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Chronica.  63

zu  feldt  ain  eissin  weissen  baliertten')  oder  ein  hültzin  getrewtin  ?°)
mit  bürckhin  schelffin?)  uberzogen  schilt,  welcher  von  wegen  der
schelffin  und  (des  leimbs)®  darmit  er  gehert®?),  gleich  bleicher  und
gelber  farb  war,  daher  man  gel  unnd  weisz  für  die  höchsten  farben
inn  schiltten  helt.  Nun  het  sollicher  schilt  gantz  kain  gemelde  inn
ime,  so  lang  bis  der  so  in  furte,  ein  redlich  ehrlich  guttath  gemainem
nutz®  volprachte.  Alsdann  vpach  aigenschafft  und  beteutung  seiner
ehrlichen  guttat  wurde  ime  auch  von  farben  oder  bildtnus  ein  wappen
geben,  alsz  war  er  fraidig’)  wider  die  feindt,  gab  (man)  °  ime  ein
löwen,  welcher  ist  freidiger  aıt;  was  er  gegen  freunden  milt  unnd
güttig,  ein  adler,  (beschutzt  er)”  die  iunckhfrauen  und  weyber,  einen
aynhorn,  (beschutzt  er)®  die  gottsheusser®  und  kirchendiener,  gab
man  ime  in  den  schildt  rott  oder  weisz  farb,  rott  zu  inbrünstiger
lieb  gegen  Gott  und  dem  nechsten,  weys  zur  frumbkeyt.  Wiewohl
itzo  solliches  in  abgang  kommen  ist,  unnd  das  wenig  gedacht?,  sounder
  wie  es  der  maller  hüpsch  mallen  kan,  wan  nur  vil  heiliger  tag‘)
mit  jerlichen  zinszen,  gülten,  zehenden  (im  einnemen)®  des  registers
steet”,  so  geht  es  alles  hin  es  (sein)”  gleich  bernköpff  oder  greiffenklowen
  in  schiltten.  Das  doch  der  alt  adel  mehr  uff  gemainen  nutz,
unnd  eher  dan  eigen”  ’)  begürig  geweszen,  das  zeygen  die  triumpff
der  Römer,  item  die  turnier,  so  man  in  teutschen  landen  bisz  anher
gchalten.  Dan  kein  wuecherer,  vinantzer,  iunckbfrawschender  unnd
dergleichen  in  den  turnier  hatt  dörffen  reitten,  daher  das  sprichwort
erwachsen,  ein  edelman  mag  vormittag  zu  ackher  gien®  und  nachmittag
  in  den  turnier  reytten.  Nun  sein  aber  oberzelte  wappen  nit

u.  —  une

a)  geträheten  7.  «.  I/II.  b)  aux  HN;  beimbs  St!,  leins  T.  c)  gehörttet  7.  d)  gemeinem
  nutz  zum  besten  7  eo)  uns  IV  fehlt  in  St!  fans  T.  u.  H!;  beschutzer  tl.
gr  aus  Hl;  beschutzer  St;  verwahrt  unnd  beschürmt  er  7".  hr  gottaförchtigen  T.  i)  wenig
mehr  daran  gedacht  würd  7"  k)  uns  To.  HI;  in  einem  Sl,  l)  stehet  hochgcachtet
unnd  man  sebr  darauff  sihet,  so...  T.  m)  «ns  HIT;  sinde  Seh.  n)  aigenen  SL!
n)  galın  T".

I)  poliert.  Maurerspr.

?®)  rund  gedreht.

3)  Birkenrinde.

*)  gehärtet,  steif  gemacht.

5)  wohlgemut,  kühn.

6)  Die  Ileiligentage  wurden  auch  im  16.  Jahrk.  noch  allyemein,  wie  zur

.  Bezeichnung  des  Datums  überhaupt,  so  besonders  zur  Bestimmung  der  Fristen

für  Entrichtung  der  Zinsen  und  Gülten  gebraucht.  Nach  Bossert  (briefl.  Mitteil.)
  sind  es  die  Annirersarien,  die  im  Kalender  eingetragen  waren,  mit  Angabe
der  vermachten  Zinse,  Renten  und  Gülten.

’)  als  acc.  =  eignen,  oder  als  ein  Wort:  eigenbegierig  -=  eiygennützig.