112  Johann  Herolt

pfarr  zu  sant  Johans  transferiert,  unnd  die  pfarr  Gottwoltzhausen
durch  einen  sant  Johanser  ordens  (ausz®)  dem  commenterhaus)  von®
der  stadt  hinaus“  versehen.  Dieweil  aber  die  verwalter  der  commenturey
  daselbst  der  statt  Hall  christenliche  reformation  irer  kirchen
nit  haben  wöllen  aunemen,  leut  ®  itzo  solliche  kirchen  wust,  ist  zugeschlossen
  unnd  ®  ine  ire  bäbstliche  mesz  verbotten  a°  domini  1539).

Wasz  sonnderlich  die  von  Hall  gegen  den  priestern  in  und  ausserhalb
furgenommen.

Es  ist  ein  priester  zu  Hall  im  Weiller  nit  weit  von  sant
Johanser  kirchen  gesessen,  herr  Gickhenbach”  genant,  der  gestorben
anno  domini  1424.  Diser  hett  uff  ein  zeit®®  gastung  zu  wintter
zeytten.  Alsz  aber  inen  wein  zerran®  unnd  das  thor  uff  der  pruckhen
zugeschlossenn,  wisten  nit,  wie  sie  wein  bekommen  möchten,  sprach
er,  so  ir  mir  wollten  volgen  unnd  schweygen,  wir  wollen  wein  sovil
wir  bedörffen  uberkommen.  Nam  ein  schaub  stro,  brandt  den  an,
stiesz  in  zu  dem  fürst  hinausz.  Als  aber  das  der  wechter  uff  sant
Michelsthurn  ersach,  leut?  er  die  sturm?).  Gückhenbach  aber  verordnet
  eylendts  einen  mit  zweyen  fleschen  uff  die  bruckhen;  sobaldt
man  die  thor  ufithett,  luff  er  in  die  statt,  fast®  wein.  Und  da  man
seinem  und  andern  heussern  daselbst  zuluff,  sucht  das  fewr”,  hett
er  sein  feuer  abgelöscht  ,.  sasz  mit  seinen  gesellen  und  sang,  nam
sich  der  sach  nit  an.  Also  wardt  die  sach  gestilt  unnd  uberkam

a)  aus  U’,  auch  St!,  b)  commenturhoff  #1.  c--c)  fehlt  T.  d—-d)  fehlt  T.  e)  nit
forr  T._  SD)  herr  N.  Gieckenbach  (falsch)  T.  g)  uf  ein  zeit  im  wintter  7”.  h)  mangelt  T.
ij)  schlug  er  die  sturm  an  7“  k)  hineinzulaufen  „..  zu  fallen  7.  1)  das  fower  zu
auchen  T.

der  villa  Hallis  auf  den  blossen  Weiler  ist  bis  in  die  Neuzeit  herein  verteidigt
worden,  ist  aber  unhaltbar.  Die  ganze  Ansiedlung  Hall  war  damals  bloss  eine
Villa,  d.  h.  eine  Ortschaft  (Dorf)  mit  befestigten  Fronhof.

1!)  Hausser,  Schw.  Hall  S.  96  giebt  als  Jahr  der  Schliessung  1534  an
und  lässt  die  Kirche  5  Jahre  nachher  für  den  evangelischen  Gottesdienst  wieder
geöffnet  werden.  Da  Herolt  zwischen  1540  und  1545  schrieb,  ist  dies  jedenfalls
  falsch.  Die  Chroniken  geben  sämtlich  1539  an  (so  auch  OAH.  170).  —
In  d:n  „Städtakten“  der  städtischen  Biblio'hek  (Originalakten  und  Korrespondenzen
  über  die  reichsstüdtischen  Staatsangelegenheiten  von  1415  an)  Bad.  I  ist
ein  Aktenstück  von  1534  erhalten,  worin  berichtet  wird,  in  welcher  Weise  der
Hallische  Stadtschreiber  bei  einer  Reise  nach  Nürnberg  das  Vorgehen  der  Stadt
g-gen  die  Schuppach-  und  St.  Johannskirche  gegenüber  dem  Kammergericht
gerechtfertigt  habe.

»)  Dir  Sturmalocke.

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