146  Johann:  Herolt

Wasz  die  vonn  Hall  gegen  stettmeister  unnd  rathschreiber  unnd
etlichen  desz  rathsz  furgenommen.

Simon  Berler,  der  rechten  licentiat,  war  in  irer*  zwitracht  anno
domini  1512  stettmeister  unnd  stundt  bey  dem  gemeinen  rath.  Des
üuberhneb  er  sich  nachvolgendt,  thet,  das  einem  erbarn  rath  nit  gefielle,
  nachdem  man  ine  darfur  gepetten,  er  solt  vonn  seinem  furnemmen
  abstehn;  er  aber  gieng  trutzig  vonn  dem  rath,  bestand  uff
seinem  furnemmen.  Also  lies  ein  erbar  rath  ine  inn  seinem  haus
fahen,  legten  inn  in  den  thurn,  entsatzten  ine  seines  ampts  unnd
raths').  Also  zug  er  aus  der  statt,  kam  zu  armut,  das®  er  nit  vil
behielt»),  zug  im  land  hin  und  her.  Also  nimpt  ®  hoffart  sein
end.  Dise®  Berler  sein  ein  gar  alt  rittermessig  geschlecht®.  Sein
bruder  Jeorg  fuer  nach  der  zwitracht  aus  Hall  gen  Rottenburg,
Jacob  auch,  sein  brueder;  hat  das  schultheissenampt  etlich  jar  versehen,
  ist  itzo®  ein  rathsherr,  hat  kein  kind.  Ir  wappen  ist  zwen
schwartz  sparren  uberzwerch  in  einem  weissen  feldt,  zwey  weisse  herner
uff  dem  helm.  —  Doctor  Hanns  Mangolt,  beyder  rechten  doctor”),
hat  das  best  in  irer  zwitracht  gethon,  damit  die  sach  nit  zu  uffrur
unnd  plut  gedey®,  aber  er  hat  hernach  ungevarlich  im  (1520.®)

a)  in  ormelter  zw.  H'.  b—b)  fehlt  H!;  wenig  überig  behielt  7.  c)  nam  Hi.  d_—d)  sieht
bei  Hi  «weiter  unten  nach  kind.  e)  verwalt,  wurd  nachvolgend  ein  H'.  f)  und  stattschreiber
  zu  Hall  T'.  g)  gerathen  unnd  khommen  T.  b)  1520  aus  T’  und  H!;  1610  St!,

I)  Berlers  Vergehen  wird  hier  als  ein  im  Widerspruch  mit  dem  Rat  geplantes
  und  diesem  zum  Trotz  festgehaltenes  Unternehmen  bezeichnet.  Anders  das
Ratsherrenbuch  und  das  Buch  der  Urfehdverschreibungen  (Gem.  Archiv).
kirsteres  besagt,  dass  er  1516  wegen  etlicher  im  Rat  verübter  ungeschickter
Reden  ins  Gefängnis  gelegt  worden  sei;  im  andern  wird  in  Kürze  die  Urfehde
wiedergegehen,  die  er  1517  hat  unterschreiben  müssen.  Darnach  wurde  er
„wegen  etlicher  reden,  so  sich  der  zwielracht  und  irrung  halben  zwischen  ihm
und  dem  rat  verloffen  und  begeben,  gefänglich  eingezogen,  aber  durch  fürbitt
wieder  ledig  gelassen".  kin  Jortsetzer  von  H!  notiert  hier  aus  Urusius:  „Als
man  diesen  staltmeister  in  das  gefengkhnus  führen  thate,  ruffle  er  einem  bürger,
der  Zimmerjörglin  genannt,  mit  disen  worten:  ‚O  Zimmerjörgle,  heut  burger
oder  staltmeister,  morgen  nicht  mehr.‘  Der  antwortet  ihme:  ‚Das  sei  fern,
lieber  herr!  Ihr  habt  mich  oft  in  thurn  setzen  lassen,  bin  doch  noch  der
Zimmerjörglin.“  Inslin  fügt  hinzu:  „Ir  hinderliess  das  doklorstüblein  ufm
neuen  thurm.“

?)  1518  erscheint  er  noch  in  KHR.  als  Eigentümer  eines  Gutes  ın  Kupfer.

®)  Mangoli  war  nach  den  Urkunden  in  KHR.  und  dem  Freiheitenbuch
(Gem.  Archiv)  Stadtschreiber  von  1509-1520,  besass  in  und  um  Hall  viele
Güter.

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