124  Johann  Herolt

aber  die  Velbergischen  knecht  ”  uber  deren  von  Hall  verbott  wein
gaben,  hatt  man  knecht  und  wein  gen  Hall  gefurt  und  den  andern
tag  dem  junckher®’  wider  heimgeschickt.  Diser  hader  ist  vertragen®,
das  die  von  Velberg  denen  von  Hall  geben  hundert  guldin  und
etlich  schöffel  dünckhel  fur  dise  gerechtigkait,  das  hinfurt  die  von  Hall
denen  Velbergern  die  schennckh  uff  der  kirchwey  lassen  ®.,

Combergisch  zweyung.

Anno  domini  1488  sein  die  münch  zu  Comberg,  die  Benedicter
orden  geweszen,  aus  der  kutten  kommen®  und  zu  einem  weltlichen
stifft  !)  geraten”.  Es  sein  aber  vormals,  als  sie  münch  geweszen,
die  von  Hall  ir  schirmherrn  geweszen?).  Das  sie  aber  begerten
aus  der  kutten,  wolten  die  vonn  Hall  nit®  bewilligen,  sie
wolten  dann  zugeben,  das  ire  sün  von  den  geschlechten  derselbigen
  pfründen®  auch  fehig  wurden,  dann  Comberg  uff  edelleut
  gestifit°).  Dis  haben  die  Combergischen  denen  von  Hall  nit
wilfarth.  Damit  aber  sie  aus  der  kutten  kemen),  haben  sie  praticiert?,
  das  die  Schenckhen  ire  schirmherrn  geworden,  unnd  sich  mit
sampt  jren  underthonen  gantz  und  gar,  mit  zent  unnd  andern,  vonn
denen  von  Hall  gethon°).  Es  hat  sy  aber  nit  vil  glückhs  angangen,

a)  knocht  fehlt  T.  b)  ihren  junckbern  7“  c)  alno  vertragen  T.  d)  das  hinfüro  die
von  Velberg  auff  kirchwey,h  daselbst  schencken  dürffen  geben  sollen  T'.  e)  geschloffen
T.  °  f)  worden  T.  g)  andrer  gestalt  nit  7".  h)  zu  derselbigen  pfründen  zu  khommen
bewilligen  T.  ji)  darneben  aber  practicierten  sie  nichts  desto  weniger,  wie  sie  der  kutten
losz  wurden  T.

1)  Zu  einem  weltlichen  Chorherrnstift.

®)  Die  (After-)  Schirmvogtei  hatte  Hall  vorübergehend  schon  1236  und
1318,  dauernd  dann  von  1349  an,  s.  OAHall  250.

s)  Die  Bedingung  ad:liger  Alkunft  wurde  früher  bloss  thatsächlich  und
keineswegs  ausnahmslos  festgehalten;  durch  ausdrückliches  Stalut  wurde  sie  erst
unter  dem  Alt  von  Enisee  1237  eingeführt.

%)  Als  Motiv  dieses  Str.bens  zieht  Prescher  I,  202  allzu  sidealistisch  den
Zug  zum  ritlerlichen  Wafenhandwerk  herbei.  Der  Hauptgrund  war  wohl  die
überall  in  den  Klöstern  eingerissene  Verweltlichung.

6)  Die  Kündigung  der  Voytei  yegenüher  der  Reichsstadt,  welche  jährlich
90  fl.  Schutzgeld  und  andere  Vorteile  zu  geniessen  hatte,  geschah  schon  148?,
Die  Durchführung  des  Plans  aber,  welcher  nicht  bloss  an  Hall,  sondern  auch
an  den  Ordensobern  und  dem  Kaiser  zuerst  entschiedene  Gegner  hatte,  209
sich  hinaus  bis  1488,  wo  endlich  in  Rom  die  zweite  Translationsbulle  erlangt
wurde.  Der  vorletzte  Abt  Hildebrand  von  Crailsheim  starb  1485  aus  Kummer
darüber,  dass  er  die  Säkularisierung  nicht  zu  hindern  vermochte.  Prescher  I,
SO  N.

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