98  Johann  Herolt

Von  verenderung  desz  ersten  regiments  unnd  der  ersten  zwitracht
zu  Hall  under  den  erbarn  und  gemeynem  rath.

Unnd  aber  kein®  regiment  oder  ordnung,  ja  gar  nichts  uff
erden  ie  furgenommen  oder  gemacht  worden,  es  will  der  teuffel  sein
samen  durch  eygenutz,  neid,  hoffart,  stoltz  uder  dergleichen  darein
sewen,  wo  man  nit  mit  stetem  uffseben  weret,  dardurch  alle  regiment,
ordnung  und  gutte  pollicey  abnemmen  unnd  zerrutt  werden,  wie  man
dan  auch  im  Tito  Livio  list,  bisz  das  das  regiment  durch  miszbrauch
zu  Roın  offt  verendert  ist  worden  unnd  bey  der  ersten  ordnung
Romuli  gar  nit  pliben,  also  auch  nachdem  etlich  hundert  jar  Hall
ein  statt  gewesen,  und  die  erbarn  von  geschlechten  das  oberst  regiment
  gefurt,  unnd  die  statt  mit  leuthen  zugenommen,  hat  sich  zwitracht
  und  uneinigkeyt  zwischen  den  erbarn  und  gemeinen  burgern,
der  underrath®,  vonn  wegen  des  regiments  und  besetzung  derselben
zutragen.  Also  ist  die  sach  fur  kaysserliche  mayestatt  komen;  hat
kayser  Ludwig  bochlöblicher  gedechtnus,  der  zeit  Römischer  kayser,
anno  domini  1340  am  sonntag  vor  sant  Mattheustag  ')  sein  mayestat
  den  wolgebornen  graffen  unnd  herrn,  herrn  Ulrich  graff  zu
Wurttemberg  mit  andern  zugeordneten  commissarien®?)  gen  Hall

u)  Es  ist  kein  7.  db)  des  undern  rhats  7“  c)  sein  m,  fehlt  T.  d)  als  nämblich  bruder
Hainrich  von  Züpplingen,  commentbur  zu  Ulm,  Burkhardt  Sturmfeder  und  Conrad  der
grosz  schultbeisz  zu  Nurnberg  Hi.

Muckenthal;  1523,  Montag  nach  Exaudi  (Mai  18),  swischen  den  Gebrüdern  Gabriel
und  Rudolf  Senft  auf  dem  Unterwöhrd,  ein  Kampf,  der  mit  beiderseitiger
schwerer  Verwundung  endigle,  so  dass  Gabriel  am  Pfingstmontag  sein  Testament
macht:  und  sich  zum  Sterben  bereitete;  1597  wird  ein  Gesuch  des  Junker  Georg
Rauchhaupt  zu  Untermünkheim  um  Kampfplatz  abgewiesen.  JIhenso  wurde
1609  die  Bitte  Carols,  Jrreiheren  von  Wolkenstein,  Comthurs  su  Heilbronn,
und  eines  Edeln  Stieber,  ihren  Kampf  zwischen  den  zwei  Heegen  hei  Westernach
halten  zu  dürfen,  abschlägig  beschieden  und  die  Sache  zuletzt  in  Gitle  beigelegt.
—  Urkundlich  belegte  Fälle  scheinen  sich  nicht  auffinden  zu  lassen.  Dagegen
ist  im  Haller  lrreiheitenhuch  (Gem.  Archir)  eine  Urkunde  in  Abschrift  erhalten,
wornach  Conrad  Schletz  und  Friedrich  Sieder,  beide  Bürger  von  Hall,  von
Dartolme  und  Stefan  den  Veltern,  geborenen  von  Werdt,  vor  das  Kampfgericht
des  Buryyrafentums  von  Nürnberg  geladen  waren,  aber  mit  Berufung  auf  die
Ireiheit  der  Stadt  Hall  sich  zu  erscheinen  geweigert  hatlen  und  nun  vom  Kaiser
Sigmund  von  aller  der  Beschwernis  entledigt  werden,  die  infolge  davon  nach
Recht  des  Nürnberger  Kampfgerichts  über  sie  ergehen  würde;  gegeben  zu  Ulm
14134  am  Mittwoch  nach  St.  Peters  Tag  ad  vincula  (August  4).

1)  17.  September.

?)  Die  Kommissäre  waren,  laut  Urkunde  im  Freiheitenbuch  (s.  unten),
ausser  Graf  Ulrich  III.  von  Württemberg  noch  Heinrich  von  Zipplingen,
Komthur  zu  Ulm  und  Donauwörth,  Burkhard  Sturmfeder  und  Conrad  der
Gross,  Schulthziss  zu  Nürnberg.

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