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Chronica.  139

vil  wildts  wasser  gefunden,  dasselbig  zuletzst  inn  ein  klein  stüblin  ®,
das  underhalb  der  suln  gegen  dem  oszheuslin®!)  stett,  gefurt,  unnd
darnach  von  holtzwerckh  neben  der  grossen  stuben  ein  kleiner  prun
uffgefurt,  unnd  solches  alles  mit  grossem  costenn  %?),  mühe  unnd
arbeit;  dasselb  wasser  darnach  under  dem  erdtrich  inn®  rinnen  bis
hinab  unnder  dem  wehr  vor  dem  Eychthor  ®°)  mit  grossem  costenn
ausgefurt.  Demnach  gemelte  suln  ein  zeitt  lang  besser  geworden.

Anno  domini  1522  lies  das  gemein  haal*)  Hansen  Judenbuet
ein  schopff?)  gleich  einer  schneckhen  inn  die  suln  machen,  inn  der
meynung,  allen  menschen  daraus  gnuegsam  wasser  zu  schöpffen.
Aber  es  ging  zu  hart,  das  man  es  weder  mit  kampredernn  ®°)  noclhı
mening  der  leut®  ertreiben  möcht.  Also  musten  sie  darvon  lassen.
Das  kost  113  fl.  eittel  verlorn  gelt®.  Eittlich  jar  darvor  war  ein
frembder  meister  zu  Hall,  gab  fur,  er  wolt  ein  schopff  anrichtenn,
sobaldt  die  inn  gaung  kommen,  wurde  die  suln  sich  selber  schöpffen  ’).
Macht  erstlich  ein  prob,  die  gieng  selber,  wie  dann  Judenhuet  prob
auch  thet,  da  sie  klein  war.  Aber  do  das  grosz  werckh  angericht
ward,  wolt  das  nit  gehn.  Der  meister  aber  zert  inn  mitler  zeit  in
des  Schnurlins’?  haus,  bis  solch  werckh  gemacht.  Denn®  verleit”®)
das  gmein  hall®°®).  Als  aber  das  werckh  nit  gehn  wolt,  gieng  er
heimlich  zu  dem  thor  hinaus”  unnd  macht  sich  dorvon,  sprach  bey
im  selbst:  Wiltu  nit  gehn,  so  will  ich  gehn.  Lies  denn  wurt  mit
den  siedern  wartten”  bis  aufl  disen  tag  seiner”  zukunfft.  Item
anno  1540  bat  man  aber  an  der  suln  gepaut®,  darvon  unnden  von
jarn  P  1),

a)  das  brünlin  genant,  gefürt  T.,  b)  oeszheuszlin  H!.  c)  costen  uber  die  1200  fl.  T;
über  1200  A.  uncosten,  Zusatz  von  Enslin  H!.  d-—d)  fehlt  T.  e)  siedorn  /!1.  PD)  kampfredern
  T.  g)  menge  der  leuth  FH'!,;  noch  mit  viellen  leuthen  T.  b)  verspielt  gelt  7.
j)  darüber  gesetzt  Korrektur  Enslins:  suhlmeisters;;  in  des  sullmaisters  hausz  7.  k—k)  feML  T.
1)  verlegt  I,  m)  hatto  ein  wonig  gelt  voreingenommen  H'.  n)  wartten,  so  lang  sio
wolten  T.  0—0)  fehlt  H!.  p—-p)  fehlt  T.

1)  Oesshäuslein  (auch  Essh.),  der  gemeinsame  Abtrili  der  Sieder,  westlich
vom  Haal  gegen  den  Kocher  hin,  s.  Bühler  I.  I.

2)  Müller  3.  I.  giebt  die  Kosten  dieses  Baues  zu  2.200  fl.  an.

°)  kichthor,  jetzt  am  nördlichen  Iunde  des  Landgerichts.

*)  Die  Korporation  der  Siedensberechtigten.

&gt;)  Schöpfwerk.

6%)  Kamm-  oder  Zahnräder.

?)  Idee  des  perpeluum  mohilı.

®)  Verlegte,  verköstigle.

®)  Das  gemeine  Haal  s.  o).n.

!)  In  dem  mit  1350  beginnenden  „Jahrbuch“.