76  Johann  Herolt

gepew“  und  arbeyt  richt  er  an,  dardurch  die  armen  erhalten  und
doch  nit  gar  müessig  giengen.  Als  er  sterben  solt,  schickht  er
nach  dem  pfarberr;  der  saumpt  sich,  wolt  nit  bald  kommen;  sprach
er:  Ach  Herr  Gott,  wil  der  pfaff  nit  kommen,  so  kome  du®;  starb
also  ohn  das  sacrament,  uff  die  barmhertzigkeit  Gottes  und  das
leiden  Christi,  anno  domini  1505.  Er  hat  ein  pfrundt  in  der
Schuppach  gestifft.  Ir  wappen  was  zwen  gelb  löwen,  von  einander
kert,  in  einem  rotten  schiff,  in  der  mitt  mit  einem  rueder,  in  einem
weissen  feldt,  uff  dem  helm  zway  weis  rör  mit  vier  schwartzer
federbüschen  ').

Man  sagt,  sie  seien  erstlich  zu  Scheffaw?)  gesessen,  nachrvolgent
  gen  Münckhen  gefarn,  den  namen  mit  dem  sitz  verendert.
Mit  disem  Ulrich  von  Münckhen  ward  schilt  und  belm  vergraben;
verlies  vil  lehen,  zum  theil  denen  von  Comberg,  die  andern  denen
von  Hohenlobe  heimfallende.

Es  ist  itzo  die  zeit  ein  wasserhaus  zu  Münckhen,  welches
Melchior  Senfft°),  so  nach  der  neclısten  zwitracht  anno  domini  1512
zu  Hall  geschehen  aus  Hall  gefaren,  gebauet  hatt.  Das  besitzt
itzo  sein  brueder  Pbilip  Senfft,  unnd  hat  dis®  haus  denen  von
Hobenloe  zu  lehen  gemacht,  welches  vormals  eigen  gewesen  ist.

Hag  ein  alt  rittermessig  geschlecht,  die  ir  anweszen  zu  Hall
unnd  zu  Hag‘)  gehapt,  davon  die  zwen  burgstadel®  noch  anzeigen,
furen  vier  schwartzer  schifflein  inn  einem  gelben  feldt,  und  einen
rotten  uberstulpten  gekrömpten  beydenhuet  mit  einem  schwartzen
federbusch  uff  dem  helm).

a)  sachen  unnd  arbeit  7.  db)  so  khomme  du,  Herr  Jesu  Christ  7.  c)  Philip  Senfft,
welcher  dis  hausz  7“.  d)  welches  die  zwey  burgstähll  7.

')  Über  das  Wappen  s.  WFr.  5,  416,  wo  die  Wappenformen  des  Schifflach
  (Scheffacher)  Wappens  von  1408—1508  aufgeführt  sind,  zuerst  bloss  das
Schiff  mit  Ruder,  dann  die  als  Schiffsenden  gehildeten  Löwenköpfe,  zuletzt  die
im  Schiff  sitzenden  Löwen;  ferner  Wr.  6,  471.

*)  Schefach  OA.  Hall,  an  der  Bühler.

3,  Yon  ihm  sagt  das  Nenftenbuch  der  Churschen  Chronik:  „Melchior  der
allth  Senfft,  so  zu  Miünkheymb  gewohnt,  ist  ein  herrlicher  Künstler  zu  schnitzeln
gewesen,  welcher  ein  schöne  Allthartafel,  so  noch  zu  M  ünckheyml  zu  schen,
mit  aigener  Handt  geschnitzelt*  N.  auch  Klemn  WYVjh.  18585,  199.

1)  Haagen,  Weiler  bei  Untermünkheim  04.  Hall.

5)  Über  die  zwei  Burgen  zu  Haagen  und  die  wenigen  hieher  gehörigen
urkundlichen  Nachrichten  von  12341  %)—1317  5.  OAHall  284  f.  Nach  dem
Hohenlohischen  Lehenbuch  von  1335  #.  (Hohenloh.  Archie  I,  337)  waren  die
von  Hag  —  ob  diese?  —  u.  a.  besützberechtigt  in  Kuppertshofen  O4.  Gerabronn.

So!

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