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Chronica.  85

Tungenthal,  Brun  ein  geschlecht  ein  weissen  bach  in  einem
plowen  feldt  fürent.  Ain  ritter  herr  Conradt  von  Brun  genant  bat
sein  behauszung  zu  Tüngenthal  an  die  pfarr  geben’).

Altenhauszen,  die  Unmusz?)  von  Altenhauszen,  der  schilt
gelb  unnd  schwartz,  in  einander  geckhelt”  quartirt,  desgleich  die
hörner  uff  dem  helm  auch  also.

Es  hat  sich  ein  uneinigkeyt  zwischen  einem  Unmussen  von
Altenhauszen  unnd  einem  Eberwein  der  zu  Hall  gesessen  begeben,
derhalb  der  Unmusz  bey  nechtlicher  weil  bey  dem  tholen  Schupach
—  der  dazumal  nit  gnugsam  beschlossen  gewest  —  (sich”)  heimlich
  in  die  statt  Hall  verfuegt,  den  Eberwein,  als  er  vom  schlafftrunckh
  heim  hat  wöllen  gehn,  verwartt  und  an  dem  ort,  da  sant
Georgen  altar  in  der  Schuobach  steht,  zu  todt  geschlagen,  sich
darvon  gemacht;  derhalben  das  wasserhansz  zu  Alttenhauszen  geplindert
  unnd  verprendt;  ist  er  ein  zeitlang  vertriben,  in  Beheim
sich  erhalten  °,  volgendt  der  todtschlag  geteidingt,  also  das  der
Unmusz  an  das  ortt,  da  er  denn  Eberwein  entleibt,  ein  capellen
gebawet  unnd  ein  pfründt  darein  gestifft.  Aber  unlang  darnach,
als  er  sein  hbausbaltung  zu  Alttenhaussen  in  eines  baurn  haus
hette,  von  seines  weibs  bruder  in  einer  scheuren  entleibt  zu
Hall  im  Barfuessercloster  begraben.  Ist  also  dis  geschlecht  abgestorben
  ®  °),

Veinaw;  ir  wappen  ist  drey  rott  roszen  in  einem  weissen
feldt,  in  der  mitt  uberzwerch  mit  grönem  strich,  uff  dem  belm  ein

a)  geecket  T.  db)  sich  aus  T,  fehle  St!.  co)  ufenthalton  T.  d)  gar  abgestorben  7".

1)  Thüngenthal  OA.  Mall,  s.  OAHall  265  f.  —  Über  die  von  Brunnen

finden  sich  WFr.  5-9  einige  urkundliche  Nachrichten,  hauptsächlich  vom

Iunde  des  13.  und  Anfang  des  14.  Jhrh.,  darunter  auch  1263  ein  Conradus
de  Brunnen,  welcher  der  im  Text  genannt:  sein  könnte,  Wr.  9,  77.

?)  Ursprüngliche  Form  des  Namens  Unmaze  (Immodicus),  fränkisch
Unmose,  daraus  weiter  Unmusz,  Unmuose.  Der  ülteste  ist  wahrscheinlich  Burkurd
Unmaze,  der  in  dem  Schönthaler  Diplomatar  (WUB.  III,  p.  48  und  R:gister
ad  v.  Unmaz)  als  Immare  verschriehen  ist.

?)  Diese  ganze  Frzählung  Jindet  sich  wörtlich,  mit  wenigen  Weglassungen
und  Zusätzen,  oben  hei  der  Schupachkirche;  olı  sie  von  einem  Ahschreiber  oder
von  Jlerolt  selbst  doppelt  gesetzt  ist,  lässt  sich  nicht  entscheiden;  unmöglich  ist
letzteres  nicht.  Der  Schlusssatz,  wornach  chen  mit  dem  erschlagenen  Mörder
(Heinrich)  das  Geschlecht  ausgestorben  wäre,  scheint  ebenso  unhalthbar  wie  die
Sage  vom  Totschlag  sellıst,  da  nach  den  Regesten,  WFr.  N.  IV,  Heinrich
Unmaze  noch  1348  und  1350  als  Richter,  und  1363  Finyelharl  Unmaze  als
Vormund  der  Barfüsser  erscheint.