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Chronica,  125

dan  der  stifft  nahet  ')  zu  grundt  gangen.  Sie  haben  ein  zeit  lang
stets  feindt  gehapt®.  (Zimmerhansz®)  der  brandt  vilen  bawren  die
schewren  ab,  ist  zuletzt  zu  Gailndorff  enthaupt.  Schneider  (Heinlin  °)
wardt  ein  würt  zu  Comberg,  ward  ir  feindt,  musten  sich  mit  ime
vertragen.  Der  Bawrbeckh  ward  ir  feindt,  brandt  inen  ir  schewrn  ®
zu  Comberg  zum  andern  mal  ab.  Den  fiengen  die  von  Hall,  leitten
in  den  tburn,  lag  etlich  jar  darinnen,  kam  wider  aus.  Reiterhanns
hat  sie  kriegt,  den  haben  sie  am  (Rhein®)  nidergeworfien,  gen?)
Comberg  wollen  füeren®.  Als  sie  in  aber  gen  Geyszlingen  *)  an  Kochen
gepracht,  hat  er  das  kaysserlich  recht  angeschrien.  Alsbaldt  haben
die  bawrn  den  Combergischen  disen  gefangen  abgetrungen  unnd  gen
Hall  gefurt.  Die  zu  Coınberg  haben  ine  nit  mit  volkhomenlichen
gewalt°’)  anklagt,  ist  in  kurtz  hernach  aus  der  gefencklnus  kommen,
sprechent  ®,  sant  Lienhart‘)  hab  im  ausgeholffen,  dann  er  alsbald
ein  ketten  trug,  daran  er  geschmit  war®.  Man  sagt  aber  Spreisselhansin”,
  der  dazumal  büttell  war,  wer  sant  Lienhartt  geweszen.
Dieweil®  dis  geschrey  ruchtbar  ward,  gab  man  dem  büttel  urlaub.

Anno  domini  1540  haben  die  vonn  Hall?  den  zwayen  pfarren”,
Dungenthal’°)  unnd  Erlach  ®),  die  kelch  und  meszgewand  lassen  eina)

  also  dasz  auch  der  stifft  schier  zu  gr.  g.  T,  ähnlich  H!,;  die  entsprechenden  Worte  vorher
fehlen.  b)aus  Mt,  113;  Zimmerhausen  St!;  Zimmerbäuszer  7.  c)  aus  T,  Hi;  Hanlii  Set.
d)  dächer  7;  scheuren  ab  im  hoff  II.  e)  ons  Hi  und  I;  am  reyen  (:  mitten  im  Tunze?)
sth,  f—f)  fehlt  T.  g)  fürgebent  T.  h)  geschmitt  gewesen  /T!.,  i)  —hans  A,
k)  wie  er  dann  auch,  weil  „  .  .  von  seim  bütteldienst  abgeschafft  wardt  T.  l)  durch  den
Cbristopf  Hasen  und  den  stadtschreiber  /Z1.  m)  pfarrberrn  7.

)  Nahend,  beinahe.

°®)  Geislingen  O4.  Hall.

s)  Mit  den  erforderlich:n  Vollmachten,  überhaupt  in  der  gerichtlich  vorgeschriebenen
  Form.

4)  St.  Leonhard,  Patron  der  Gefangenen.

°)  Pfarrer  zu  Thüngenthal  war  1541  Joh.  Faher  (oder  Fahri),  der  in
diesem  Jahr  vor  versammelten  Kapitel  versprach,  üher  alle  Vorkommnisse  in
siner  Pfarrei  genauen  Bericht  zu  erstatten,  der  aber  gleichwohl  1542  wegen
Nichterfüllung  dieses  Versprechens  und  wegen  Konkubinats,  sowie  fortgesetzter
Beobachtung  der  alien  Zeremonien  vorgefordert  werden  musste.  Ir  versprach
nun,  sich  sofort  den  Grundsützen  der  Reformation  anzubequemen.  Wahrscheinlich
  ist  der  1540  gemassregzlie  derselbe,  8.  Hasp«l,  Diss.  de  centena  sublimi
  Sueco-Hal.,  Tüb.  1761,  60  f.

©)  In  Erlach  (nicht  Orlach,  bei  Hartmann  und  Jäger,  Brenz  II,  78)
war  seit  1518  Pfarrer  Georg  Widmann,  Syndicus  von  Comlurg,  der  bekannte
Chronist.  Ihm  mussie  noch  1541,  nachdem  verschiedene  frühere  Mahnungen
Sruchtlos  gewesen  waren,  auf  Begehren  seiner  Gemeinde  vom  Rat  zu  Hall  unter
ernstlicher  Drohung  anbefohlen  werden,  seine  Kirche  nach  dem  Vorbild  der
Hallischen  zu  reformieren.  Ir  rechtfertigte  sich  endlich  1542,  woher  er  ins-