[5  |

Chronica,  75

Münckhen').  Der  letzst  dis  geschlechts?),  Ulrich  vonn
Münckben  genant,  ein  reich”  man  seltzamen  furnemmens,  sasz  zu
Hall.  (Under  anderm®)  hat  er  ein  baumgartten,  das  erttreich  liesz
er  durch  ein  syb  reden.  Item  bestelt  er  zwen,  die  musten  feder
lessen,  die  schwartzen  aus  den  weissen,  also  ein  schwartz  unnd
gantz  weis  beth  machende,  unnd  anderer  dergleichen  vil  seltzamer

a)  reicher  T..  b)  aus  T,  unnd  andern  Si!.

über  ihre  Sieden,  Wappen,  Heiraten  ete.  Diese  Angaben  beruhen  meist  auf
Urkunden.  2.  Ein  Senftenbuch,  das  einer  Heroltischen  Chronik  (im  Besitz  des
Herrn  Kaufmann  Chur  in  Hall)  einverleiht  ist  und  ebenfalls  auf  Grund  urkundlichen
  Materials  viele  genealogische  Nachrichten,  besonders  üher  die  Generationen
des  15.  und  16.  Jhrh.  bietet.  Die  einzelnen  Schichten,  aus  denen  dieses  Senftenhuch
  entstanden  ist,  sind  noch  erkennbar  (ein  Wappenbuch  des  Gabriel  Senft
von  ca.  1500,  genealogische  Aufzzichnungen  von  Dr.  Eitel  Senft  1480-1534,
und  Urkundenregesten  von  Walter  Senft,  pfalzgräflichem  Rat,  ca.  1555).  Diese
Nachrichten  über  die  Senften  sind  in  der  im  Besitz  der  Stadt  Hall  befindlichen
Rühlerschen  Chronik  (WVjh.  1888,  62.  64)  zu  einer  Familiengeschichte  der
Senften  verarbeitet.  —  Auch  im  Schloss  in  Langenburg  befindet  sich  nach  Pf.
Bosserts  Mitteilung  ein  solches  Senflenbuch.  —  Die  frühesten  nachweisbaren
Glieder  des  Geschlechts  sind:  1204  Burkard  Sulmeister,  Rittershruder  St.  Johannisordens
  (Chursche  Chr.),  1228  Burcardus  mayister  salsuginis,  1263  Walterus
  senior  sulmagister,  1278  Rugerus  dictus  Sulmeister  WIr.  9,  76  f.  —
Wenigstens  bei  diesem  Geschlecht  der  „Siebenbürgen“  kann  es  nicht  zweifelhaft
  sein  (gegen  Bauer,  WF'r.  6,  25),  dass  sein  Beiname  ursprünglich  appellativisch
  war  und  in  nächster  Bezichung  zum  Salzwesen  stand.  —  Ausser  dem
oben  genannten  finden  sich  noch  andere  als  Jahanniterrittier  bis  1244,  einer  als
Alt  von  Comburg.  —  Das  Geschlecht  teilte  sich  in  zwei  Zweige,  von  denen  d.r
eine  in  Hall  blieb,  der  andere  auf  der  Sulburg  sass.  —  1317  nahm  Walter
Sulmeıster,  damals  Städtmeist:r,  für  sich  und  seine  Nachkommen  den  Namen
Nenft  (=  sanft,  jedenfalls  von  den  Senften  sellıst  im  16.  Jhrh.  so  gedeutet)  an,
s.  QAllall  151.  Er  scheint  besonders  religiös  gestimmt  gewesen  zu  sein:  1315
stiftete  er  die  Kapelle  im  Schönthaler  Hof  zusamt  der  Messe  darin,  1321  die
Messe  auf  St.  Katharinenaltar  (in  der  Johannskirche?).  Auch  er  war  „gesessen
an  der  Brucken  zu  Hall“.  —  Burkard,  der  letzte  des  Namens  Sulmeister,  lehte
noch  1458.  —  Über  die  spüteren  Senften  giebt  Herolt  selbst  in  seiner  Chronik
zuhreiche  Notizen.

ı)  Untermünkheim,  OA.  Hall,  nördlich  von  der  Stadt.

2)  Regesten  WF'r.  5-9,  WFr.  NF.  IV,  KHR.  von  1526-1510.  Besitzungen
  sind  nachweishar  in  Unterscheffach  (woher  das  Wuppen  !),  Geiersburg,
Westheim,  Michelfeld;  nähere  Beziehungen  zu  Kl.  Gnadenthal.  Im  Kloster
(omburg  war  Conrad  v.  M.  1324  Abt,  Rudolf  v.  M.  1365  als  Klosterbruder.
Fromme  Stiftungen:  Indris  stiftete  1469  ein  ewiges  Licht  in  der  Kapelle  zu
Rieden  O4.  Hall;  1490  stiftete  Ulrich  die  im  Text  genannte  Pfründ:  am
Hochaltar  in  der  Schuppachkirche  und  das  Chörlein  über  der  Kanzel  (WTr.
8,  323).