  der  astrologischen  Bedeutung  analogen  Sinne
gebraucht.
’)  Das  Waid  wohl  -=  Hochwild  geyenüher  dem  kleinen  Wild.