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Chronica.  167

esell!)  engegengangen  fur  das  Langenfelder  thor.  Als  aber  der
zeit  die  büttel  den  esel  zugen,  schalt  er  den  rath,  das  sie  die  schergen
liessen  die  bildtnus  Christi  ziehen,  Also  hinfurt  haben  die  rathsherro
  den  palmesel  gefurt  bis  uff  Luthers  zeitten,  lest*  mans  itzt
ganntz  unnderwegen  ®).

Diser®  Maximilian  bat  sich  uff  ein  zeit  nach  einem  gemsen
verstigen”),  das  man  mit  grosser  mühe  in  wider  herabgepracht.
Soll  er  gesagt  haben:  Secht  durch  Gott,  wie  wohl  ist  das  Römisch
reich  versehen,  es  stet  uff  einem  gemsensteiger  und  uff  einem
trunckbennen  pfaffen,  sich  und  den  bapst  Julium?)  meinent,  dan
diser  Julius  war  ein  grosser  sauffer  und  ein  kriegsman.  Er  pracht
etwa  zu  morgen  einem  kriegsknecht  ein  pucal  weins  uf  ein  monatsold
  gar  aus*),  bett  grosz  freudt,  wo  er  trunckhen  leut  sahe®°),

Anno  domini  1495  unnd  widerumb  anno  domini  1503  ist  könig
Maximilian  zu  Hall  eingeritten.  Am  hinwegreitten,  als  er  in  Michel
Senfften  haus  uffsasz,  kam  ein  freyet®‘),  sprach  den  könig  an  als
seinen  bruder.  Maximilian  frag,  wo®  er  sein  bruder  were;  antwurtet
  im  der  freyhart,  sy  betten  ein  vatter,  den  Adam,  verhofft
königlich  mayestat  wurd  in  hoch  begaben.  Aber  der  könig  gab
ime  ein  kreutzer,  sprechent:  gang  hin  und  hays  dir  ieden  bruder
von  Adam  her  ein  creutzer  geben,  so  wurstu  reicher  werden  dan
ich  bin.  Also  must  er  mit  schauden  abgehen.

Diser  Maximilian  hat  Hall  mit  vill  freyheiten  begabt,  auch
alle  alte  freyheit  confirmirt,  so  die  vorigen  könig  unnd  kayser
denen  von  Hall  geben’),  Obgenanter  kayser  Maximilian  ist  gestorben
  1519  seines  alters  60  jar.

Lechfeldt.  Anno  domini  1492  hat  hertzog  Albrecht  von
Bayern  durch  meuterey  Regenspurg  an  sich  gebracht,  ist  das  gantz

a—ı)  fh  T.  b—b)  fehlt  T.  0)  freyherr  T',  ebenso  nachher.  d)  woher  er  T.

1)  Solche  hölzerne  Palmesel  aus  jener  Zeit  sind  in  der  Sammlung  des
Vereins  für  Württ.  Franken  noch  zu  sehen.

3)  Gemeint  ist  die  bekannte  Geschichte  von  der  Martinswand.

°)  Julius  II.

4)  Der  Papst  wetiet  mit  dem  Kriegsknecht  um  einen  Monalssold,  ob  er
den  Pohal  gleich  rasch  leer  trinken  könne.

s)  Nach  Sebast.  Frank.

6),  —  Freihart,  Vagabund,  Gaukler.

7)  Im  Freiheitenbuch  (Gem.  Archiv)  finden  sich  solcher  Briefe  Maximilians
9  aufgezeichnet,  vom  Jahr  1494-—1516,  mehrere  auf  Stadirecht,  bes.  Iurb-  und
Testamentsrecht  bezüglich,  eines  die  Heg  und  Schläg  betreffend,  eines  zur  Hebung
des  Salswerks  bestimmt,  die  übrigen  Konfirmationen  früherer  Privilegien.