84  Johann  Herolt

schlechts  ist  dis  haus  zu  einem  raubbaus  worden,  den  baurn  den
somen  in  seckhen,  fo  sy  sewen  haben  wöllen,  von  den  eckhern
genommen®.

Es  hat  ein  burger  zu  Hall  dis  schlosz  kauflt  unnd  heraus
darauff  faren  wöllen,  hat  ein  rath  in  beschickt  unnd  auff  sein  aydt
gefragt,  was  er  darumb  geben.  Als  er  dis  angezeigt,  hat  man  ime
dis  gelt  erlegt,  unnd  ein  erbar  rath  zu  sein  handen  genommen,  ein
tunnen  pulver  darein  gethon  unnd  das  schlotz  zersprengt,  darmit
man  des  raubens  abkommen’'),

Alten  vonn  Altenberg?),  deren  schilt  der  leng  nach  halbenn
  rott  unnd  halb  gel,  mit  einem  sparren  dardurch,  in  dem  rotten
feldt  weis  unnd  in  dem  gelben  feldt  schwartz,  und  uff  dem  helm
zwey  hörner  vonn  farben  und  sparren  wie  der  schilt  getheilt,  im
wachs  wie  Schletzen.

a)  der  sam  .  .  .  wöllen,  bei  den  äckern  nit  goblieben  7".

sein,  da  1372  alle  aus  Hall  vertriebenen  Juden  da  Platz  hatten.  Ihre  Schicksale
  und  Besitzwechsel  hat  Fromm  Il.  I.  zusammengestellt.  —  Die  Freiherren.  von
Bielriet  sind  nach  den  Untersuchungen  Bauers  Erben  der  Bebenburg-(Weinsberg-)Aschhauser
  Edelherren  gewesen.  Sie  sind  schon  bald  nach  dem  Anfang
des  13.  Jhrh.  ausgestorben.  Schon  vorher  aber  erscheint  eine  ritterliche  Ministerialenfamilie
  desselben  Namens,  von  welcher  sich  die  Veinau  abgezweigt  haben
mögen.  Diesen  Ministerialen  gehören  die  späteren  Bielrieter,  die  sich  g.  T.  ın
Hall  niederliessen,  sämtlich  an.  Als  erster  Bielriet  erscheint  1057  Albrecht;
1078  tritt  ebenfalls  ein  Albrecht  (derselbe?)  in  das  neu  gegründete  Kloster
Comburg  als  Mönch.  Um  die  Müte  des  12.  Jhrh.  let  Friedrich  von  Bielriet,
der  mit  den  Illohenstaufen  eng  verbunden  ist  und  zu  den  Wohlthütern  des
Klosters  Schönthal  gehört.  Zwischen  1225---1230  ging  die  Burg  Bielriet  mit
ihrem  Lehensadel  an  den  Schenk  Walther  von  Schüpf,  fortan  von  Limburg
(s.  Bossert  l.l.).  Von  Limburg  kam  sie  1287  in  den  Besitz  der  Küchenmeister
von  Nordenherg,  die  sich  ührigens  erst  von  1341  nachweislich  nach  ihr  nannten.
Nach  kurzem  Hohenlohischem  Besitz  erhielt  Eberhard  Philippe  zu  Hall  sie
als  Pfand,  und  dieser  war  es,  der  sie  (s.  im  Text)  dem  Rat  zu  Hall  abtreten
musste.  Nach  Fromm  I.  I.  war  die  Zerstörung  eine  unbefugte,  da  die  Burg
inzwischen  wieder  eingelöst  und  Figentum  des  Landgrafen  von  Leuchtenherg
geworden  war.  Daraus  entstand  ein  lüngerer  Streit,  der  durch  Teidigung  von
1390  in  einer  für  Hall  günstigen  Weise  beigelegt  wurde.  Von  1395  an  gehörte
die  Burg  der  Stadt  Hall  als  böhmisches  Lehen;  sie  wurde  alıer  bald  an  Private
verkauft  und  ihre  Steine  anderwärts  verwendet.  —  Von  hervorragenden  Gliedern
der  Ministerialenfamtlie  Bielriet  sind  zu  nennen:  1278—1286  Friedrich  v.  B.,
Schultheiss  in  Hall;  1314—1319  Wolfram,  Abt  zu  Comburg.

1)  Darüber  s.  vorangehende  Note.

2)  Altenberg,  bei  Obersteinach,  OA.  Gerabronn,  KW.  III,  600.  —  Regesten
nicht  vorhanden.

10