Chronica.  161

sraff  das  schlosz  unnd  dorff  Honbart  denen  von  Hall  ergeben,  doclı
mit  etlichem  geding,  hie  nit  von  nötten  zu  erzellen  1450').

Sant  Michaelsz  wahlfahrth.  Anno  domiui  1458  am
donderstag  nach  dem  pfingstag”)  sein  za  Hall  ob  hundert  junger
knaben  auszgangen  unnd  zu  sant  Michel*®  (gewalt®).  Denen  hat
ein  erbar  rath  ein  gemainen  egel®  unnd”®  schulmaister  verordnet,
die®  uff  sie  gewart  haben.  Wiewol  dise  kinder  ausz  sunder  anregung
  wider  vatier  unnd  mutter  willen  hinweg  gezogen,  hat  man
doch  sie  nit  vergen®  wöllen  lassen”  °).

a)  im  Gorgaw  H!.  db)  aus  T  und  Hi;  gewolt  T.  c—c)  fehlt  T.  d)  der  7.  e)  vergehen
  T.  f)  und  zu  owiger  gedächtnusz  solcher  kinder,  weil  sie  alle  ohnebeschedigt
wider  heim  kommen,  hat  mans  in  ein  grosse  mappa  abconterfehet  und  in  sant  Michels
pfarrkirchen  zu  Hall  gehengt  M!.

)  Die  Theidigung  wurde  zu  Würzburg  vorgenommen  gwischen  Hall  und
„gemeinen  städten“  einerseits  und  Conrad  von  Bebenburg  und  seinen  Helfern
andererseits.  Sie  wurde  vermittelt  durch  Gotifried  (Schenk  von  Limpurg),
Bischof  eu  Würsburg,  mit  Hilfe  derer  von  Nürnberg  und  Rothenburg.  Hall
musste  für  das  Eigentum  des  zerstörten  Schlosses  dem  Lehensherrn  6000  fl.,
denen  von  Bebenburg  8500  fl.  bezahlen  und  den  im  Text  berührten  Jahrtag
(Seelmessen)  stiften,  8.  Duellius,  Misc.  II,  210,  Fehleisen  in  WFr.  NF.  IV,  46
und  Glaser,  Chronik  von  Hall  (Manuskr.)  $  38.  Sofort  kauften  auch  die
Haller  das  Schloss  Honhardi  von  den  drei  Brüdern  Georg,  Conrad  und  Leopold
von  Bebenburg,  11.  Oktober  1446  (Abschrift  des  Kaufbric.fs  im  Gem.  Archiv).
—  Wenn  im  Text  die  Jahrzahl  1450  genannt  ist,  so  kann  sie  sich  jedenfalls
nicht  auf  die  Theidigung  selbst  beziehen,  die  ebenso  wie  der  unmittelbar  damit
susammenhängende  Ankauf  Honhardis  durch  Hall  unstreitig  ins  Jahr  1446  fällt.
Sie  bezeichnet  vielleicht  den  Zeitpunkt,  wo  der  Markgraf  als  Lehensherr  den
neuen  Eigentümer  förmlich  belehnte.

ı)  25.  Mai.

ı)  Über  diese  Wallfahrt  habe  ich  in  meinem  Programm  Zur  Geschichte
des  alien  Haller  Gymnasiums  1888/89  eusammengebracht,  was  sich  aus  den
Haller  Chroniken,  aus  Münsters  Cosinogr.  und  Seb.  Franke  Chronik,  sodann
aus  den  Ellwanger  Geschichisquellen  gewinnen  liess.  Bei  Herolt  sind  es  über
100  junger  Knaben.  Die  Ellwanger  Chronik  (Württ.  Geschichtsquellen  II,  51)
weiss  von  400  im  Alter  von  8  Jahren  zu  erzühlen,  beschreibt  den  mitten  im  Meer
gelegenen  Berg  (ohne  übrigens  das  Land  genauer  anzugeben)  und  das  dabei
geschehene  Wunder.  Möglich  ist,  dass  dieser  Chronist  nur  eben  auch  von  den
Hallern  redet,  wobei  dann  ihre  Zahl  legendenhaft  aufgebauscht  wäre.  Aber
auch  der  andere  Fall  ist  denkbar,  dass  aus  der  Ellwanger  Gegend  Zuzug
kam,  wie  denn  noch  1462  eine  Augsburger  Schar,  Junge  und  Alte,  nach  dem
Berg  Gargano  pilgerten.  Das  Ziel  der  Wallfahrt  ist  in  mehreren  Handschriften
H®,  H*,  H®,  nur  allgemein  bezeichnet,  „zu  sant  Michael“.  Zwei  Haller  Handschriften
  (Städt.  rote  und  grüne)  und  die  zu  ihnen  gehörige  Stuttgarter  hist.
fol.  662  geben  Thorgaw,  was  offenbar  eine  Entstellung  des  von  II!  gebotenen
Gorgaw  ist.  Dass  mit  diesem  letzteren  der  Berg  Gargano  gemeint  ist,  dessen

11