74  Johann  Herolt

Shulmeister®  von  der  Shulburg  ®  ')  sein  besonders  ansehens
in  jerlichem  verleihen  (der  sieden®)?)  —  wie  ietzo  die  Senfften  —
gewesen.  Haben  ein  schilt  mit  zwayen  ploen  und  zweyen  gelben
spickheln,  im  wachs  wie  Thallen,  uff  dem  belm  zwen  plaw  flügel,
in  der  mit  einen  gelben  strich  uber  eckh?).  —  Als  ein  Shulmeister
vor  zeitten  zu  der  Shbulburg”  in  nassem  wetter  von  dem  gejeigt  ist
kommen  und  sein  kleider  in  der  stuben  wolt  abtruckhnen,  zu
nachts  bey  dem  offen  hangent  pliben,  sein  sy  in  der  nacht,  da
icderman  (geschlaffen,  angangen®),  ist  das  schlosz  Shulburg  also
verbrunen  und  nit  mehr  gebawet  und  (siderher?)  dis  geschlechts
namen  und  wappen  verendert  worden.  Die  Senfften  wollen  die
Shulmeister  sein®),

a)  stets  in  St!  ron  erster  Hand  Schul-,  durch  Korrektur  Shul.  b)  aus  T,  das  sio  den  St!
c)  Schuld.  sel,  d)  aus  7°;  iederman  schlaffendt  gangen,  angangen  St,  e)  aus  T’;  Schulburg
  St!.  f)  nuch  MH?  seither;  sio  der  herr  St!.

')  Sulburg,  westlich  von  Obermünkheim  OA.  Hall,  Weiler  mit  Ruinen
der  Burg,  OAllall  z86.  —  Auch  ein  im  Brand  1728  zu  Grunde  gegangenes
Bauwerk  in  Hall,  rechts  oder  links  an  der  Henkersbrücke,  hiess  einst  die  Sulburg
  oder  der  Sulmeisters-  (auch  Kesslers-  ?Jturm,  Hausser,  WFr.  6,  220  mit
Bemerkung  von  Bauer  225.

»)  Worin  dus  Nulamt,  dus  die  Sulmeister  verwalteten  (schon  1228  Burkard
mugister  salsuginis,  8.  u.)  ursprünglich  bestand,  ist  nicht  mehr  auszumachen.
Ausser  der  allgemeinen  Aufsicht  über  die  Salzhereitung  waren  damit  offenbar
noch  wichtige  Befugnisse  in  Betreff  der  Verleihung  der  Sieden,  wohl  auch  der
liutscheidung  von  Streitigkeiten  zwischen  den  Berechtigten  verbunden.  —  Nach
Wir.  10,  118  bezogen  um  1306  „die  Suhlmeister  an  der  Brucken“  3  Pfannen
&amp;  kimer  vom  Suhlamt,  und  Burkard  Sulmeister  ebenfalls  2  Pfannen  4  Eimer
vom  Nuhlamt.  Im  Jahr  1496  (städt.  grüne  Chr.)  war  Michael  Senft  im  Besüz
von  4  Sieden,  über  w:lche  seine  Nachkommen,  als  sie  nach  der  Zwietracht  1512
aus  der  Stadt  gefahren  waren,  von  15%6—1555  vergeblich  mil  der  Stadt  Hall
prozessierten.  (Müller,  list.  Nachr.  vom  schwil,-hallischen  Nalz-  und  Siedenswes:n.
  1777.  Meser.)

®)  Das  Wappen  d.r  Sulmzister-Seuften  ist  in  der  Churschen  Chronik
(s.  u.)  in  seiner  allmähligen  Entwicklung,  die  sich  übrigens  nur  auf  die  Helmzierde
  bezieht,  zu  rerfolgen:  zuerst  die  angegehene  Gestalt,  daun  vom  Auftreten
der  Sunften  an  1317  statt  der  Flügel  ein  kinhorn  ohne  Füsse,  zuletzt  ein  Einhorn
  mit  Füssen  (s.  auch  Ufenheim,  Nebenstunden  951  F.).

+)  Sulmzister-Senften;  über  di:s:s  im  15.  und  16.  Jhrh.  weit  verbreitet:
Geschlecht  gehen  nächst  den  zuhlreichen  Regesten  nm  WFr.  4-10.  WE.
N,  IV,  KUR.  (s.  auch  Ufenh.  Nebenst.  1.  I.)  besonders  noch  zwei  hundschriftliche
  Werke  wertvolle  Aufschlüsse.  1.  Die  im  Besitz  des  Herrn  Pfarrer
Hlaspel  in  Reinsherg  befindliche  Haller  Foliochronik,  die  p.  1—315  eine  yrosse
Reihe  meist  auf  die  Sulmzrister-Nenften  bezüqlich:r  Verzeichnisse  und  Nachrichten
  gielt,  2.  B.  über  dis  Gerechtigkeiten,  die  ihnen  vor  Alters  zustanden:

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