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Chronica.  91

ein  zuspruch  !)  zu  graff  Joachim  von  Öttingen  gewunnen,  welcher
  sich  mit  ime  seins  gefallens  nit  wolt  vertragen.  Derhalben
genanter  edelman  sich  beworben  ®  ?),  und  als  der  graff  vonn  Augspurg
  heim  geritten,  ist  er  bey  Werd®?°)  uff  in  gestossen  und  hat
den  graven  im  anrennen  erstochen‘)  anno  domini  1521.  Als  aber
diser  graff  auch  im  bundt  was,  hat  derbalben  bernach  anno  domini
1523  der  Schwäbisch  bundt°)  in  Franckhenn,  Schwaben,  Ottenwaldt
  und  anderstwa®  vil  schlösser  mit  herszkrafft  zerprochen,
etlich  verbrent,  welche  zum  theil  Hans  Thoma  von  Absperg  anhengig
  und  zum  theil  der  rauberey  verdechtlich.  Welche®  sich
alsdan  nit  vor  dem  bund  kundten  purgiren,  die  musten  herhalten  ®,
Sein  dazumal  under  andern  disze  nachgeschribne  schlösser  verbrendt
  unnd  zerstört®).  Bogsperg  ist  deren  vonn  Roszenburg’)  gea)

  sich  umnb  etliche  reutter  beworbon  T.  b)  Thonawertli  Z.  c)andorswo  7.  d-d)  fehlt  T.

Thomas  von  A.  und  seine  Fehden  mit  dem  schwäbischen  Bund,  Publ.  des  lit.
Vereins  1873,  und  den  Auszug  hieraus,  WIr.  9,  379  ff.

1)  =  Anspruch;  der  Anspruch  bezog  sich  auf  eine  durch  die  Marschalle
tun  Pappenheim,  die  mütterlichen  Verwandten  des  Absberyers,  den  Grafen  von
Öttingen  bestrittene  Forderung,  WFr.  9,  380.

2)  Kriegsleute  angeworben.

2)  Donauwörth.

4)  Genauer:  hart  verwundet,  gefunyen  und  geplündert  und  so  misshundelt,
duss  er  bald  darauf  starb.

8)  Die  Absage  an  den  Absberger  geschah  1.  Juni  1523  durch  Rudolf
von  Ehingen,  Hauptmann  des  Schwäbischen  Bundes,  die  an  23  verbündete
Burgen  gleichzeitig  durch  Georg  Truchsess  von  Waldburg,  Oberhauptmann.

6)  Dieser  Exekutionszug  des  Bundes  wurde  den  Zeitgenossen  u.  a.  in
eincm  Bildwerke  veranschaulicht:  Abconterfeyhung  der  XXILI  schloss,  so  der
schwäbische  bundt  .....  verbrant  1523,  Nürnberg  bei  Hans  Wandereisen,  wo  sich
die  23  Schlösser  in  eben  so  vielen  grob  umrissenen  und  grell  colorierten  Holzschnitten
  dargestellt  finden.  (Öff.  Bibl.  Stuttgart  und  Nürnb.  Germ.  Museum,
vor  einigen  Jahren  auch  im  Druck  erschienen.)  Der  Chronist  selbst  hat  wohl  die
Holzschnitte  nicht  vor  Augen  gehabt,  dageyen  haben  die  späteren  Alschreiber  und
Fortsetzer  der  Heroltischen  und  Widmanschen  Chroniken  sich  diesen  dankbaren
Illustrationsstoff  nicht  entgehen  lassen  und  die  Bilder  sumt  den  darüber  gedruckten
  erklärenden  Texten  ihren  Handschriften  einvcrleibt,  so  I.  67  der  Bill.
des  I  ränkischen  Vereins,  wo  die  Bilder  am  sorgfältiysten  und  schönsten  reproduziert
  sind,  dann  die  Städtische  rote  Chronik,  Stuttg.  Archiv  161d,  Nürub.
Germ.  Museum  21432  u.  a.  —  S.  auch  Stälin,  W@.  4,  231.  —  Über  die  Zerstörung
  der  23  Schlösser  im  allyemeinen  ist  noch  zu  vergleichen  der  Bericht
des  Hans  Lüble,  WEr.  4,  21  ff.

7)  Boxberg,  zwischen  Österburken  und  Alergentheim;  über  die  Rosenberg
auf  Bocksberg  s.  Schönhuth  1.  |.