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Chroniea,  113

Gickhenbach  mit  seinen  gesellen®  wein,  wist  niemandt  wie  die  sach
war  zugangen,  bisz  lang  hernach  ').

Ein  priester  ist  zu  Hall  jenhalb  des  Kochens  bey  sant  Katharina
  kirchen  gesessen,  der  wardt  entrüst®  im  haubt®,  seiner  vernumfft
  entraubt,  der  erwürgt  sein  eigen  vatter.  Disen  lies  ein  erbar
rath  uff  ein  karren  schmiden  unnd  gen  Wurtzburg  fieren.  Sie  aber
zu  Würtzburg  meinten,  er  wer  besessen,  satzen  ine  in  ein  badt,
huben  in  mit  rätten,  woltten  den  teuffel  austreiben,  bis”  er  im  badt
starb.  Geschehen  anno  domini  1490.

Es  hat  priester  herr  Lienhart  genant  ein  schneider  zu  Münckhen  ?)
erstochen,  den  schmidt  man  uff  ein  karren,  schickht  ine  dem  bischoff
heim,  er  kam  aber  wider  ausz®.  Actum  1503.

Schenckh  Gottfridt°)  liesz  herr  Lienhart  Heusern  pfarherr  zu
Suntbeim  gfangen  gen  Limpurg  füren  von  eines  baurn  wegen.  Da
hielt  das  capittel  zu  Hall  interdict,  so  weit  das  capittel  gieng,  hilt
keiner  mesz*®?,  bis  der  Schenckh  ine  aus  der  gefengnus  nam  und  dem
bischoff  uberantwort.  Er?  kam  hernach  aus  der  gefengnus  ?.  Actum
  1515.

a)  seiner  gesellschaft  T.  b—b)  fehlt  T.  c)  aber  er  ward  ihm  bad  zn  todt  gestrichen  T..

d)  weil  es  aber  nur  ein  schneider  war,  kam  er...  Hi.  e)  hielt  keiner,  so  weit  das
capitel  zu  Hall  sich  erstreckte,  mesz  7".  f—f)  fehlt  T.

ı)  „Herr  Gieggenbach“  erscheint  in  den  Bethregistern  der  Stadt  (Gem.
Arch),  2.  B.  1422  in  Gesellschaft  eines  Henslin  und  Sitz  Gieggenbach.  Aber
auch  später  treten  Priester  dieses  Namens  auf,  z.  B.  (KHR)  1462  Johannes
Gigkenbach,  Pfarrer  in  Erlach,  und  Conrad  Gigkenbach,  Caplan  zu  Gelbingen.
Die  beiden  verkaufen  mit  zwei  weiteren  Geschwistern  1462  einen  dem  Johanniterhaus
  zu  Hall  giltpflichtigen  Weinberg,  wobei  als  Zeuge  fungiert  Herr
Herman  von  Hunwü,  Comtur  des  Hauses  Sant  Johannsordens  zu  Halle.  —
Die  Darstellungen  dieses  Gickenbachschen  Schwankes  in  Widmans  Chronik
(z.  B.  H'  fol.  79)  stimmen  in  manchen  Stellen  wörtlich  mit  der  Heroltischen
überein,  so  dass  diese  leiztere  als  Vorlage  gedient  haben  wird.  Widmann  giebt
aber  noch  manche  speziellere  Züge;  er  nennt  den  Conrad.  einen  schereigen,
ehrlichen,  kurzweiligen  Mann,  in  dessen  Behausung  viele  vom  Adel  und  andere
ehrliche  Personen  zum  Zechen  gekommen;  er  lässt  dann  die  Sache  !|,  Jahr  nachher
ruchbar  werden,  man  halıe  sie  aber,  weil  sie  keinen  Schaden  gethan,  sum  Besten
gedeutet.  Von  seinem  Tode  fügt  er  folgendes  bei:  „Über  ettlich  jar,  als  er
sterben  wollt,  verschafft  er  in  seinem  testament,  dass  man  in  auf  den  kirchhof
  zu  sankt  Johans  zum  beinhaus  begraben,  ihm  ein  epitaphium  machen
lassen,  darauf  mit  messin  huchstaben  gegossen:  Starb  herr  Conrad  Gieckenbach
  baccalaureus;  und  man  sollte  alle  jar  einem  3  Kreutzer  darvon  ausszureiben
  geben.  Dan  damaln  die  doktores  und  magistri  nit  als  gemein  wie
jetzunder  waren.“

°)  Untermünkheim  OA.  Hall.

8)  Gottfried  II.  1474—1530.  OAHall  177.