162  Johann  Herolt

Widern.  Anno  domini  1458  da  zoch  marggraff  Albrecht
unnd  graff  Ulrich  von  Wurttemberg  für  Widern')  an  sontag  nach
Johannis”),  unnd  ward  in  derselben  wuchen  gewunnen  und  zerprochen
  °),

Geburt  Maximiliani.  Anno  domini  1459  ist  kayser  Maximilian
  geborn.  In  demselben  jar  ward  kayser  Friderich  zu  Wien
in  der  burg  belegert.

Dreyer  fursten  niderlag.  Anno  domini  1462  da  fieng
der  pfaltzgraff  am*  Rein  graff®  Ulrichen  von  Württemberg,  denn
marggraven  von  Baden‘)  unnd  bischoff  vonn  Mayntz°)  am  mittwoch
nach  Petri  unnd  Pauli®)  in  freyem  feldt”),  Als  dise  fursten  aber
das  getbrait  uff  dem  veld  verwust  haben,  hat  der  pfaltzgraff,  nachdem
  er  sie  gefanngen,  inen  ein  furstenmal  zugericht,  aber”  kein
brodt  darzu  geben,  das  sie  inen  gefragt”,  was  er  damit  meint.
Daruff  er  geantwurt,  sie  haben  das  gethrait  uff  dem  veld  verwust,
welches  niemandt  (entrathen®)  mag.  —  Im  vertrag  hat  der

a)  bei  T.  b)  herzog  T.  c—c)  fehlt  T.  d)  dessen  T  und  H\,  e)  niemand  entratben
noch  empören  (=  entbehren)  möcht  7;  dessen  niemand  gerahten  mög  H!;  gerathen  #1.

Michaelsheiligtum  sich  in  jenen  Jahrsehnien  einer  grossen  Berühmtheit  erfreute,
kann  keinem  Zweifel  unterliegen.  Daraufhin  hat  das  Programm  den  Monte
Gargano  als  sicher  angenommen.  Aventinus  freilich  (und  nach  ihm  die  Uffenheimischen
  Nebenstunden  1021,  Mejer,  Beiträge  zur  Geschichte  Comburgs  45,
Stälin  3,  748)  lässt  diese  „Kinderfahrt“  nach  St.  Michel  sur  mer  in  der  Normandie
  gehen,  das  ebenfalls  ein  vielbesuchter  Wallfahrtsort  war.  Der  Trieb
in  den  Kindern  sei  so  stark  gewesen,  dass  „man  sagt,  welches  nit  lief,  warn
(der  Geist)  es  ankäm,  so  stürbe  es  von  stund  an  davon.  Starben  ihrer  viel
vor  hunger,  viele  erfroren,  etliche  wurden  in  Frankreich  gefangen  und  verkauft
und  ist  keines  wiederkommen“.  Dase  aber  Aventinus  in  dieser  Sache  heine  unbedingte
  Glaubwürdigkeit  verdient,  geht  daraus  hervor,  dass  er  die  Kinder
sämtlich  umkommen  lässt,  während  durch  die  in  der  Haller  Michaelskirche
aufgehängte  Votivtafel  („Mappa")  bezeugt  war,  dass  sie  unbeschädigt  wiedergekommen
  seien.  Die  Frage  nach  dem  Wallfahrtseiel  lässt  sich  also  wit
diesem  Material  nicht  zum  Austrag  bringen.  Von  der  Augsburger  Michaelswallfahrt
  1462  wird  merkwürdigerweise  ausdrücklich  berichtet,  dass  die  einen
Püger  in  die  Normandie,  die  andern  nach  Monte  Gargano  gezogen  seien.

1)  Widdern  a.  d.  Jagst,  OA.  Neckarsulm.

ı)  25.  Juni.

°)  S.  Stälin  3,  507.  Die  Eroberung  erfolgte  an  demselben  Tag,  25.  Juni.

*)  Markgraf  Karl.

6)  Erzbischof  Dietrich  von  Mainz.

6)  30.  Juni.

?)  Schlacht  bei  Seckenheim  in  der  Nähe  von  Heidelberg.

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