150  Johann  Herolt

Anno  domini  1531  kamen  vil  grosser  sturmwetter,,  also  das
der  Koch  offt  in  einer  stundt  sehr  gros  wardt  unnd®  das  zu  vilen
maln®.  Es®  kamen  auch  bey  sibenzehenhundert  stuckh  holtz  den
siedern  mit  grossen  gussen.  Solch  holtz  schwelt  hinder  sich,  also
das  es  alles  leynet')  holtz  im  ackher,  auch  im  steinach,  mit  sampt
den  unndern  legernhauffen  umbwarff®,  doch  ertrannckh  das  haale
nicht  ®.

Anno  domini  1537®  ist  ein  gros  erschreckhenlich  wetter  unud
gewesser  an  der  Byller  eingefallen,  hat  schewrn  hinweg  gefürt.  Darvon®
  von  denn  jarn®,

Vonn  etlichen  geschichten,  so  sich  zu  unnd  umb  Hall  begeben  und
verlauffen  habenn.

Anno  domini  [1349%°)]  da  verbranten  die  vonn  Hall  die  Juden
in  dem  thurn  uff  dem  Roszenhühel  genant,  und  sind  schier  alle  Juden,

a—a)  fehlt  HI,  b—b)  fehlt  T.  c)  ertrank  das  haal  auch  damaln  271.  d)  1657  T.
0—e)  fehlt  T.  f)  1360  St!,  ».  Anmerkung  2.

ı)  Alles  aufgeschichteie  Holz.

?)  Die  Judenverfolgungen  begannen  schun  1347,  Stäln,  WG.  3,  244.
Der  Hauptsturm  fällt  nach  Bühmer-Huber,  Reg.  imp.  VIII  in  die  erste
Hälfte  des  Jahres  1349.  Die  allgemeinen  Ursachen,  angebliche  Brunnenvergiftung
  zur  Zeit  des  schwarzen  Todes  und  der  starke  Wucher,  sind  bekunnt,
  Was  den  letzteren  Punkt  anlelangt,  80  gestaltet  eine  von  Kaiser  Ludwig
1342  an  Schultheiss  und  Rat  zu  lall  ausgestellte  Urkunde  (Freiheitenbuch),
dass  die  Juden  daselbst  das  Pfund  Heller  zur  Woche  um  2  Heller  (also  43°/«)
ausleihen.  Als  nähere  Veranlassung  zur  Verfolgung  in  Hall  giebt  die  Widmansche
  Chronik  (H')  an,  dass  etliche  Juden,  die  ein  Kind  von  Hagenbach
gestohlen  und  umgebracht,  in  den  Turm  auf  dem  Rosenbühl  gesperrt  und  dort
verbrannt  worden  seien.  Die  übriyen  seien  1350  ausgetrieben  und  vom  Küchenmeister
  von  Biclriei  in  sein  Schloss  aufgenommen  worden.  Aber  nach  Monats-Jrist
  habe  er  sie,  angeblich  auf  besonderen  Befehl  des  Kaisers,  weggejagt  und
zwar  mü  leerer  Hand,  nachdem  er  alles  ihr  auf  seine  Burg  geflüchtete  Gut  an  sich
gezogen.  Kaiser  Karl  IV.  beauftragt:  die  Grafen  Eberhard  und  Ulrich  von
Württemberg  mit  der  Sühne  für  die  an  den  Juden  begangenen  Frrevel  und  übergab
  ihnen  die  Güter  dersellen  und  die  Strafgelder.  Die  Haller  erlegten  den
beiden  Grafen  800  fl.,  wofür  diese  in  Schorndorf  6.  Aprü  1349  quitterten
(Stälin  3,  245,  Freiheitenbuch).  Am  9.  April  1349  bestätigte  Kaiser  Karl  diese
nVerrichtung“  und  gab  dınen  von  Hallnun  die  hinterlassenen  Güler  der  Juden,
„sie  seien  lelendig  oder  tot,  zu  behalten  und  zu  geniessen,  als  eigentum“,  und
verzichtete  auf  alle  seine  Rechte  an  denselben.  Stälin  I.  l.,  Böhmer-Huber,  Reg.
imp.  VIII.  Nr.  929.  Als  Ort,  von  dem  diese  Urkunde  daliert  ist  (bei  Böhmer
nicht  genannt),  ergiebt  sich  aus  dem  Freiheitenluch  Speier.

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