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Chronica.  123

denn  genanten  Spiessen  kriegt  hat  vonn  wegen  des  zehenden  zu
Aspach”!).  Diser  Bemberger  ist  am  knabendunstag®?),  als  die
baurn  gemainlich  gen  Hall  zu  marckht  ziehen,  gen  Braunspach’?)  unnd
Scheffaw  °  gefallen  mit  etlichen  pferden,  hatt  die  Spieszischen  geplündert.
  Die  von  Hall  haben  nichts  darzu  thon,  dieweil  sie  nit
centwar  ®?)  waren.

Es  habenn  nach  der  annder  zwitracht  die  von  Rinderbach,
Senfften,  Keckhen  unnd  Ludwig  von  Morstein,  dieweil  sie  aus  der
statt  gefaren,  iren  bawren  verbotten,  das  grabengelt  zu  geben®.  Also
hat  man  den  baurn  die  statt  verbotten  so  lang  und  vil,  bis  sie  sich
vereinigt  haben.

Anno  domini  1544  an  sant  Bartholmes°)  ist  kirchwey  zu  Ohaussen,
uff  welcher  die  vonn  Hall  die  banschenckh®)  gehapt,  inhalt  brief
und  sigill.  Haben  uff®  dis  jar®®  Wolff  unnd  Iheronimus  von  Velberg  ’)
auch  weinn  geschinckht,  derobalben  die  vonn  Hall  mit  vill  burgern  zu
rosz  unnd  fues  hinausgezogen,  auch  die  landtschafft  uffgemandt,  die
kürchwey  beschützt,  den  Velbergischen  ire  fasz  zugeschlagen.  Als

8a)  Astbach  //!.  b)  knabendienstag  7".  c)  Scheffach  7".  d)  zeutbar  2".  e)  verbotten,
nit  in  heeg  und  schleog  zu  geen  HA.  f)  bonschenk,  Aorrektur  Enslins:  weinschenk  J/!.
g—g)  fehlt  T;  jar  und  Bartholmesz  J1!.

1)  Die  Fehde  fand  statt  1502.  Konrad  Spiess  war  namens  seines  Bruders
  Georg  von  Hohenlohe  mit  den  Zehnlen  zu  Ober-  und  Unteraspach  belehnt,
s.  Fromm,  Braunsbach,  WI'r.  1848,  57.

5),  Der  Knabendienstag  ist  ein  in  den  stüdtischen  Nteuerrechnungen
des  Gem.  Archivs  von  1494-—1603  und  sicher  noch  weiter  rückwärts  und  vorwärts
  vielgenannter  Termin,  über  welchen  aus  dieser  Quelle  zunächst  nur  soriel
  festzustellen  ist,  dass  er  stets  in  das  Quartal  Pauli  Bekehrung  —  Georgii,
(35.  Jan.—23.  Apr.)  füllt,  dass  un  ihm  ein  besuchter  Markt  statlfund,  an
welchem  „Stetigelt“  erholen  wurde,  und  dass  da  ein  Wagen  zur  Verwendung
kam,  bei  welchem  die  Stadiknechte  zu  schaffen  hatten.  An  den  Tag  der  unschuldigen
  Kindlein  (28.  Dez.),  oder  an  den  Tag  des  h.  Nicolaus  episcopus
zuerorum  (6.  Dez.)  kann  somit  nicht  gedacht  werden.  Is  ist  wahrscheinlich
der  Dienstag  vor  dem  Aschermittwoch.  auch  „der  fette  Dienstag“  genannt,  und
der  Wagen  ist  wohl  der  Fastnachtswagen  (8.  Schmeller  bei  Fasnacht).

s)  OA.  Künzelsau.

4)  Zenibar,  zur  Zent  gehörig,  ulso  zur  Alneehr  verpflichtet.

5)  24.  August.  Anhausen  an  der  Bühler,  OA.  Hall,  in  früherer  Schreihung
  und  im  Volksmunde  Ohausen.

%)  Das  Recht,  allein  Wein  auszuschenken;  üher  die  Schenke  zu  Anhausen,
  welche  seit  1386  im  B-sitz  des  Hans  Schletz  zu  Hallwar,s.  OAHall262f.

?)  Die  Velberger  gründeten  wohl  ihre  Ansprüche  auf  die  Verbindung,
in  welcher  die  Pfarrei  Anhausen  mit  der  Stöck:nburgischen  sich  befand.  1545
erkauften  sie  die  Pfarrei  vom  Stift  Öhringen.  OAHall  260,