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Chroniea,  159

Also  haben  die  vonn  Hall,  so  lang  der  krieg  gewert,  stets
sechzigk  reisig  pferdt  gehapt.  —  Der*  apt  zu  Comberg  war  einer
von  Velberg‘).  Dieweill  aber  die  anndern  Velberger  an  des  marggraffen
  hoff  unnd  seine  diener  waren,  hat  er  Comberg  gefreyet?,
ire  dörffer  nit  zu  verprennen®.  Es  hat  sich  aber  begeben,  das  die
vonn  Hall  die  kuew  za  Alttenmunster  unnd  Roszfeldt®  ?)  holten,  war
dazumal  marggraff  Albrecht  zu  Creiltzheim.  Als  ime  aber  seine
diener  solches  anzaigtenn,  sagt  er,  lasz  faren,  wir  wollenns  morgen
wider  holen.  Daruf  die  vom  adel  geantwortt,  es  were  seiner  gnaden
ein  schand,  das  man  ime  vor  dem  thor  die  kue  weggefuert®,  unnd
thet  er  nicht  darzu;  so  er  nit  wolt,  solt  er  inen  erlauben,  so  wolten
sie  nacheylen.  In  solchem  erlaupt  er  inen,  erilen®  die  vonn  Hall
bey  Ruedelsdorff?).  Die  vonn  Hall  hetten  ein  hauptman,  hies  Hans
Bueb  vonn  Frauckhfurt,  ein  e2elman,  der  thet  die  ersten  reisz.  Als
er  aber  die  marggräffischen  ansichtig,  befal  er  den  reisigen,  sie  sollten
  still  halten,  er  wolt  den  hauffen  bereiten  unnd  besichtigen,  so
sie  zu  starckh,  woltten  sie  weychen,  wo  nit,  wolten  sie  mit  (ime
dreinhnuen  ®).  Als  er  aber  den  hauffen  beritten  unnd  am  widerkeren
denn  (wangk  ®'),  sie  soltten  zu  ime  reitten,  verstunden  sie,  sy  solten
flieben,  unnd  fluhen  die  wisenn  under  Reinsperg  der  staigen  zu,  namen
das  thal  ein.  Gedachter  Hans  Bub  wust  die  staigen  nit,  unnd  als
er  vonn  den  feinden  betrangt,  fluhe  er  in  das  dorff  uff  den  kirchuff.

a—ı)  fehlt  H\.  b)  gesichert  unnd  gofreyet  T.  ce)  Rosziorff  (falsch)  T.  d)  das  vich
liess  weckhführen  7.  e)  croyleten  T.  f)  Nuch  H!,  H3  und  T:  (mit  ihme  darauff  hawen);
St!;  mit  inen  dreyheyen.  g)  Aus  I!;  winckote  7;  wangt  St!.

—  Dr  Urteilsbrief  selbst  legt  den  bisherigen  Gang  der  Sache,  sowie  die  Verantworltung
  der  Haller  dar,  die  sich  formell  auf  ihre  Befreiung  von  allen  auswärtigen
  Gerichten,  sachlich  darauf  beriefen,  dass  nicht  die  Stadt  selbst,  sondern
nur  einselne  Unterthanen  es  gewesen  seien,  die  die  That  verübt  hätten.  Is
wird  nun  vom  Gericht  dem  Bebenburger  aufgegeben,  binnen  bestimmter  Frist
zu  beweisen,  dass  die  Haller  in  das  J.andgericht  Würzburg  gehören,  ebenso,
dass  sie  mit  dem  heimlichen  westfälischen  Gericht  „erwonnen‘“‘  seien.  Die  weitere
prosessualische  Entwicklung  ist  in  den  Akten  nicht  mehr  enthalten.  Sie  hat
jedenfalls  keinen  Erfolg  gehabt,  denn  schon  2.  Juli  1444  (s.  oben  S.  156  Anm.  3)
sagte  der  Markgraf  den  Hallern  ab.

!)  Ernfrid  II.  von  Velberg,  Abt  von  1451—1473  (nach  Widmans  Chronik).
Die  Zeit  stimmt  nicht  genau;  die  Rücksichtnahme  ist  wohl  erst  in  der  letzten
Zeit  des  Kriegs  eingetreten.

2)  Beide  Orte  im  OA.  Crailsheim.

®)  Rudelsdorf,  swischen  Ilshofen  und  Wolpertshausen  OA.  Hall.

4)  Denen  winkte.