138  Johann  Herolt

fasttagen®  möcht  khees  und  schmaltz  essen.  Doch  welcher  dis  essen
wolt,  must  alle  jar  1  ß®  in  stockh)  legenn  an  sannt  Michels  baw?).

Sulnbew°).  Anno  domini  1496  hat  man  die  suln  von  neuem
gebawet?)  durch  maister  (Petter  Lackorn”).  Man  hat  aber  dazumal
die  suln  nit  gnuegsam  erschöpffenn  können,  unnd  als  man  das  klein
stublin®)  hat  sollen  einsetzen,  habenn®  sie  der  rechten  oedern  verfeblt®,
  haben  das  stublin  darneben  gesetzt  und  "geringsweis  herumb
verdampt®®),  hat  doch  Gott  sein  gnad  gebenn,  das  die  guet  oeder
durch  denn  letten®  inn  das  klain  stublin  (getrungen®)  hat.

Anno  domini  1521,  dieweil  grosz  clag  von  meniglichen  uber  die
suln  was,  sich®  auch  erfunden®,  wie  die  suln  nit  saltzreich  wolt
sein,  hat  man  gleich  nach  pfingsten  °)  wider  angehept  an  der  suln  zu
bawenn,  geringsweis  umb  die  suln  zu  graben,  unnd  alsdann  etwa

a)  andern  heyligentagen  T.  db)  ein  schilling  T.  c)  aus  H!;,  Casparn  Lockher  St!;
Casp.  Lackorn  T.  d—d)  fehlt  T.  e-e)  fehlt  T.  f)  lieten  H!.  g)  aus  H*%;  gepracht
hut  St!;  ader  durch  das  stüblein  durchgebrochen  hat  T.  h-b)  feAlt  H!,

1)  Opferstock.

2)  Weiteres  über  den  Chor  s.  OAHall  123,  Hausser,  Schw.  Hall  66  f.

5)  Sulz  =  Salzquelle.  Über  das  Hallische  Salzwesen  8.  OAHal  156.  ff.,
Hausser,  Schw.  Hall  30f.  Ausführlicher  handeln  davon  zwei  handschriftliche
Werke,  nämlich  Jak.  Fr.  Müller,  Historische  Nachricht  vom  Hallischen  Salsund
  Siedenswesen  1306—1736,  verfasst  1776  (Bil.  des  Historischen  Vereins  für
Wr.)  und  Ge.  Chr.  Wilh.  von  Bühler,  Geschichte  der  Saline  und  des  Flosswesens,
  5  Bde.  fol.,  ein  mit  seltenem  F'leiss  zusammengeiragenes,  auf  Urkunden
gegründeles  und  auch  äusserlich  glänzend  ausgestatietes  Werk  (Eigentum  der
Stadt  Hall,  Gem.  Archiv).  Beide  Forscher  beginnen  mit  dem  Suhlenbau  von
1496  eine  neue  Periode  des  Hallischen  Salzwesens.

4)  Über  diesen  Bau  liegt  in  der  Städt.  grünen  Chronik  S.  199—227  ein
ausführlicher  Bericht  vor,  verfasst  von  dem  damaligen  Oberschreiber  des  gemeinen
  Haals,  Melchior  Boas.  Di:  Vorbereitungen  zum  Bau  begannen  schon  1494.
Am  Dienstag  vor  Fronleichnam  (Juni  16)  1495  wurde  zur  Weihung  des  Werks
eine  feierliche  Progession  gehalten,  wo  die  Priesterschaft  der  Stadt  und  des
Barfüsserklosters  unter  Führung  Michael  Molitors  (s.  oben  S.  108)  mit  Sakrament
und  Reliquien  zum  Haalbrunnen  zog,  an  den  4  Kuchen  desselben  die  4  Evangelien
  nebst  vielen  Kollekten  und  Litaneien  sang  und  dann  um  das  Haal  herum
nach  St.  Michael  zurückkehrte.  —  Eingefügt  ist  dem  Bericht  die  Verschreibung
des  Werkmeisters  und  Zimmermanns  Peter  Lackorn,  gegeben  Montag  nach  des
h.  Kreuzestag  (‘Scept.  15)  1494,  enthaltend  die  Bedingungen,  unter  denen  er  sich
zur  Ausführung  des  Baues  verpflichtet.  Jr  kostete  2327  fi.

5)  Innerhalb  der  grossen  hölzernen  Halle,  welche  die  Quelle  überdeckt,
war  noch  eine  besondere  aus  starken  Bohlen  gefertigte  Fassung  der  aus  4—5
Adern  entspringenden  Salzquelle,  das  „kleine  Stüblin*  genannt.  Zeichnungen
davon  in  den  Chroniken.

6)  Ringsherum  eingedämm!.  —  7)  Nach  Mai  19.

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