70  Johann  Herolt

mendlin')  in  einem  rotten  feldt,  uff  dem  helm  zwen  rott  flügell
mit  gelben  möndtlin  wie  im  schilt.  Dis  geschlecht  hat  etlich  jar  das
kaysserlich  schuldtheiszenampt  zu  Hall  verwaltten?).

Lympurg  ist  der  hochgebornen®  herrn  von  Limpurg,  erbschenkhen
  des  heilligen  Römischen  reichs  unnd  semperfrey,  von  dem
sie  iren  namen  haben,  wie  das  gemain  geschray.  Aber  sy”
wollen,  wie  dis  schlosz  den  namen  von  inen  und  nit  sie  von
dem  schlosz  haben®,  sonnder  ir  name  und  geschlecht  von  einem
schlosz  Limpurg  genant,  das  nit  weit  von  Franckhfurt  ligen  soll?).
Wie  ime  nun  sey,  will  ich,  so  der  ®  herrschafft  Lympurg  wissen  tragen,
urtteil  underworffen  haben‘).  Deren  wappen  ist  ein  gefüertter  ®°)
schilt,  darinnen  die  zwen  theil  ®  in  iedem  vierteil  funff  weisser  sehekolben®®)
  drey  oben,  zwen  unnden  in  ploem  feldt,  die  andern  zwenn

a)  wollgebornen  7".  br  ettlich  wöllen  T".  ec)  denn  namen  vom  mann  unnd  nit  vom
schloss  hab  7".  d)  will  ich  dennen,  so  beszer  alsz  ich  der...  T.  6)  geviertter  Z"
f)  darin  zweoy  theil  bluw  7".  g)  seekolben  7%

1)  Möndlein,

2)  Über  die  von  Schauenburg  finden  zich  nur  in  KUR.  einige  Urkund.n,
auf  Frivdrich  von  Sch.  bezüglich,  welcher  1416  als  Schultheiss  in  Hall  auftritt.

3)  F:meint  ist  Limburg  a.  d.  Lahn.

%)  Was  hier  der  Chronist  als  „das  grmam  Geschray*“  bezeichnet,  Rat
sich  auch  vor  den  eindringenden  Untersuchungen  der  Wissenschaft  als  prohehaltiyg
  erwiesen.  In  der  erregten  Controvers:,  wo  Mauch  für  die  im  Lin
burgischen  Hause  selber  gangbare  Tradition  eintrat,  dass  die  Schenken  schon
um  1200  altangesessene  Dynasten  in  der  Kochergzgend  gw.sen  seien,  wührend
Bauer,  auf  Stälin  fussend,  die  Identität  Walthers  von  Limburg  1229  mit  dem
Schenken  Walther  von  Schüpf  verfocht  und  diese  Schüpfische  Linie  ihren  neuen
Namen  von  ihrem  neuen  Wohnsitz  entlchnen  liess  (WFr.  16849,  46  f.,  55  f.,
dann  1849,  1851,  1853  u.  8.  w.),  haben  dis  Stälin-Bauerschen  Aufstellungen
einen  zweifellosen  Sieg  davongelragen,  und  auch  die  Frage,  wie  die  Reichsschenken
  von  Schüpf  nach  Limburg  bei  Hall  gekommen  sind,  hat  Bossert  Vjh.
1886,  58  M.  durch  Nachweisung  einer  dältern  Familienverbindung  zwisch.n
den  Schüpfern  und  denen  von  Krautheim,  welche  letztern  unter  die  Erhen  des
Biclriet-Bebenburgischen  Besitzes  gehörten,  din  scharfsinniger  Weise  zw  einer
schr  wahrschrinlichen  Lösung  zu  bringen  gesucht.

5)  geviert,  quadriert.

©)  See,  Numpf-,  Rohrkolben.  (Die  Schreibung  Sehe  oder  Neche  für  Nee
st  in  jenen  Zeiten,  z.  B.  gerade  im  Limburger  Kaufbrief  von  1541,  öfters
anzutreffen,  auch  unten  bei  Herolt  selbst.)  Bauer  hat  WJ.  1641  und  Wr.
5,  159  ff.  den  Beinamen  d.r  älteren  Schenken  Colbo  in  seiner  Beziehung  zur
Burg  Kolbenberg  =  Kollenberg  am  Main  und  damit  zw  diesem  Bestandteil
des  Schenkenwappens  nachgewiesen.  Doch  hat  wohl  nicht  d:r  von  etwa  dort
wachsenden  Rohrkolben  benannte  Kolhinberg  den  Schenken  den  Namen  gegeben,
suudern  das  Verhältnis  ist  das  umgekehrte,  Kolbo  entweder  Abkürzung  eines

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