170  Johann  Herolt

war  dazumal  auch  zu  Hall,  und  der  bischoff  zu  Meintz  mit  sampt
andern  fursten  vereinigten  die  von  Nurmberg  und  denn  marggraven.

Die  ander  zwitracht  anno  1512  zu  Hall  geschehen.

Die®  ursach  diser  zwitracht  solt  ir  also  vernemmen,  den  der
ursprung  daher  erwachsen  ist.  Die  erbarn  heten  ein  besonndere
trinckbstuben  ob  den  hundert  jarn  in  dem  thurn,  der  alten  siben
bürg  eine,  uff  dem  marckbt'!)  innen  gehapt,  uff  welche  sie  keinen
liessen  ein  mietstubgesellen  oder“  herr”  sein,  er  wer  dan  von  den
alten  geschlechten  bürtig  unnd  darinnen  verheurat,  ob®  er  stettmeister
  oder  ein  anderer  rathsherr*  were®.  Es  war  aber  zu  derselben
  zeit  Herman  Büschler  stettmaister,  disz  geschlecht  der  zeit
noch  new,  unnd  hette  ein  (Hornbergerin”)  vonn  Rottenburg  zum
ebeweyb.  Diser  hat  sie  angesucht  umb  ire  stuben,  sie  woltten  ine
auch  ein  gleichen  stubherrn  uund  ®  gesellen®  uff  irer  stuben  sein
lassen  und  annemmen.  Dis  ward  ime  abgeschlagen  mit  der  gestalt,
er  möcht  wol  zu  iunen  uff  die  staben  zum®  wein  gehn,  aber  zu
gleichen  stubherrn  nemen  sie  in  nit.  Aus  solcher  hoffart  —  die
nichts  guts  nie  gepracht  hat  —  erwuchs  diser  zwitracht.

Nachdem  nun  Herrman  Buschler  zu  dem  stettmaisterampt  erwelet
wardt,  hangt‘  er  den  gemainen  hauffen  des  raths  an  sich,  zeigt  an,  so
man®  in  einer  eyl  ein  ratb  samlen  must,  wer  es  ie  spöttlich,  das  sie  etwa
uff  dem  kirchhoff,  etwa  uff  dem  vischmarckht  vor  der  alten  trinckhstuben
in  regen  oder  schne  stehn  wüsten,  einander  warten,  die  junckher
aber  dieweil  in  irer  stuben  truckhen  sassen.  Demnach  wer  sein
meinung,  sie  wolten  in  dem  spitalhaus  uff  dem  marckht  ein  ge
meine  rathstuben  machen,  darinnen  man  in  einer  eill  möcht  funffer  ?)
oder  gantzen  rath  halten”,  darneben  die  gemainen  rathsherrn  unnd
ehrlich  burger  ein  trinckhstuben”  haben.  Dem  fielen  der  mehrer
theil  des  raths  zu,  unnd  ward  anno  domini  1510  die  trinckhstub
im  spittalhaus  gemacht,

a)  unnd  bulff  mitsampt  dem  bischoff  .  „  .  miteinander  vereinigen  7  b—b)  slatt  dessen:
ao  dom.  1512  erhuob  sich  die  dritte  zwitracht  zu  Hall  wegen  der  trinckstuben,  also  #1!

(uuch  im  Titel:  dritte).  o—c)  fehlt  HM).  d—d)  fehlt  T.  e)  rathsverwandter  H!.
f)  aus  T;  Hornburgerin  H1!  und  Städt.  rote  Chr.;  Herbergerin  St!.  g—g)  fehlt  H!.  h)  au
zehren  kommen  H'.  ij)  hengt  H!;  hencket  T.  k)  zeigt  an,  wie  man,  so  man  .  .  St!
(Schreibfehler  oder  Anakoluth)  ,  zeiget  an,  es  were  spöttlich,  so  .  .  T.  l)  trinokstuben  T.
m)  darin  man  auch  ein  rhat  in  einer  eil  köndte  samblen  Hi.  n)  eine  gemeine  tr.  H'.
o)  in  das  T.

189.  oben:  „Des  Raths  Trinchhstub“  S.  142.
?)  Fünfer-  oder  Gcheimer  Rat,  ein  Ausschuss  des  innern  Rats.

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