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Chronica.  131

Anno  domini  1540,  nachdem  ein  erbar  rat  uff  dem  lannd  verpotten
  kein  offenlichen  tantz  zu  haben  ohn  ir  wissen,  damit  hader
zufurkommen  ®,  haben  gewolt,  die  würt  zu  Münckhen  !)  sollen  den  tantz
uff  freyer  gassen  halten,  dan  die  oberkait  deren  von  Hall,  dargegen
aber  Philip  Senfft,  der  sein  hausz  zu  Münckhen  den  graven  zu  lehen
gemacht,  gewelt,  sein  zwen  würt  sollen  den  tantz  in  iren  herbergen
halten,  und  ein  eygen  pfeiffer  bestell.  Als  aber  die  Hällischen
knecht  nit  wolten  tantzen,  hat  er  zwen  rayssig  knecht  von  Waldenburg
  dargeschickht,  die  haben  getantzt,  nit  allein  in  der  herberg,
sonnder  uber  die  gassen,  darmit  ein  oberkait  wöllen  einfahen.

Dis  ist  gen  Hall  angesagt’;  man  hat  würt,  gest“  unnd  pfeiffer
gen  Hall  wöllen  furen.  Die  reutter  haben  aber  den  pratten  geschmeckht
  ®,  sein  bald  darvon  geritten  ®.  Also  hat  man  den  pfeiffer
gen  Hall  in  den  thurn  gefurt.  Er  ”*)  hett  sein  hindersessen  gepotten
  auch  zu  tantzen,  man  thet  aber  denselben  nichts’).

Anno  domini  1542  am  30.  tag  januarii  ist  könig  Ferdinandus')
zu  Hall  uber  nacht  gelegen,  ist  denn  andern  tag  uff  Speyr  zu  geritten.
Nachdem  aber  die  graven  von  Hohenloe  vermeinten,  sie  haben  zu
gelayten  bisz  an  das  thor,  hat  ein  erbar  rath,  das  zu  verkommen),
einen  des  raths  uff  den  landtthurn  verordnet,  deszgleichen  die  baurn
mit  handrohren®  an  die  heg,  das  man  den  graffen  nit  berein  soll
lassen,  denn  könig  zu  gelaitten.  Graff  Albrecht)  ist  kommen,  den
haben  die  uff  dem  landthaus  nit  wöllen  herein  lassen,  er  verhiesz®  ')
dann,  das  er  nit  gelaiten  wöll;  des®)  graff  Albrecht  verheissen
und  gesagt,  er  sey  nit  von  geleitens  wegen  da,  sonnder  er  wöll  dem
könig  entgegen  reitten.  Die  vonn  Hall  sein  mit  dem  könig  ine
zugeleitten  hinaus  bis  zu  dem  landthaus  gezogen  mit  40  pferden,

a)  zu  verhütten  7.  b)  angezeigt  JI!.  ce)  gest  fehlt  T.  d)  die  reutter  solches  vernanıen
T.  e)  machten  sich  aus  dem  staub  J/!.  f)  stutt  dessen:  des  Senfften  underthanen
aber,  welchea  zu  tantzen  gebotten  war,  tette  man  „.  .  T".  g)  handwcehren  7.  bh)  er
verheisz  H!.  i)  welches  er  alsz  verheisnzen  7".

!)  Untermünkheim  OA.  Hall.

2)  Nämlich  Philipp  Senft;  über  ihn  s.  oben  S.  76.

6)  Dieselbe  Geschichte  ist  unten,  nach  dem  Bauernkrieg,  (zum  J.  1540)
noch  einmal  erzählt.

*%)  Über  diesen  Besuch  Ferdinands  s.  den  besonderen  Abschnitt  unten,
der  mi  dem  vorliegenden  vielfach  wörtlich  gleichlautet.

s)  Dem  zuvorzukommen.

6)  Albrecht  III.  1503—1551,  s.  olen  S.  127.

?)  Condizional.

®)  Gen.,  =  dessen  er  sie  gewührt.